Brandenburg05.09.2018

Landesärztekammer Brandenburg kein Gegner der Fernbehandlung!

Potsdam -  Die Ärztezeitung meldete am 04.09.2018 sinngemäß, dass die Landesärztekammer Brandenburg der Fernbehandlung kritisch gegenüber stehe bzw. diese sogar ablehne. Dazu titelte die Ärztezeitung „Angst ist der falsche Ratgeber beim Fernbehandlungsverbot“ sowie „Keine ungeteilte Zustimmung zur Fernbehandlung im Osten“. Dieser Tenor ist inhaltlich-fachlich schlecht recherchiert und in der Sache letztlich schlicht falsch.

Die Landesärztekammer Brandenburg hat sich bisher zu keiner Zeit ablehnend bezüglich der Fernbehandlung geäußert, die es bereits seit vielen Jahren in Brandenburg und in ganz Deutschland aufgrund der entsprechenden Regelungen in der ärztlichen Berufsordnung gibt (s. Pressemitteilung vom 01.06.2017). Dazu zählen z. B. die individuelle Beratung und Behandlung von Patienten, Telediagnostik und Telemonitoring. Darüber hinaus gibt es berufsrechtlich gar kein „Fernbehandlungsverbot“. Kritisch gesehen hat die Landesärztekammer Brandenburg - wie etwa auch die Ärztekammer des Saarlandes - bislang lediglich die ausschließliche Fernbehandlung, wenn also im Rahmen der Behandlung gänzlich auf einen direkten Arzt-Patienten-Kontakt verzichtet werden soll. Die ausschließliche Fernbehandlung macht aber lediglich einen kleinen Teil der Fernbehandlung aus und spielt bei den allermeisten Modellen der Fernbehandlung gar keine Rolle! Der Beitrag der Ärztezeitung geht in seiner Kernaussage über diesen ganz zentralen Umstand aber hinweg.

Dies ist in besonderem Maße zu kritisieren, da der Beitrag der Ärztezeitung wissentlich wenige Tage vor der Kammerversammlung der Landesärztekammer erschienen ist, in der u. a. dieses Thema diskutiert wird. Damit ist er mit seiner fehlerhaften Aussage geeignet, demokratische Abstimmungen zu beeinflussen.

Die Landesärztekammer Brandenburg fordert die Ärztezeitung auf, künftig bei derartigen Beiträgen zunächst den Sachverhalt genauer zu recherchieren, um womöglich folgenreiche Fehlinformationen der Öffentlichkeit zu vermeiden.

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