Hessen30.10.2018

Landtagswahl in Hessen: „Die neue Regierung muss Gesundheitspolitik in den Fokus rücken!“

Landesärztekammer Hessen fordert stärkeres Engagement der Parteien in Fragen der Gesundheitsversorgung

Frankfurt - „Seit  langem  beherrschen Schlagzeilen zu überfüllten Notaufnahmen, langen Wartezeiten  oder  zur  ärztlichen  Versorgung  auf  dem  Land  die Medien. Entsprechend   lag   die   Vermutung  nahe,  dass  die  Parteien  in  ihren Wahlprogrammen  zur Landtagswahl in Hessen der Gesundheitspolitik besondere Aufmerksamkeit  schenken  –  eine  Erwartung, die leider enttäuscht wurde“, kritisiert  Dr.  med.  Edgar  Pinkowski,  Präsident  der  Landesärztekammer Hessen. Obwohl es sich bei gesundheitspolitischen Fragen um einen zentralen Aspekt   der   Daseinsvorsorge  handle,  hätten  die  Parteien  den  Themen Gesundheit   und   Pflege   im  Wahlkampf  nicht  den  nötigen  Stellenwert beigemessen.

Die  künftige  Landesregierung müsse der Gesundheitsversorgung eine größere Rolle  in  der  Landespolitik  einräumen, fordert Pinkowski und weist dabei noch  einmal  ausdrücklich  auf  das Angebot zur Zusammenarbeit seitens der Ärzteschaft  hin:  „Die  Landesärztekammer  steht der Politik als beratende Institution  immer  zur  Verfügung. Im Sinne der Patientinnen und Patienten ist  es  wichtig,  dass  Ärztinnen  und Ärzte sich sachlich an den Debatten beteiligen. Nur durch eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und  Politik  kann Gesundheitsversorgung im Sinne der Bevölkerung gestaltet werden.“  Gleichzeitig  betonte  Pinkowski  noch  einmal  die  seit  Jahren unveränderten  Forderungen  der  Ärzteschaft,  wie  z.B.  die  Stärkung der Freiberuflichkeit,   die   Ausrichtung   des   Gesundheitssystems   an  den Bedürfnissen der Patienten anstelle einer Orientierung an rein ökonomischen Prinzipien,  die  Digitalisierung  des Gesundheitswesens insbesondere unter Berücksichtigung     des    Datenschutzes    oder    den    Zugang    aller Bevölkerungsgruppen zur medizinischen Versorgung.

Auch  in  der Vergangenheit habe die Kammer immer wieder den Dialog mit den Politikerinnen  und  Politikern  gesucht,  so  zum Beispiel im Rahmen einer Diskussionsrunde  der  hessischen Heilberufe mit den gesundheitspolitischen Vertretern  der Parteien im Vorfeld der Landtagswahl im Mai. Dabei betonten die  Politiker aller Parteien gleichermaßen, wie wichtig der Dialog mit den Körperschaften   sei,  um  die  Herausforderungen  im  Gesundheitswesen  zu bewältigen.  „Unabhängig  davon,  wie  sich  die  künftige  Landesregierung zusammensetzt, hoffen wir jetzt, dass die Politikerinnen und Politiker auch entsprechend  handeln  und  eine  konstruktive Zusammenarbeit entsteht“, so Pinkowski. Gesundheitsversorgung sei schließlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

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