Thüringen05.04.2019

Mehr Medizinstudienplätze in Thüringen - Jetzt!

Weimar/Jena - Die Standesvertretungen der Thüringer Ärzteschaft fordern die politischen Parteien auf, in ihren  Wahlprogrammen die Erhöhung der Medizinstudienplätze in Thüringen zwingend aufzunehmen. „Die Ärzteschaft Thüringens wird die Wahlprogramme der Parteien an diesem Punkt messen. Es ist fünf nach zwölf für Thüringen, endlich mehr Mediziner  auszubilden.“, so Ellen Lundershausen, Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen.

Thüringen ist bereits jetzt in der Medizinerausbildung abgehängt. Während andere Bundesländer um uns herum (Sachsen,  Hessen, Bayern) bereits mehr Studienplätze und Fakultäten für Medizin aufbauen, glaubt Thüringen dies nicht tun zu müssen.  Jedoch werden derzeit weniger Mediziner in Deutschland ausgebildet, als in der Vergangenheit. Nach der Wende verfügte  Gesamtdeutschland über etwa 16.000 Studienplätze. Heute sind es nur noch 9.500! Und dies angesichts einer zunehmend  älteren Bevölkerung und einer auch daraus folgenden höheren Frequenz der Arztkontakte. Wer glaubt, dass in Zeiten des  Arztmangels die in anderen Bundesländern mehr ausgebildeten Mediziner später zu ihrer Tätigkeit nach Thüringen kommen,  irrt. Mediziner bleiben nach wissenschaftlichen Untersuchungen in der Nähe ihrer Uni! Wenn Thüringen bei der medizinischen  Versorgung nicht abgehängt werden will, muss es jetzt mehr Medizinstudienplätze schaffen.

„Der Verweis auf die lange Ausbildungszeit eines Mediziners kann nicht zur Ablehnung dieser Forderung führen, wie dies zum  Teil derzeit aus dem Thüringer Wissenschaftsministerium erfolgt. Man kann die Kassenärztliche Vereinigung nicht mit dem Sicherstellungsauftrag der ärztlichen Versorgung auf dem Lande allein lassen und im Gegenzug nicht mehr Mediziner  ausbilden. Wir müssen jetzt beginnen!“, so Annette Rommel, 1. Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen.

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