Schleswig-Holstein13.09.2018

Neuer Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein

Bad Segeberg - Dr. Henrik Herrmann ist neuer Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Er löst Dr. Franz Bartmann ab, der nach 17 Jahren an der Spitze der Ärztekammer nicht erneut kandidiert hatte. Herrmann ist 59 Jahre alt, war lange Jahre Chefarzt am Westküstenklinikum Brunsbüttel und seit 2013 Vizepräsident der Kammer im Norden. Neue Vizepräsidentin ist die Flensburger Anästhesistin Dr. Gisa Andresen.

Im siebenköpfigen Vorstand sind künftig aus dem Klinikbereich auch die Lübecker Herzchirurgin Dr. Doreen Richardt und die Kieler Chirurgin Dr. Sabine Reinhold vertreten. Erfahrungen im ambulanten Bereich haben der hausärztliche Internist Dr. Svante Gehring aus Norderstedt, der Allgemeinmediziner Mark Weinhonig aus Niebüll und Chirurg Dr. Thomas Schang aus Eutin. Schang ist zugleich Vorsitzender des Dachverbandes der Praxisnetze in Schleswig-Holstein, Gehring ist erster Sprecher der Ärztegenossenschaft Nord. Alle Bewerber um die Vorstandsposten setzten sich bei der Wahl gegen mindestens einen weiteren Kandidaten durch. Herrmann kündigte an, die Ärztekammer in ihren Kernkompetenzen stärken zu wollen. Er will sich für eine neue Weiterbildungskultur und für interprofessionelle Fortbildungen einsetzen. Gefordert sieht er die Kammer auch im Spannungsfeld zwischen Medizin und Ökonomie. „Arzt muss immer ein freier Beruf bleiben und sich immer primär um den Patienten kümmern und eben nicht nur Ökonomie, Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit“, sagte Herrmann.

In Versorgungsfragen setzt Herrmann auf Mitgestaltung durch die Ärzte und ihre Institutionen. „Ich weiß, dass Wandel nicht einfach ist. Aber wer, wenn nicht wir als Ärztinnen und Ärzte können diesen Wandel entscheidend mitgestalten“, sagte Herrmann. Gelingen soll dies durch Überwindung der Sektoren, regen Austausch mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen, durch Delegation und Digitalisierung. Zu diesem Punkt stellte er klar: „Die personalisierte und die smarte Medizin über Smartphones werden in einigen Jahren Realität sein – diese Realität werden wir als Ärztekammer mitgestalten.“

Weitere Ziele des neuen Präsidenten sind ein verstärktes Einbringen der Kammer-Expertise in öffentliche Gesundheitsdiskussionen und ein intensiverer Diskurs in der Kammerversammlung. „Es geht um bessere Kommunikation, um mehr Transparenz.“ Seinen bisherigen Vorsitz im Landesverband des Marburger Bundes will Herrmann aufgeben.

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