Niedersachsen07.06.2019

Niedersachsen: Die Therapie bei Demenz muss flexibel und individuell sein

Hannover/Langeoog - „Zu Beginn einer Demenzerkrankung steht oft eine Depression im Vordergrund“, erklärt Prof. Hager den Teilnehmern seines Seminars „Demenz – Aktuelles und Wissenswertes aus 28 Jahren Gedächtnissprechstunde“. Im frühen Stadium einer Demenzerkrankung führt das Erkennen des Patienten, dass der Alltag ihm entgleitet, häufig zu depressiven Symptomen, die medikamentös behandelt werden können. „Im weiteren Verlauf einer Demenz treten dann aber andere Medikamente an ihre Stelle“, betont der Geriater.

Eine besondere Schwierigkeit bei der Behandlung von Demenzkranken ist es, auf die sich im Verlauf des Voranschreitens der Erkrankung ändernden Bedürfnisse und Behandlungsmöglichkeiten einzugehen. „Die Therapie einer Demenz beschränkt sich nicht nur auf die Frage, ob Antidementiva gegeben werden oder nicht“, sondern muss stadiengerecht die vorhandenen Hilfemöglichkeiten einsetzen. „Jeder Verlauf ist anders. Manchmal wird auch der stark belastete Angehörige zum Patienten“, verdeutlicht Hager. Selbst der in seiner Kompetenz weitgehend eingeschränkte, schwer demente Patient könne – zum Beispiel durch nonverbale Kommunikation – seinen Willen zum Ausdruck bringen. „Wichtig ist die Bereitschaft, diesen Demenzpatienten verstehen zu wollen und offen für seine Signale zu sein“, betont Hager.

Seit bereits 67 Jahren veranstaltet die Ärztekammer Niedersachsen ärztliche Fortbildungen auf der Nordseeinsel Langeoog. Aufgeteilt auf vier Themenwochen besuchen um Pfingsten herum jährlich rund 1.500 Ärztinnen und Ärzte die Insel, um sich in den verschiedensten Bereichen fortzubilden. Vom 3. bis zum 7. Juni findet in diesem Jahr die Woche der Praktischen Medizin statt, deren Leitthema „MEDIZINETHIK und PRAKTISCHE MEDIZIN“ lautet.

www.aekn.de