Niedersachsen18.10.2018

Niedersachsen: Grippeimpfung kann Leben retten

Impfung schützt Risikogruppen vor Infektion / Impfrate von drei Vierteln ist wünschenswert

Hannover - „Grippe ist eine unterschätzte Erkrankung“, erklärt Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen. „Vor allem bei Kleinkindern und Senioren verläuft eine Influenzainfektion oft schwer und kann sogar tödlich enden“, warnt die Internistin.

Die Grippeimpfung ist trotz der von Saison zu Saison unterschiedlichen Wirksamkeit die wichtigste Schutzmaßnahme gegen eine Infektion. In Deutschland sind insgesamt jedoch zu wenige Menschen geimpft: bei Senioren über 60 Jahren, deren Risiko am höchsten ist, infolge einer Grippeinfektion zu versterben, hat nur ein gutes Drittel eine Impfung erhalten. „Sinnvoll ist laut EU-Gesundheitsbehörden jedoch eine Impfrate von drei Vierteln“, betont Wenker. 

Die Grippewelle im Winter 2017/18 ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) die stärkste seit 2001 gewesen. Mit geschätzten neun Millionen influenzabedingten Arztbesuchen in ganz Deutschland waren es zwei Millionen mehr als in den ebenfalls starken Grippesaisons 2012/13 und 2014/15. „Umso wichtiger ist es, sich für die kommende Grippesaison zu wappnen und eine Grippeimpfung vornehmen zu lassen“, erklärt die Ärztekammerpräsidentin. Ab diesem Jahr können auch gesetzlich Versicherte regulär mit dem Vierfach-Impfstoff vor einer Infektion geschützt werden. „Dies könnte die Impfbereitschaft zusätzlich erhöhen“, hofft Wenker. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeschutzimpfung für alle Personen über 60 Jahren, für chronisch Kranke aller Altersstufen, für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal.

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