Niedersachsen25.03.2019

Niedersachsen: „Um die Tuberkulose auszumerzen, brauchen die Gesundheitsämter mehr Personal“

Welttuberkulosetag am 24. März 2019: Ärztekammerpräsidentin und Lungenfachärztin Dr. med. Martina Wenker fordert, die Gesundheitsämter bei der Früherkennung von Tuberkulose-Erkrankungen zu stärken

Hannover - Niedersachsen liegt mit seiner Neuerkrankungsrate zwar unter dem Bundesdurchschnitt. Trotzdem wurden 2018 wieder 410 neue Tuberkulosefälle und damit wesentlich mehr als im Vorjahr registriert. 2017 hatte es nur 348 neue Ausbrüche der bakteriellen Infektionskrankheit gegeben. Diese hohen Erkrankungsraten müssten aber nicht der Fall sein – angesichts der zur Verfügung stehenden potenten Verfahren zur Diagnose und Therapie, sagte Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und Lungenfachärztin, anlässlich des Welttuberkulosetags am 24. März.

Ein maßgeblicher Einfluss bei der Eindämmung der Tuberkulose kommt hierzulande den Gesundheitsämtern zu. Zu ihrer Aufgabe gehört es, im Umfeld von Patienten weitere erkrankte oder infizierte Personen zu identifizieren und damit die Ausbreitung der meist als Lungentuberkulose auftretenden Krankheit zu verhindern. „Die stark unterbesetzten Gesundheitsämter müssen daher dringend personell besser ausgestattet werden“, forderte Wenker. Denn nur so sei das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu erreichen, die Tuberkulose bis zum Jahr 2050 zu eliminieren. Allein die eingehende Aufklärung etwa durch Ärztinnen und Ärzte des Gesundheitsamtes ermöglicht es potenziell infizierten Menschen, die im Anfangsstadium der Erkrankung zunächst auftretenden unspezifischen Symptome wie einen lang anhaltenden Husten, Gewichtsabnahme, Müdigkeit und Nachtschweiß mit der Krankheit in Verbindung zu bringen. Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) weist allerdings ebenfalls auf einen drastischen Personalmangel in den Gesundheitsämtern hin. So sei die Gesamtzahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern in den vergangenen 18 Jahren um ein Drittel zurückgegangen.

www.aekn.de