Nordrhein23.05.2019

Nordrhein: Impfungen schützen das Leben. Lassen Sie sich jetzt kompetent beraten!

Gemeinsamer Appell der Apotheker- und Ärzteschaft im Rheinland

Düsseldorf - Einen gemeinsamen Impfappell richten Ärzte- und Apothekerschaft an die Bevölkerung im Rheinland. „Impfen gehört zum Besten, was je für die Gesundheit entwickelt wurde. Denn wer erfolgreich geimpft ist, wird erst gar nicht krank und trägt zugleich zum Schutz der Menschen in seiner Umgebung bei“, heißt es in einer heute (Donnerstag, 23. Mai) in Düsseldorf veröffentlichten Erklärung der Apothekerkammer Nordrhein und der Ärztekammer Nordrhein.

„Leider gibt es immer noch Impflücken, die beispielsweise zu Masernausbrüchen bis hin zu vermeidbaren Todesfällen führen“, so die Kammerpräsidenten. „Es ist deswegen gut, dass der Gesetzgeber im Fall der Masern gegen Nachlässigkeit und fehlinformierte Impfskepsis vorgehen will. Davon unabhängig bleibt es unser gemeinsames Ziel, die Menschen in unserem Kammerbereich auch vor allen anderen Erkrankungen zu schützen, die mit Impfungen verhindert werden können. Wir rufen dazu auf, den Impf-Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts konsequent zu folgen“, so der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, und der Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, Lutz Engelen.

„Wir wissen, dass es zu diesem Thema viele Fragen gibt:“, so die Kammerpräsidenten weiter, „‚Welche Impfungen sind für mich richtig?‘ ‚Was ist gut für mein Kind?‘ ‚Kann ich mich darauf verlassen, dass der Impfstoff in Ordnung ist?‘ ‚Muss ich mir Sorgen wegen eventueller Nebenwirkungen machen?‘ Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker beraten zu diesen Anliegen mit ihrem ganzen Fachwissen und mit dem Blick auf die individuelle Situation des einzelnen Menschen. Es ist wichtig, dass der Gesetzgeber gute Rahmenbedingungen für diese höchstpersönlichen Beratungsleistungen schafft.

Dabei sind sich Apotheker- und Ärzteschaft im Rheinland einig, dass jede Berufsgruppe ihre besondere Kompetenz einbringt. Der Schlüssel liegt in der Stärkung dieser Kompetenzen und nicht in einer unsachgemäßen Vermischung von Aufgaben. „Die klassische Arbeitsteilung unserer Heilberufe zum Wohle der Patienten hat sich bewährt“, meinen die Kammerpräsidenten Engelen und Henke. Impfungen müssten daher auch künftig bei Ärztinnen und Ärzten stattfinden, genauso wie Apothekerinnen und Apothekern als Experten für Arzneimittel das Recht zur Abgabe apothekenpflichtiger Humanarzneimittel (Dispensierrecht) im heutigen Umfang erhalten bleiben müsse. „Wir brauchen keine Impfungen in Apotheken und kein Dispensierrecht für die Ärzteschaft“, so Henke und Engelen. „Was wir stattdessen brauchen sind für beide Berufe faire Rahmenbedingungen und eine Förderung ihrer Beratungstätigkeit“.

Sorge bereitet den beiden Kammerpräsidenten in diesem Zusammenhang die zunehmende Kommerzialisierung und Konzernbildung im Gesundheitswesen. „Wir fordern ein entschiedenes Vorgehen der Politik gegen alle Tendenzen, das Agieren kommerziell getriebener Großkonzerne an die Stelle der freiberuflich verantworteten Sorge für die Gesundheit zu setzen.“, so Engelen und Henke. Denn Kommerzialisierung und Konzernbildung im Gesundheitswesen gefährden die Garantenstellung der akademischen Heilberufe mit ihrer hohen persönlichen Verantwortung und ihrer patientenorientierten Beratungskompetenz. Das Vertrauen der Bevölkerung in diese Garantenstellung ist jedoch der Schüssel für eine gute Gesundheitsversorgung – das gilt beim Thema Impfen wie bei vielen anderen Themen.“

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