Nordrhein26.11.2018

Nordrhein: Kinder und Schwangere vor Passivrauchen im Auto schützen und Werbeverbot für Tabak umsetzen

Düsseldorf - Die Ärztinnen und Ärzte im Rheinland setzen sich für ein Rauchverbot in Kraftfahrzeugen ein, wenn dort Kinder  oder Schwangere mitfahren. „Die Konzentration vieler schädlicher Inhaltsstoffe ist sogar in dem Rauch, der an die Umgebung  abgegeben wird, höher als im aktiv inhalierten Tabakrauch“, heißt es in einer heute (Samstag, 24. November) verabschiedeten  Resolution der Delegierten der Kammerversammlung.

„Kinder sind als Passivraucher besonders gefährdet, da sie eine wesentlich höhere Atemfrequenz haben als Erwachsene und  daher wesentlich mehr Schadstoffe aufnehmen als ein passivrauchender Erwachsener. Außerdem ist ihr Entgiftungssystem  noch nicht ausgereift “, sagte Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein. In zahlreichen Studien sei nachgewiesen  worden, so Henke, dass die Konzentration der Tabakrauchpartikel im Fahrzeuginneren aufgrund des geringeren Raumvolumens  rapide ansteige und selbst bei leicht geöffnetem Fenster Werte ähnlich jenen in Raucherkneipen erreicht  würden. Kinder, die wiederholt Tabakqualm ausgesetzt seien, hätten ein erhöhtes Risiko für Beschwerden und Erkrankungen  der Atemwege, eine beeinträchtigte Lungenfunktion und Mittelohrentzündungen, so der Präsident.

Das „rheinische Ärzteparlament“ hat den Deutschen Bundestag zudem aufgefordert, den Gesetzentwurf für ein  Tabakwerbeverbot endlich zu einer Entscheidung zu bringen. Deutschland hatte sich bereits 2003 verpflichtet, eine entsprechende EU-Richtlinie zur Tabakwerbung umzusetzen. „Kinder und Jugendliche sollten möglichst in einer Umwelt  aufwachsen, in der das Nichtrauchen der Normalzustand ist und in der sie auch nicht durch Werbung zum Rauchen animiert  werden“, heißt es in der Resolution.

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