Nordrhein26.11.2018

Nordrhein: Pränatale Bluttests: Werdende Eltern brauchen psychosoziale Beratungsangebote

Düsseldorf - Werdende Eltern müssen eine informierte Entscheidung darüber treffen können, ob sie dem Einsatz sogenannter  nicht-invasiver Pränataldiagnostik in Kenntnis aller möglichen Konsequenzen zustimmen wollen. Dafür hat sich heute (Samstag,  den 24. November) die rheinische Ärzteschaft auf ihrer Kammerversammlung ausgesprochen. Das Vorhandensein  früher und risikoarmer Pränataltests dürfe nicht zu einem gesellschaftlichen Erwartungsdruck führen, diese Tests als werdende  Eltern nutzen zu müssen, heißt es in einer in Düsseldorf verabschiedeten Resolution.

Hintergrund der Resolution ist die Diskussion um die Aufnahme eines vorgeburtlichen Bluttests auf Trisomie 21 in den  Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Der ethischen und psychosozialen Beratung in der Schwangerenvorsorge, so die rheinischen Ärztinnen und Ärzte, müsse ausreichend Raum gegeben werden, und das in  ausreichendem zeitlichen Abstand zu einer möglichen Inanspruchnahme von Tests wie jenem auf Trisomie 21.

Eine generelle öffentliche Debatte, bei der auch und gerade Vertretungen von Menschen mit Behinderung einbezogen werden  müssten, sei dringend notwendig, da sich schon heute abzeichne, dass der aktuell diskutierte Bluttest auf Trisomie 21 nur am  Anfang einer Reihe von neuen molekulargenetischen Untersuchungsmethoden stehe. „Weil hier fundamentale ethische  Grundlagen unserer Gesellschaft berührt sind, wird nach sorgfältiger Abwägung abschließend der Gesetzgeber gefordert sein,  die Grenzen und Bedingungen der Pränataldiagnostik zu definieren“, heißt es in der ausführlichen Begründung.

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