Nordrhein26.11.2018

Nordrhein: Praxismanagement und Sprechstundenorganisation gehören in ärztliche Hand

Düsseldorf - Die rheinische Ärzteschaft begrüßt, dass die große Koalition mit dem Entwurf eines Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) Verbesserungen in der ambulanten Versorgung erreichen möchte. So stellt die Koalition mit dem  Gesetz wesentliche Weichen für die von der Ärzteschaft geforderte sektorenübergreifende Akut- und Notfallversorgung.

„Eine wirkliche Verbesserung der ambulanten Versorgung kann jedoch nur erreicht werden, wenn der Gesetzgeber für die  erforderlichen Ressourcen sorgt und die ärztliche Freiberuflichkeit konsequent stärkt, statt sie durch neue Reglementierungen  weiter einzuschränken“, heißt es in einer heute verabschiedeten Resolution. Aus Sicht der Delegierten ist es widersprüchlich, einerseits einen Ärztemangel in der ambulanten Versorgung zu beklagen und andererseits durch immer kleinteiligere  Regulierung die Attraktivität der ambulanten ärztlichen Tätigkeit zu beschädigen.

Die Kammerversammlung fordert daher die schwarz-rote Koalition dazu auf, auf die mit dem TSVG geplanten Eingriffe in die  Sprechstundengestaltung zu verzichten. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte kämen schon jetzt auf 50 und mehr Wochen- Stunden. Eine Anhebung der Präsenzzeit auf 25 Stunden sei daher nicht erforderlich und werde lediglich zu „mehr  Kontrollbürokratie und enttäuschten Erwartungen in der Bevölkerung führen“. Auch die Einführung einer verpflichtenden offenen  Sprechstunde pro Tag sei falsch. „Dort, wo solche Sprechstunden sinnvoll sind, bieten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sie bereits heute an.“

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