Rheinland-Pfalz03.05.2021

Rheinland-Pfalz: Landesärztekammer kritisiert Pläne zur Zerschlagung der Führungsstrukturen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr

Mainz - Die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz sieht mit großer Sorge die Absicht der Bundeswehr, den Sanitätsdienst als bislang eigenständigen Organisationsbereich aufzulösen und sanitätsdienstliche Truppenteile den Divisionen zu unterstellen. Laut aktuellen Medienberichten soll Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer entsprechende Eckpunkte für eine solche Bundeswehr-Reform in Kürze vorstellen.

Seit Aufstellung des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr läuft dessen Gesundheitsversorgung erfolgreich in einer Hand. Eine Zersplitterung der Zuständigkeiten für den bislang gut funktionierenden Sanitätsdienst wäre für das sektorenübergreifende Versorgungssystem absolut kontraproduktiv und schädlich im Hinblick auf die gesundheitliche Versorgung sowohl der Soldatinnen und Soldaten als auch der gesamten Bevölkerung, warnt der Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Dr. Günther Matheis. Eine Zuordnung von Teilen des Sanitätsdienstes zum Heer würde die Effizienz und Qualität der sanitätsdienstlichen Versorgung konterkarieren.

Bereits jetzt ist das öffentliche und zivile Gesundheitswesen eng mit dem Sanitätsdienst der Bundeswehr verbunden und kann auch auf dessen Unterstützung besonders in Notsituationen nicht verzichten - wie etwa in der Ebola-Krise 2014 sowie ganz besonders seit mehr als einem Jahr während der Corona-Pandemie.

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr ist tief integriert in die zivile Gesundheitsversorgung. Und wie wichtig es ist, sanitätsdienstliche Leistungen weiterhin in einer fachlichen Führung zu belassen, beweist sich gerade in Pandemiezeiten. Durch flexibel einsetzbare Kräfte des Fachdienstes konnte der Sanitätsdienst in eigener Verantwortung seine Bundeswehrkrankenhäuser und Regionalen Sanitätseinrichtungen personell wie materiell unterstützen. Ferner hilft der Sanitätsdienst bei der Impfkampagne und in Teststationen. Diese Flexibilität ist aber nur leistbar, weil der Fachdienst zentral geführt wird.

Eine mögliche Zerschlagung und Zergliederung dieser bewährten und hilfreichen Struktur lehnt die Landesärztekammer daher ab, damit der Zentrale Sanitätsdienst auch weiterhin ein verlässlicher Versorgungspartner bleibt – auch und besonders für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung.

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