Saarland23.04.2018

Saarland: Dr. Mischo: „Impfstatus überprüfen lassen!“


Saarbrücken - Anlässlich der diesjährigen Europäischen Impfwoche, die am heutigen Montag, 23. April 2018, beginnt, ruft die Ärztekammer die Saarländerinnen und Saarländer auf, ihren Impfstatus überprüfen zu lassen und eventuell fehlende Impfungen nachzuholen.

„Impfen ist eine der bedeutenden Errungenschaften der Medizin. Es ist weiterhin vordringlich, den Impfschutz der Bevölkerung auszubauen“, betont der Präsident der Ärztekammer des Saarlandes, Sanitätsrat Dr. Josef Mischo. Wer sich impfen lasse, zeige damit nicht nur Verantwortungsgefühl für sich selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft. Denn wer fahrlässig eine Impfung ablehne, gefährde auch die, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden könnten.


Zwar sei die Impfbereitschaft in Deutschland, wie auch im Saarland, grundsätzlich recht hoch. „Dennoch gibt es große Impflücken bei einzelnen Erkrankungen. Ebenso ist bei verschiedenen Altersgruppen fraglos eine gewisse Impfmüdigkeit zur erkennen“, erklärt Dr. Mischo. 

Schwerpunkt Masern

Die Europäische Impfwoche steht aktuell im Zeichen der Impfkomplettierung von MMR, weil die Masern in Europa nach wie vor ein ernstes Problem darstellen.Mit fast 1.000 Masernfällen im Jahr 2017 war Deutschland in der EU neben Rumänien, Italien und Griechenland eines der Länder mit den höchsten Erkrankungszahlen. Damit wurde die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angestrebte Ausrottung der Masern hierzulande nicht erreicht.

„Dabei sei Masern keine harmlose Kinderkrankheit“, betont Kammerpräsident Mischo. Sie ist extrem ansteckend und kann sich zu einer schweren Systemerkrankung entwickeln. Kinder unter fünf und Erwachsene über 20 Jahren haben dabei das größte Risiko für schwerwiegende Folgen.

„Einen vollständigen Impfschutz (zweite Impfung bis zum 24. Lebensmonat) hatten im Saarland 2015 nur circa 76 % der Kleinkinder erreicht“, berichtet Dr. Josef Mischo. Der Bundesdurchschnitt liegt bei knapp 74 %.

Weitere Informationen zur Impfwoche:

Mit der Europäischen Impfwoche (EIW) wird die zentrale Botschaft ver-mittelt, dass die Impfung eines jeden Kindes entscheidend für die Verhü-tung von Krankheiten und den Schutz von Menschenleben ist. Mit dem Motto – „Vorbeugen. Schützen. Impfen.“ – wird diese Botschaft in alle Teile der Europäischen Region getragen.

Die Zielsetzung der EIW besteht darin, durch Sensibilisierung von Eltern und Betreuern, Gesundheitsberufen, politischen Entscheidungsträgern und Medien für die Bedeutung von Impfungen höhere Durchimpfungsraten zu erreichen.

Regionsweite Initiative

Das WHO-Regionalbüro für Europa hat die Federführung für die EIW inne, und alle Mitgliedsstaaten in der Europäischen Region sind zur Teilnahme eingeladen. Die Durchführung der EIW wird von einer Reihe von Partnern aus den Ländern und der Region unterstützt, zu denen das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gehören.

www.aeksaar.de