Saarland15.02.2021

Saarland: „Gemeinsam gegen Sepsis – Früherkennung rettet Leben“

Netzwerk „Patientensicherheit für das Saarland“ unterstützt die Kampagne des Aktionsbündnis Patientensicherheit

Saarbrücken - 3 Sekunden stirbt weltweit ein Mensch an Sepsis. Mehr als 6 Millionen Kinder und 100.000 Mütter pro Jahr fallen dieser Krankheit zum Opfer. „Sepsis ist eine der weltweit häufigsten Erkrankungen. Sie wird aber gleichzeitig von der Öffentlichkeit am wenigsten wahrgenommenen“, sagt Kammerpräsident Sanitätsrat Dr. Josef Mischo.

„Das Aktionsbündnis Patientensicherheit Deutschland“ startet morgen gemeinsam mit den Partnern Sepsis-Stiftung, Sepsisdialog und Deutsche Sepsis-Hilfe eine bundesweite Kampagne zur Früherkennung von Sepsis. Daran beteiligt sich auch das Netzwerk „Patientensicherheit für das Saarland“, sagt Prof. Dr. Jörg Loth, Buchautor zur Patientensicherheit und Vorstand der IKK Südwest: „Wir wollen die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren und darauf aufmerksam machen, dass Sepsis auch im Saarland als Nummer 1 bei den vermeidbaren Todesursachen gilt. Wir erkennen, dass mit der sozio-demografischen Entwicklung auch die Zahl der Sepsis-Fälle zunimmt“, ergänzt Loth. „Das ist so nicht hinnehmbar“.

Die Schwere des Krankheitsbildes „Sepsis“ zeigt sich obgleich über die Jahre verbesserter Prognose in der immer noch sehr hohen Sterblichkeit: „Fast jeder zweite Patient verstirbt, betont Dr. Mischo.“ Allein in Deutschland sterben circa 70.000 Menschen pro Jahr an einer Sepsis, etwa ein Drittel bis zur Hälfte der erkrankten Patienten. Damit ist Sepsis die dritthäufigste Todesursache in Deutschland nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

In der Öffentlichkeit wird Sepsis oftmals sehr vereinfachend mit Blutvergiftung gleichgesetzt. Eine Sepsis entsteht, wenn bei einer Entzündung die körpereigene Abwehrreaktion, die eigentlich gegen die Infektion gerichtet ist, das eigene Gewebe und die eigenen Organe schädigt. Sepsis ist die häufigste Todesursache bei Infektionen.

Die Entzündung muss dabei keineswegs äußerlich sichtbar sein. Es kann sich auch um eine nicht sichtbare Infektion handeln, z. B. der Lunge oder von Niere und Blase. Gelingt es den Erregern der Infektion, sich im Körper auszubreiten, kommt es zu einer überschießenden Immunreaktion mit der Schädigung zahlreicher Organe. Wird diese Sepsis nicht rechtzeitig erkannt, kommt es zum Schock und letztlich zum Tod.

Die zügige Einleitung einer korrekten Behandlung kann die Todesrate halbieren. Es ist daher generell wichtig, die Symptome einer beginnenden Sepsis zu kennen und sich rechtzeitig in Behandlung zu begeben.

Warnzeichen, auf die Sie achten sollten, sind:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • starke Schmerzen
  • extremes Krankheitsgefühl
  • Verwirrtheit
  • schnelle Atmung
  • fleckige Haut an Armen / Beinen

Eine Sepsis kann in jedem Lebensalter auftreten. Zur Vorbeugung sind die bekannten Hygienemaßnahmen wichtig, insbesondere das regelmäßige und gründliche Waschen der Hände.  Mit Wunden und entzündeten Insektenstichen muss sorgfältig umgegangen werde. Im Zweifel soll eine ärztliche Behandlung erfolgen. Wenn Antibiotika verordnet sind, müssen diese korrekt eingenommen werden.

Weitere Informationen sind zu finden unter: www.aps-ev.de

www.aerztekammer-saarland.de