Saarland20.06.2018

Saarland: Impfschutz auf Reisen

Gesundheitstipps der Ärztekammer zur Urlaubszeit

Saarbrücken - Die Schulferien stehen der vor Tür, Tickets sind gebucht und die Koffer gepackt - doch bei aller Begeisterung auf den Urlaub wird häufig der dringend notwendige Impfschutz vergessen. Impfschutz gehört - wie der gültige Pass - zu den wichtigsten Reisevorbereitungen.

„Für einige Länder sind spezielle Impfungen sogar Pflicht. Welche Impfung notwendig ist, hängt vom Urlaubsziel ab. Der Hausarzt weiß, welcher Schutz dort erforderlich ist“, sagt Kammerpräsident San.-Rat Dr. Josef Mischo. Impfungen gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphtherie und eventuell auch Kinderlähmung (Polio) gehören auf jeden Fall zum Standard und sollten spätestens dann aufgefrischt werden, wenn die letzte Impfung länger als zehn Jahre zurückliegt. Diese Impfungen sind in der Regel kostenlos, spezielle Reise-Impfungen müssen vom Patienten allerdings selbst bezahlt werden - eine lohnende Investition, wenn man die Folgen einer Infektion bedenkt.

Für Reisen in tropische Regionen sind die Hepatitis A- und eventuell auch B-Impfungen (Gelbsucht) zu empfehlen. Die Hepatitisviren verursachen Leberentzündungen. Während Hepatitis A-Viren bereits über das Essen übertragen werden, erfolgt die Ansteckung mit Hepatitis-B durch Blut-zu-Blutkontakte oder sexuelle Kontakte. Bei Reisen unter sehr schlechten hygienischen Bedingungen ist eine Typhus-Impfung gegen diese bedrohliche Krankheit ratsam. Reiseziel, Reiseart, Aufenthaltsdauer und die hygienischen Verhältnisse können auch Impfungen gegen Tollwut, Cholera, Frühsommer-Meningoenzepahlitis (FSME) und Gelbfieber notwendig machen. Die Gelbfieber-Impfung ist nur bei zugelassenen Impfstellen möglich.

Gegen Malaria gibt es noch keine Impfung. Für einen Urlaub in Malariagebieten ist deshalb ein ausreichender Schutz umso wichtiger. Ein Parasit, der durch Mücken übertragen wird, löst die Infektion aus. Mückenschutz, Moskitonetze und körperbedeckende Kleidung gehören zu einer vollständigen Malariaprophylaxe. Medikamente gegen Malaria muss der Arzt verschreiben. Bei der Medikamentenwahl sind mögliche Resistenzen im Urlaubsland zu beachten.

Wer weit weg möchte, sollte mindestens sechs Wochen vor Abflug den Hausarzt aufgesucht haben. Ist der Termin vorbei oder eine Last-Minute-Reise gebucht, sollten Urlauber sich gegen einige Erkrankungen noch kurzfristig impfen lassen.

 

Reiseapotheke

Eine gut bestückte Reiseapotheke leistet bei kleineren Gesundheitsproblemen im Urlaub verlässliche Hilfe.  Hierzu gehören generell alle Medikamente, die zur Hausapotheke gehören, zudem erweitert um die Medikamente gegen typische Reisebeschwerden. Die Zusammenstellung hängt von der Reiseart und dem Reiseziel (medizinische Versorgung am Urlaubsziel) ab.

Die Reiseapotheke ist darüber hinaus wichtig, wenn es Vorerkrankungen gibt. Deswegen gilt auch hier generell, dass man sich mit dem Hausarzt besprechen sollte.

Grundsätzlich sollte eine Reiseapotheke enthalten:

  • Schmerztabletten / Kopfschmerzmittel / Fiebermedikamente
  • Hustensaft / -löser
  • Durchfall- / Übelkeitstabletten
  • Allergietabletten
  • Wund- / Brandsalbe / After Sun
  • Verbandsmaterial / Desinfektion
  • Fieberthermometer
  • Insektenschutzmittel

www.aeksaar.de