Saarland03.04.2019

Saarland: Offener Umgang mit Behandlungsfehlern unabdingbar

Behandlungsfehlerstatistik 2018: Zahl der Anträge konstant

Saarbrücken - Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler – auch in der Medizin. Hier können Komplikationen oder unerwünschte Behandlungsergebnisse vielfältige Ursachen haben. Vermutet ein Patient im Saarland, durch eine fehlerhafte ärztliche Behandlung einen Schaden erlitten zu haben, kann er dies seit 2014 durch die „Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern außergerichtlich und kostenfrei prüfen lassen.

„Eine fehlerfreie Medizin wird es nie geben können. Nichtsdestotrotz muss jeder Schadensfall Anlass sein, etwas besser zu machen. Weil hinter jedem Fall in der Statistik ein Schicksal steht“, sagt Kammerpräsident Sanitätsrat Dr. Mischo. Deshalb werde seit Jahren das systematische, interdisziplinäre Risiko- und Fehlermanagement weiterentwickelt. In vielen Einrichtungen des Gesundheitswesens, insbesondere in Krankenhäusern, sei dies inzwischen fester Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems. Dieses Engagement sei umso wichtiger, da sich die Rahmenbedingungen für Ärztinnen und Ärzte keineswegs verbesserten:  Die Ansprüche der Patienten an die Medizin wachsen, gleichzeitig erhöhe sich der ökonomische Druck.

Die Zahlen von 2018 für das Saarland:
 
•     Die Gesamtzahl der im vergangenen Jahr gestellten Anträge belief sich auf 143 und ist nahezu konstant mit der des Vorjahres (142). Der Durchschnitt die vergangenen Jahre liegt bei 139 Fälle.
•     Im Jahre 2018 wurden 65 Verfahren abgeschlossen. Die Zahl der begründeten Ansprüche (Behandlungs- bzw. Aufklärungsfehler und Kausalität bejaht) lag bei 23 (2017: 87 /19.) Annähernd zwei Drittel der Anträge sind damit unbegründet.
•     Die Auswertung der Behandlungsorte (Versorgungsebenen) zeigt, dass die Fälle mit 92,5 % aus dem Klinikbereich stammen, während der niedergelassene Bereich mit 7,5 % beteiligt war.
•     Insgesamt handelte es sich in den 65 entschiedenen Fällen um 80 Antragsgegner (Ärzte, Abteilungen), von denen 74 im Krankenhausbereich und 6 im niedergelassenen Bereich anzusiedeln waren.
•     Die häufigsten klinischen Diagnosen, die 2018 im Saarland zur Anrufung der Schlichtungsstelle führten, waren Arthrosen (8), sowie Leistenbrüche (3) und Hirninfarkt.

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