Sachsen-Anhalt06.11.2021

Sachsen-Anhalt: Risiken & Nebenwirkungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Magdeburg - Die Ärzteschaft in Sachsen-Anhalt warnt geschlossen vor einem drohenden Chaos bei der Digitalisierung in der Medizin. In der heutigen Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, die in Magdeburg stattfand, diskutierten die Delegierten über das schleppende Vorankommen der Digitalisierung in der Medizin. Am Ende forderten sie die Politik in einer Entschließung einstimmig dazu auf, die verpflichtende Einführung digitaler Anwendungen zu verschieben. „Digitalisierung kann und muss einen Mehrwert für Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Arzt darstellen. Eine Einführung unter Zwang, trotz aller technischen Probleme, wird die Akzeptanz digitaler Anwendungen auf ein Minimum reduzieren“, so Prof. Uwe Ebmeyer, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.

Die Digitalisierung in der Medizin, als Hauptprojekt des scheidenden Bundesgesundheitsministers, soll nach einem stringenten Zeitplan umgesetzt werden. Aktuell betrifft dies insbesondere die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und des elektronischen Rezeptes (eRezept). Bei Testphasen zu deren Funktionsfähigkeit wurden jedoch erhebliche Schwachstellen deutlich. Der Bundesgesetzgeber verlangt dennoch deren Umsetzung, was die Ärzteschaft in Sachsen-Anhalt deutlich kritisiert. „Ziel der Digitalisierung in der Medizin muss die Gewährleistung eines schnelleren Informationsflusses, vereinfachte Arbeitsabläufe und eine Entbürokratisierung sein. Dies zu gewährleisten, konnte bisher nicht umgesetzt werden. Es bedarf Unterstützung bei der Umsetzung und keine Sanktionen in Form von Kürzungen!“, so der Kammerpräsident. Er nimmt dabei darauf Bezug, dass Ärztinnen und Ärzten Sanktionen drohen, wenn diese die digitalen Anwendungen nicht umsetzen und dies, obwohl die technischen Probleme nicht gelöst sind. „Ärztinnen und Ärzte haben in der Pandemie Außerordentliches geleistet und zugleich ihren Teil dazu beigetragen, die Voraussetzungen für die digitalen Anwendungen zu schaffen. Die technischen Probleme haben Sie nicht in der Hand. Wer der Ärzteschaft nun mit Sanktionen droht, dem werfe ich mangelnde Sachkenntnis und Wertschätzung unserer Arbeit vor“, so Ebmeyer weiter.

Die Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt hat die folgende Resolution einstimmig verabschiedet:

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