Sachsen24.01.2019

Sachsen: WHO ordnet Impfgegner als globale Bedrohung ein

Sächsische Landesärztekammer plädiert für Impfpflicht in Kindergärten und Schulen

Dresden - Laut WHO werden jährlich zwei bis drei Millionen Todesfälle durch Impfungen verhindert, jedoch gibt es immer noch 1,5 Millionen Menschen, die durch fehlende Immunisierung sterben müssen. Deshalb stehen Impfgegner zusammen mit der Luftverschmutzung, Ebola-Viren, Antibiotikaresistenten Keimen und anderen Problemen auf der Liste der zehn Bedrohungen für die globale Gesundheit im Jahr 2019. 
 
Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck sagte bereits 2017: „Impfungen stellen eine besondere Errungenschaft der Medizin dar, denn ohne sie gäbe es immer noch solche tödlichen Krankheiten wie Pocken, Kinderlähmung und viele andere, die eine hohe Kindersterblichkeit verursachen. Deshalb ist die Aufklärung über Schutzimpfungen besonders wichtig".
 
Schon seit 2006 plädiert die Sächsische Landesärztekammer dafür, dass in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kindergärten und Schulen, nur Kinder aufgenommen werden dürfen, die einen vollständigen Impfstatus laut §20 (3) IfSG vorweisen können. Dies gilt nicht für Kinder, die durch ein ärztliches Attest eine Kontraindikation nachweisen können.
 
Masern sorgten in Europa in der ersten Jahreshälfte von 2018 für Aufsehen. Es infizierten sich 41.000 Kinder und Erwachsene mit dieser Krankheit. Selbst der bis dato höchste Wert mit 23.927 Fällen pro Jahr (2017) wurde überschritten.  Im weltweiten Vergleich konnte ein Anstieg um 30 Prozent festgestellt werden. Trotz dieser Zahlen gibt es immer noch eine mangelnde Impfbereitschaft. Die daraus resultierende Bedrohung sorgt für eine Gefährdung der bisher erreichten Fortschritte und kann sogar zu einem Neubefall in Ländern bzw. Gebieten führen, in denen Masern als bereits ausgerottet gelten.
 
Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung tritt die höchst ansteckende Masererkrankung am häufigsten im Jugend- bzw. jungen Erwachsenenalter auf. Dabei ist eine Prävention durch Immunisierung im Vergleich zur entsprechenden Krankheit verhältnismäßig günstig und man bekommt oftmals nur abgeschwächte grippeähnliche Symptome (Temperaturerhöhung, Kopfschmerzen, Mattigkeit usw.) sowie eine eventuelle Rötung oder Schwellung der Einstichstelle. Die eigentliche Krankheit kann durch auftretende Komplikationen zu geistigen Behinderungen, Lähmungen oder gar zum Tod führen.
 
Ihren aktuellen Impfstatus können Bürgerinnen und Bürger anhand ihrer Impfdokumente beim Hausarzt oder dem Gesundheitsamt feststellen lassen. Des Weiteren bietet die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts einen jährlich angepassten Impfkalender an, welcher sich nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin richtet.