Schleswig-Holstein17.09.2020

Schleswig-Holstein: Zum Wohle des Patienten

Bad Segeberg - Eine umfassende Untersuchung mit konkretem Befund und eine davon abgeleitete Behandlung, die rasch anschlägt. So lautet wohl der optimale Ablauf, den sich ein Patient bei seinem Besuch in der Praxis oder dem Krankenhaus wünscht. Dass sich die Behandlung eines Patienten nicht immer oder gar automatisch so einfach gestaltet, darauf will unter anderem der Welttag der Patientensicherheit hinweisen.

Doch wie lässt sich die Patientensicherheit nachhaltig auf hohem Niveau halten? Durch kontinuierliches Lernen einerseits, aber auch die Sicherstellung und Erhaltung der eigenen Leistungsfähigkeit, meint die Ärztekammer Schleswig-Holstein (ÄKSH). So ist auch im Genfer Gelöbnis, dem moralischen Codex der Ärzteschaft der Passus aufgenommen worden, der da heißt: „Ich werde mein medizinisches Wissen zum Wohle der Patientin oder des Patienten und zu Verbesserung der Gesundheitsversorgung teilen. Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlergehen und meine Fähigkeiten achten, um eine Behandlung auf höchstem Niveau leisten zu können.“

Aus Fällen lernen
„Ärztliche Bildung ist niemals abgeschlossen“, so Prof. Henrik Herrmann, Präsident der ÄKSH. Damit ein Arzt gut behandeln kann, ist ein ständiger Abgleich der eigenen Fertigkeiten und Kenntnisse mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen notwendig, um die medizinische Indikationspräzision und die Behandlungsmöglichkeiten aktuell zu halten. Dazu gehören z. B. auch interne Morbiditäts- und Mortalitäts- wie auch Fehlerkonferenzen. Dabei werden rückblickend Fälle mit Ärzten und anderen Gesundheitsberufen kritisch durchleuchtet und auf eine schlüssige Behandlung nach qualitativen Maßstäben analysiert.

Außerdem können Peer-Reviews durchgeführt werden, bei denen sich Experten gegenseitig besuchen, ausgewählte Patientenakten prüfen und gemeinsam im kollegialen Dialog Verbesserungen ableiten. Entsprechende Curricula seitens der Ärztekammern liegen vor. "Grundvoraussetzung sind jedoch sichere, gute Arbeitsbedingungen von Ärztinnen und Ärzten und allen Mitarbeitern im Gesundheitswesen und ein offener kritikfähiger Umgang miteinander“, so der Kammerpräsident.

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