Niedersachsen13.06.2018

Tag des Cholesterins am 15. Juni: Ärztekammer Niedersachsen warnt vor Verharmlosung

Hannover - „Herz-Kreislauf-Erkrankungen und insbesondere die koronare Herzkrankheit (KHK) haben in den westlichen Industrienationen die Infektionskrankheiten als häufigste Todesursache abgelöst“, sagt Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer. Zu den Risikofaktoren von KHK, die häufig zu einem Herzinfarkt führen, zählt auch ein erhöhter Cholesterinspiegel.

„Ein hoher LDL-Cholesterinspiegel korreliert, vor allem bei jüngeren Männern bis zu einem Alter von etwa 45 Jahren, mit einem erhöhten Auftreten von koronaren Herzerkrankungen“, mahnt die Fachärztin für Innere Medizin. Laut einer aktuellen Auswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse waren 2016 bundesweit mehr als 365.000 Versicherte von einer sogenannten Hypercholesterinämie, also einem zu hohen Cholesterinspiegel, betroffen. Das sind 23 Prozent mehr als noch im Jahr 2006. Auch in Niedersachsen sind die Zahlen gestiegen: um 18 Prozent auf 18.000 Erkrankte.

„Gesunde Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, aber einen erhöhten Cholesterinwert haben, können mit einer ausgewogenen Ernährung und aktiven Lebensweise gegensteuern“, erklärt ÄKN-Vizepräsident Marion Charlotte Renneberg. „Sobald aber ein erhöhter Cholesterinwert mit Risikofaktoren für Herzinfarkt oder Schlaganfall einhergeht, sollte eine medikamentöse Behandlung geprüft werden“, betont die Hausärztin. Als Risikofaktoren nennt Renneberg unter anderem starkes Übergewicht, Diabeteserkrankungen, erhöhten Blutdruck, Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) sowie angeborene Fettstoffwechselstörungen wie die familiäre Hypercholesterinämie.

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