Westfalen-Lippe01.12.2020

Westfalen-Lippe: ÄKWL fordert Stärkung des ÖGD durch eine Stiftungsprofessur an der Universität Bielefeld – Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst

Münster - Die Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen aufgefordert, im Rahmen der Umsetzung des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) eine Stiftungsprofessur für fünf Jahre an der Universität Bielefeld einzurichten. Diese soll zur Stärkung der wissenschaftlichen Arbeitsgrundlagen des ÖGD, zur Verankerung von universitärer Forschung und Lehre zu ÖGD-spezifischen Themengebieten sowie zur wissenschaftlichen Analyse und Bewertung des regionalen pandemischen Ausbruchsgeschehens unter besonderer Berücksichtigung der Erfordernisse des ÖGD beitragen.

Bund und Länder seien sich im Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst einig, dass die Verbindung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes mit der Wissenschaft sowohl in der Fort-, Aus- und Weiterbildung als auch in der Forschung vertieft werden solle, heißt es in dem Antrag.

„Die frühzeitige Verankerung einer ÖGD-spezifischen Professur an der neuen Medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld bietet die einmalige Möglichkeit, Studierende der Medizin direkt an die Themenfelder der öffentlichen Gesundheit heranzuführen und die Bevölkerungsmedizin von Anfang an in der medizinischen Ausbildung zu verankern“, sagt Kammerpräsident Dr. Hans-Albert Gehle. Einblicke in die Arbeit des ÖGD könnten durch Famulaturen und im Rahmen des Praktischen Jahres in den Gesundheitsämtern gewonnen werden. Zudem eröffne eine Stiftungsprofessur als strukturelle Maßnahme an der Universität Bielefeld die Möglichkeit, die jeweiligen aktuellen Fragestellungen des ÖGD zeitnah zu identifizieren, die Entwicklung von Lösungsansätzen wissenschaftlich zu begleiten und gewonnene Erkenntnisse unmittelbar in die Praxis des ÖGD zu implementieren.

Gehle: „Der Ärztemangel in der eher ländlich geprägten Region im Osten von NRW bedeutet auch für den ÖGD eine Herausforderung. Dort können, anders als in den Städteregionen mit ihren etablierten Medizinischen Fakultäten, kaum noch Arztstellen besetzt werden - und das bei einer zunehmenden Überalterung in den Gesundheitsämtern.“ Die Universität Bielefeld kooperiert bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit den Gesundheitsämtern in Ostwestfalen-Lippe im regionalen Netzwerk zur Prävention multiresistenter Erreger (MRE).

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