Westfalen-Lippe22.06.2018

Westfalen-Lippe: ÄKWL solidarisch mit US-Ärzten

Menschen, die zunächst Zuflucht suchen, dürfen nicht traumatisiert und kriminalisiert werden – „Kinder werden als politische Geiseln missbraucht“


Münster - Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) zeigt sich solidarisch mit der Vereinigung der amerikanischen Ärzteschaft, die vor Kurzem gegen die aktuelle Null-Toleranz-Politik der US-Regierung protestiert hat. Der Vorstand der ÄKWL sowie die Vorsitzenden der in der westfälisch-lippischen Kammerversammlung vertretenen Fraktionen verurteilten bei einer gemeinsamen Sitzung einstimmig die „unmenschliche Behandlung von den Menschen, die in den Vereinigten Staaten Zuflucht suchen“.

Kinder seien brutal von ihren Familien getrennt und so von der US-Regierung als politische Geiseln missbraucht worden, sagt Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst. Es sei eine Verbringung in provisorische Unterkünfte aus Gitterkäfigen erfolgt, Kinder seien in Kinderheime verbracht worden. Auch nach dem neuerlichen Dekret des amerikanischen Präsidenten, das die Familientrennung aufhebt, seien die Menschenrechtsverletzungen nicht aufgehoben. Die Trennung der Minderjährigen von den Eltern bleibe bestehen und es erfolge zur Zeit keine Rückführung zu den Angehörigen. Insofern seien die Zustände weiterhin unhaltbar und menschenunwürdig. „Die Menschen werden kriminalisiert und weggeschlossen“, kritisiert Windhorst. 

In der letzten Woche hat das House of Delegates der American Medical Association (AMA), der „amerikanische Ärztetag“ (Windhorst), in Chicago eine Resolution verabschiedet, in der sich die Vereinigung der US-Ärzte gegen die Trennung der Kinder von ihren Eltern an den US-Grenzen ausspricht, da dadurch große gesundheitliche Schäden entstünden, die ein Leben lang anhalten könnten. Kinder und Jugendliche von ihren Bezugspersonen zu trennen, verschärfe auf dramatische Weise den Stress der Familien, die in den Vereinigten Staaten Zuflucht suchten, so die Resolution weiter. 

Windhorst: „Wir gehen einig mit den US-amerikanischen Kolleginnen und Kollegen der AMA, dass Kinder, die vor dem Chaos und der Bedrohung in ihren Heimatländern fliehen, durch eine unmenschliche Grenz-Politik der US-Regierung nicht weiter traumatisiert werden dürfen.“ Vielmehr benötigten Flüchtlinge in aller Welt Unterstützung und medizinische Hilfe. „Dafür stehen wir in Solidarität mit den Ärztinnen und Ärzten in den USA“, so Windhorst abschließend.

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