Westfalen-Lippe14.09.2018

Westfalen-Lippe: „Gehen Sie mit Impfschutz ,gestählt‘ in die kommende Grippewelle!“

Dringende Impfempfehlung der Ärztekammer

Münster - Herbstzeit ist Impfzeit: Vor allem besonders gefährdete Menschen sollten sich in den kommenden Wochen rechtzeitig gegen Grippe impfen lassen, rät die Ärztekammer Westfalen-Lippe. „Die Impfung wird für alle Menschen über 60 Jahre, für chronisch Kranke, für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal empfohlen“, erläutert Ärztekammerpräsident Dr. Theodor Windhorst. Die zurückliegende, besonders heftig verlaufene Influenza-Saison habe gezeigt, dass Grippeerkrankungen keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden dürfen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt, dass über 20.000 Todesfälle und neun Millionen Arztbesuche im Zusammenhang mit Grippeerkrankungen standen, deutlich mehr Grippe-Patienten als zuvor mussten auf Intensivstationen behandelt werden.
 
Nur gerade einmal gut ein Drittel der Bevölkerung über 60 Jahren nutzte nach RKI-Angaben zur letzten Grippesaison die Schutzimpfung. So wie es gefährlich sei, die Schutzimpfung gegen Masern mit Hinweis auf eine harmlose „Kinderkrankheit“ abzulehnen, dürfe man auch eine Grippe nicht unterschätzen, warnt der Kammerpräsident. „Impfmüdigkeit kann sich lebensgefährlich auswirken.“ In der kommenden Saison übernähmen die Krankenkassen erstmals die Kosten für die Schutzimpfung mit einem Vierfachimpfstoff, manche sogar nicht nur für Risikogruppen, sondern für alle Versicherten. „Erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Impfung ist der Hausarzt“, rät Dr. Windhorst, sich dort rechtzeitig zu informieren: „Gehen Sie mit Impfschutz ,gestählt‘ in die kommende Grippewelle!“ Die Monate Oktober und November seien besonders günstig für die Schutzimpfung.
 
Das gelte im Übrigen besonders auch für Angehörige der Gesundheitsberufe: Nur 32,5 Prozent des Pflegepersonals und 61,4 Prozent der Ärztinnen und Ärzte, so das RKI, hatten sich mit einer Schutzimpfung auf die letzte Grippesaison vorbereitet. „Zu wenige“, kritisiert der Ärztekammerpräsident und erinnert an die hohe Verantwortung der Beschäftigten im Gesundheitswesen. „Sie sind die ersten Kontaktpersonen für Patientinnen und Patienten bei allen Erkrankungen und müssen für diese Aufgabe selber fit sein – denn nicht nur bei der nächsten Grippewelle sind die Menschen auf Ihre aktive Hilfe angewiesen.“

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