Westfalen-Lippe29.01.2021

Westfalen-Lippe: Impfgipfel - Gehle: Wir dürfen nicht Sündenböcke suchen, sondern müssen Lösungen finden

Münster - Von dem für Anfang nächster Woche geplanten Impfgipfel von Bundesregierung, den Regierungschefs der Länder und den Impfstoffherstellern erhofft sich die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) eine „Neubewertung der Lage und konstruktive Hilfestellungen, um die Coronabekämpfung vor Ort, in den Ländern und auch auf kommunaler Ebene voranzubringen“, so Kammerpräsident Dr. Hans-Albert Gehle. „Gegenseitige Versäumnisvorwürfe führen nicht aus der Pandemie.  Wir dürfen nicht Sündenböcke suchen, sondern müssen Lösungen finden.“
 
Es könnten nur so viel Impfungen vorgenommen werden wie Impfdosen verfügbar sind. „Daher müssen auch Menschen mit der höchsten Priorität Geduld haben. Die Impfhersteller müssen insbesondere dringend verlässlich zusagen, wie viele Impfdosen sie in welchem Zeitraum liefern werden.“ Sie sollten sicherstellen, dass die bisherigen Vereinbarungen auch eingehalten werden. Aufgrund dieser Informationen sei es dann notwendig, so Gehle weiter, die dann vorhandenen Impfstoffe verlässlich zu verteilen. Dies sei dann Aufgabe der politisch Verantwortlichen, die bisher auch nach bestem Wissen und Gewissen sowie aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand gehandelt und entschieden hätten.
 
Der Kammerpräsident zeigt Verständnis für die Menschen, die sich so schnell wie möglich gegen Corona impfen lassen möchten. Das hohe Telefonaufkommen in den ersten Tagen der Impfterminvergabe zeige dies deutlich. Derzeit seien aber die Impfstoffe noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Deshalb appelliert Gehle an die Bevölkerung, geduldig zu sein und sich nach den aktuellen Vorgaben zu richten. Um diese Geduld auch zu gewährleisten, müssten diese Vorgaben aber auch immer den aktuellen Begebenheiten angepasst werden. Diese Anpassung sollte aber nicht tagesaktuell, sondern vorausschauend über je eine Woche gestaltet sein. „Ansonsten verlieren wir das Vertrauen der Bevölkerung. Vielleicht sollte man über eine tägliche TV-Kampagne die Menschen regelmäßig informieren.“

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