Westfalen-Lippe16.04.2018

Westfalen-Lippe: Windhorst: Nur Ärzte üben Heilkunde aus

Kammerversammlung für Regulierung des Heilpraktiker-Wesens

Münster - Für eine strikte Trennung von ärztlicher Heilkunde und heilpraktischer Tätigkeit hat sich die Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) ausgesprochen. Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst sagte im Plenum der westfälisch-lippischen Ärzteschaft: „Eines müssen wir deutlich machen: Nur Ärzte üben Heilkunde aus. Die Patienten müssen wissen, worauf sie sich bei Heilpraktikern einlassen. Wir brauchen hier eine vernünftige Regulierung.“ Windhorst widersprach aber einer Abschaffung des Berufes des Heilpraktikers. „Ein Berufsverbot schießt über das Ziel hinaus.“ Stattdessen sei eine grundlegende Reform des Heilpraktikerwesens, wie auch vom Freiburger Ärztetag 2017 gefordert, notwendig.
 
Die Zusatzbezeichnung Homöopathie in der ärztlichen Weiterbildung solle jedoch erhalten bleiben. Die Homöopathie würde dann allein in die Hände anderer nichtärztlicher Berufsgruppen gelangen, ohne jede medizinisch-wissenschaftliche Ausbildung. „Wenn ausgebildete Mediziner homöopathisch arbeiten, geschieht das zumindest mit einem ärztlichen Hintergrund“, so Windhorst. Er wies darauf hin, dass die Nachfrage nach der Zusatzbezeichnung Homöopathie ohnehin gering sei. Von 2012 bis 2017 wurden in Westfalen-Lippe insgesamt nur 13 Anerkennungen erteilt. Medizin sei Wissenschaft, aber auch Erfahrungswissenschaft, sie bestehe aus Evidenz und Empirie. Es gelte, die Anforderungen an die Erlangung der Zusatz-Weiterbildung „Homöopathie“ zu erhöhen.
 
Weiterhin forderte ÄKWL-Präsident Windhorst, die Krankenkassen sollten die Kosten für Homöopathie nicht mehr im Rahmen von „Satzungsleistungen“ erstatten. Das sei eine „falsche Adelung“ der Homöopathie. Zusatzleistungen sollten auf Angebote begrenzt sein, deren Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen sei. Das dürfte das Ende für homöopathische Angebote sein, denn sie seien eben nicht „evidenzbasiert“.
 
Heilpraktiker seien auch nicht die Lösung von bestehenden Versorgungsproblemen. „Da sie medizinische Standards nicht kennen, setzen sie sich über Leitlinien und wissenschaftliche Standards hinweg und gefährden damit die Patienten.“ Im Gegensatz dazu stehe die fundierte medizinische Qualifikation, beginnend mit dem Medizinstudium, der anschließenden Weiterbildung zum Facharzt sowie der späteren regelmäßigen Fortbildung, zu der die Ärzte verpflichtet seien. Damit werde gewährleistet, dass die Patienten stets mit dem aktuellen medizinischen Wissen behandelt und die hohen Standards in der Medizin gewahrt würden.

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