Schleswig-Holstein10.12.2021

Schleswig-Holstein: Gesundheit ist ein Menschenrecht

Bad Segeberg - Anlässlich des heutigen internationalen Tags der Menschenrechte macht die Ärztekammer Schleswig-Holstein (ÄKSH) einmal mehr auf die wichtige Bedeutung der individuellen Gesundheit für gesellschaftliche Inklusion aufmerksam. Erst die Gesundheit des Einzelnen ermöglicht soziale Teilhabe und Wahrnehmung individueller Freiheitsrechte. Coronavirus und Klimawandel verdeutlichen, dass Gesundheit global gedacht werden muss.

Teilhabe durch Gesundheit
Die körperliche und psychische Gesundheit ermöglicht es dem Mensch, sich in eine Gesellschaft zu integrieren, individuelle Freiheiten wahrzunehmen und berufstätig zu werden. Menschen ohne Ausweispapiere, ohne festen Wohnsitz sowie geflüchtete und selbstständig tätige Menschen sind besonders gefährdet, nicht den Schutz des Solidarsystems zu erfahren. Sie können oft nicht für ihre Kassenbeiträge aufkommen oder sind durch einen Krankheitsfall nicht mehr in der Lage dazu. „So etwas darf es in einem Land, das für sein qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem bekannt ist, nicht geben. Auch Gesundheit ist ein Menschenrecht. Daher muss jedem Mensch die medizinische Versorgung zugänglich gemacht werden, die er oder sie benötigt“, fordert Prof. Henrik Herrmann, Präsident der ÄKSH.

Gesundheitskompetenzen stärken
Ungeachtet der sozialen und ethnischen Herkunft eines Menschen: Die Komplexität des deutschen Gesundheitssystems erschwert vielen den Zugang zur gesundheitlichen Versorgung. „Erst wer weiß, welche Ansprüche er hat und welche Anlaufstellen es gibt, kann selbst für seine Gesundheit in Aktion treten. Daher ist die Vermittlung von Gesundheitskompetenzen wichtig. Hier gilt es, alle zu erreichen, denn alle haben den gleichen Anspruch auf eine hochwertige und präventive Medizin“, unterstreicht Herrmann. Präventionsangebote und die frühzeitige Behandlung einer Krankheit sind zudem kostengünstiger und ersparen dem Mensch viel Leid.

Dass es weltweit unterschiedliche Versorgungsstrukturen gibt, wurde gerade in der Coronapandemie aufgedeckt. Der Zugang zu Impfstoffen blieb vielen sogenannten Entwicklungsländern erschwert. Und auch der Klimawandel bedroht die Gesundheit der Menschen und ist Fluchtursache. „Klimawandel und Coronapandemie zeigen, dass gesundheitsgefährdende Entwicklungen keine Grenzen kennen. Der Erhalt und Schutz der Gesundheit des Menschen und des Planeten sind wichtige Ziele unserer Zeit“, so Herrmann. „Wir brauchen daher Gesundheitsstrategien, die global gedacht sind.“

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