Westfalen-Lippe04.05.2022

Westfalen-Lippe: Für Mutige ohne Angst vor Nadeln: Ärztekammer startet Kampagne zur MFA-Ausbildung

Münster - Medizinische Fachangestellte (MFA) leisten einen wichtigen Beitrag zu einer guten Patientenversorgung und zum Erfolg einer Arztpraxis. Doch wie überall trifft auch hier ein steigender Bedarf auf knappe Ressourcen. Grund genug für die Ärztekammer Westfalen-Lippe, besonderes Augenmerk auf den Berufsnachwuchs der MFA zu legen: Unter dem Titel „Medizinische/r Fachangestellte/r. Etwas für dich?“ startet die Ärztekammer Westfalen-Lippe eine Kampagne, die jungen Menschen den Beruf nahebringen möchte.

Das Besondere an der Kampagne: „Echte“ MFA-Auszubildende fungieren als Botschafter. Yusuf, Amina und Ronja sind u. a. die drei Gesichter der Kampagne und laden junge Menschen ein, sich über den MFA-Beruf zu informieren. Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Internetseite www.aekwl.de/etwasfuerdich, die kompakt und zielgruppengerecht relevante Informationen bereithält. Auf Youtube, Instagram, Twitter und Facebook wird auf die Kampagnen-Seite hingewiesen und Jugendliche erhalten in Videobeiträgen persönliche Einblicke und Tipps von Auszubildenden, ausgebildeten MFA und Berufschullehrern. Darüber hinaus gibt es drei verschiedene Plakat-Motive zum Werben in Arztpraxen sowie Roll-Ups und Broschüren für Berufsorientierungsmessen.

„Ärztinnen und Ärzte brauchen gut ausgebildete Medizinische Fachangestellte, an die sie Aufgaben vertrauensvoll delegieren können“, begründet Dr. Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, die Notwendigkeit der MFA-Kampagne. 2060 neue MFA-Ausbildungsverträge wurden im vergangenen Jahr bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe eingetragen. „Zwar zeigt die Zahl der Verträge seit über zehn Jahren eine insgesamt steigende Tendenz, doch längst nicht alle Auszubildenden werden nach der dreijährigen Ausbildung auch auf Dauer in einer Praxis tätig“, so Gehle. Die Kampagne vermittelt ehrlich und authentisch, welche Aufgaben, Schwierigkeiten, aber auch Chancen und Perspektiven konkret auf den Nachwuchs zukommen können.

„Wir brauchen qualifizierte Medizinische Fachangestellte für eine auch zukünftig gute Patientenversorgung. Patientenversorgung ist Teamarbeit, die das Engagement und die Zuwendung aller an der Versorgung Beteiligten erfordert! Die geeigneten Mitarbeitenden dafür zu finden, das hat die Ärzteschaft selbst in der Hand, beispielsweise durch eine Kampagne, wie sie die Ärztekammer jetzt startet, die bei jungen Menschen Interesse für die vielseitige und auch anspruchsvolle Ausbildung zum bzw. zur Medizinischen Fachangestellten wecken soll“, betont auch Dr. Hans-Peter Peters, Vorsitzender des Arbeitskreises Medizinische Fachangestellte der Ärztekammer Westfalen-Lippe. „2021 wurden zwar über 200 Ausbildungsverträge mehr als im Vorjahr abgeschlossen, aber das zeigt nur eine pandemiebedingte Verschiebung an. Viele Praxen waren 2020 − zu Beginn der Corona-Pandemie − noch zögerlich und stellten zunächst keine neuen Auszubildenden ein. In diesem Jahr ist die Situation aber anders und mehr Praxen beteiligen sich an der Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten.“

Für wen die MFA-Ausbildung die richtige Entscheidung wäre, macht die „Etwas für dich?“-Kampagne deutlich. Denn bei ihrer Suche nach einem zukünftigen Beruf haben Jugendliche sicherlich auch mit Unsicherheiten zu kämpfen, so stellt die Kampagne nicht nur den zu erlernenden Beruf selbst, sondern auch die persönlichen Charaktere des potenziellen Nachwuchses heraus. Gesucht werden Auszubildende, die neben medizinischem Interesse auch soziale und kommunikative Stärken vorweisen können. Ein Beruf für Mutige ohne Angst vor Nadeln, für Menschen mit Herz, für Teamplayer, Ansager und Digitalversteher − so fassen die Slogans einige der Eigenschaften einer/s guten MFA zusammen.

„Wenn die interessierten jungen Menschen bereit sind, Zeit zum Lernen zu investieren, können sie zu einer wirklichen Entlastung des Arztes in der Praxis beitragen. Denn Fleiß zahlt sich auch heute noch aus. Durch Aufstiegsfortbildungen wie zur Entlastenden Versorgungsassistentin EVA beispielsweise können sich MFA für Führungspositionen qualifizieren und gleichzeitig finanzielle Perspektiven sichern. Ein Beruf mit vielen Möglichkeiten!“, unterstreicht auch Dr. Barbara Blaszkiewicz, stellvertretende Vorsitzende im Arbeitskreis Medizinische Fachangestellte der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe ist nach dem Berufsbildungsgesetz die zuständige Stelle für die Berufsbildung der Medizinischen Fachangestellten. Sie umfasst die Bereiche Ausbildungsvorbereitung, Ausbildung, berufliche Fortbildung und berufliche Umschulung. Von rund 8400 Praxen und Medizinischen Versorgungszentren in Westfalen-Lippe, die ausbilden könnten, stellen sich dieser Aufgabe knapp ein Drittel (31,4 Prozent).

www.aekwl.de