Bundesärztekammer

Arztsuche

Arztsuche in Deutschland

Die Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen der Regionen (normalerweise Bundesländer) in Deutschland sind die Einrichtungen, die als einzige die validen Angaben über die Qualifikation der in Deutschland tätigen Ärzte haben. Einige dieser Körperschaften haben bereits Arztsuchdienste aufgebaut, die im Internet für Patienten zugänglich sind. Andere geben bislang nur telefonisch Auskünfte über Ärzte. Wir bieten Ihnen von dieser Seite aus die Informationen zu den Suchdiensten in den einzelnen Regionen.

Für weitere Informationen über die Arztsuche in einem Bundesland klicken Sie auf die entsprechende Fläche in der Kartendarstellung oder wählen Sie die Landesbezeichnung in der Hauptnavigation.

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Online-Arztsuche vorhanden

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telefonische Beratung bei der Suche nach einem Arzt


Die Arztsuche ist regional aus den Daten der entsprechenden Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen zusammengestellt und greift auf deren Daten zurück. Wenn Sie Ihren Eintrag im entsprechenden Arztsuchdienst nicht finden, wobei nicht alle Organisationen online vertreten sind, wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Ärztekammer oder KV.

Hospiz- und Palliativgesetz 04.09.2015

BÄK fordert Stärkung der allgemeinen Palliativversorgung im Krankenhaus

Berlin - Einen „wichtigen Schritt, die Strukturen der Hospiz- und Palliativversorgung in wesentlichen Bereichen weiter auszubauen und zu konsolidieren“ sieht die Bundesärztekammer (BÄK) in dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland. Positiv werden insbesondere die Weiterentwicklung der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung, die Vernetzung und Koordination der Versorgungsangebote bewertet. Der Gesetzentwurf beantwortet grundlegende Fragen der Orientierung stationärer Pflegeeinrichtungen und verbessere die Finanzierung von Hospizen und Palliativstationen. Nachbesserungsbedarf an dem Gesetzentwurf erkennt die BÄK...
Arzneimitteln 28.08.2015

Gesetzgeber muss Verfügbarkeit von unverzichtbaren Arzneimitteln sichern

Berlin - Angesichts von Lieferunterbrechungen des Krebsmedikaments Alkeran® (Wirkstoff: Melphalan) haben Ärzte und Apotheker wirksame Maßnahmen des Gesetzgebers gefordert, um die Verfügbarkeit von Arzneimitteln sicherzustellen: Melphalan wird vor allem in der Behandlung von Leukämien und Lymphomen zur Vorbereitung auf Stammzelltransplantationen eingesetzt. Es ist in dieser Indikation, insbesondere in seinem Haupteinsatzgebiet, der Hochdosistherapie von Patienten mit Multiplem Myelom, nicht durch andere Substanzen zu ersetzen. So muss die Therapie von Patienten derzeit auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Dies ist auch mit dem Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung verbunden. Laut Arzneiverordnungsreport 2014 wurden letztes Jahr rund 350.000 definierte Tagesdosen (DDD) in Deutschland benötigt. Eine erneute Lieferfähigkeit von Melphalan wurde durch den pharmazeutischen Unternehmer erst für Mitte Oktober wieder in Aussicht gestellt. Zunehmend verfügen zudem Behörden einzelner Länder, dass die Ware zur Versorgung der eigenen Bevölkerung im Land bleibt, sodass der Engpass auch über Einzelimport nach § 73.3 Arzneimittelgesetz nicht überbrückt werden kann. In der Vergangenheit hatten die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA), die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) sowie die Deutsche Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP) wiederholt auf die Problematik von Lieferabrissen hingewiesen. Das Beispiel Melphalan zeigt erneut, dass es ohne weitere rechtliche Regelungen nicht möglich ist, solche Engpässe in der Arzneimittelversorgung zukünftig zu vermeiden. Zwar sieht das Arzneimittelgesetz Maßnahmen vor, um die Versorgung mit Arzneimitteln zu garantieren. Diese  reichen jedoch nicht aus. Notwendig sind klare Vorgaben für eine enge Zusammenarbeit der pharmazeutischen Unternehmen mit  den Zulassungsbehörden. Leider wurde bei der letzten Änderung des  Arzneimittelgesetzes auch die ursprünglich vorgesehene Eingriffsbefugnis der Landesbehörden zur Durchsetzung des öffentlich-rechtlichen Bereitstellungsauftrags der pharmazeutischen Unternehmer wieder gestrichen. Problematisch ist außerdem, dass die Preise für bewährte und unverzichtbare Krebsmedikamente wie Melphalan, Carmustin oder Thiotepa, welche teilweise im Rahmen von Kooperationen von den ursprünglichen Originalherstellern auslizenziert wurden, in den letzten Jahren mitunter um ein Vielfaches gestiegen sind. Gezielte Nachfragen hatten zu Beginn des Lieferengpasses begrenzte Importmöglichkeiten sowohl von Alkeran® als auch einem Melphalan-Generikum aus den USA ergeben. Hier wird jedoch anscheinend aus der Not der Nichtverfügbarkeit finanzieller Profit geschlagen: Statt dem üblichen Preis von 150 € pro 50 mg für die in Deutschland verfügbare Ware sollten nun Preise von 2940 € für einen Alkeran®-Restbestand beziehungsweise 4170 € pro 50 mg für die generische Ware bezahlt werden. Unter diesem Aspekt ist zum einen an die ethische Verantwortung der pharmazeutischen Industrie zu appellieren, zum anderen sollte angesichts der Gewinne der pharmazeutischen Unternehmer garantiert sein, dass diese Arzneimittel entsprechend ihres Bedarfs kontinuierlich zur Verfügung gestellt werden.
Israel 28.08.2015

Israelischer Ärzteverband und Bundesärztekammer kommen zu historischer Sitzung zusammen

Berlin – Auf Einladung des Vorstandes der Bundesärztekammer kam der Vorstand des Israelischen Ärzteverbandes (Israeli Medical Association) zu einer gemeinsamen Vorstandssitzung am 27. August 2015 nach Berlin. Es war dies die erste Zusammenkunft der beiden Vorstände. Das 50jährige Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Staat Israel und der Bundesrepublik Deutschland nahmen die Vertreter der Bundesärztekammer zum Anlass, um ihre über Jahre gewachsene Verbundenheit und Zusammenarbeit mit dem israelischen Ärzteverband zu unterstreichen. Den Israelischen Ärzteverband und die Bundesärztekammer verbindet eine jahrelange hervorragende Kooperation in internationalen Gremien, wie dem Weltärztebund (World Medical Association, WMA) und dem Europäischen Forum der Ärzteverbände (EFMA) in der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO). „Bei unserer Arbeit im internationalen Raum sehen wir uns mit ähnlichen Problemen und Herausforderungen in unseren Ländern konfrontiert. Ich glaube daran, dass wir dabei gemeinsam innovative Ideen finden können“, so der Präsident des Israelischen Ärzteverbandes, Dr. Leonid Eidelman. Der Besuch des 21-köpfigen Vorstandes aus Israel hatte eine historische Dimension. Dies machte der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, deutlich: „Angesichts der Rolle deutscher Ärztinnen und Ärzten im Nationalsozialismus empfinden wir die Teilnahme des Vorstandes des israelischen Ärzteverbandes an einer gemeinsamen Vorstandssitzung in Berlin als Zeichen besonderen Vertrauens.“ Diese besondere Beziehung beider Ärzteverbände zueinander, die durch die Geschichte, insbesondere der Zeit des Nationalsozialismus, bedingt ist, wurde in einer gemeinsamen Erklärung betont. Darin stellen die Organisationen fest, dass deutsche Ärztinnen und Ärzte und die deutsche organisierte Ärzteschaft tief in die menschenverachtenden Gräueltaten des Nazi-Regimes verstrickt waren. Dazu zählen der Ausschluss der jüdischen Kolleginnen und Kollegen aus dem Beruf, Zwangsabtreibungen, Zwangsterilisationen und die Ermordung von tausenden Patienten. Vor allem aber hatten Ärzte eine aktive Rolle beim Holocaust und bei unmenschlichen Experimenten an Gefangenen. Der Text nimmt dezidiert Bezug auf die „Nürnberger Erklärung“ des 112. Deutschen Ärztetages, in der dieser die Verfehlungen der deutschen Ärzteschaft während der Naziherrschaft benannt und der noch lebenden und bereits verstorbenen Opfer gedacht sowie ihre Nachkommen um Verzeihung gebeten hat. Die Aufarbeitung der Geschichte und die Lehre aus der Vergangenheit werden als gemeinsames Anliegen des israelischen Ärzteverbands und der Bundesärztekammer herausgestellt. Beide Seiten bekennen sich in der Erklärung zur Wahrung der Menschenrechte und lehnen jegliche Art der Diskriminierung ab. Zukünftigen Ärztegenerationen soll bereits in der Ausbildung vermittelt werden, welche Auswirkungen eine Abkehr vom ärztlichen Ethos hatte und haben kann. In einer Zeremonie gedachten die beiden Vorstände der Opfer des Nationalsozialismus mit einer Schweigeminute und einem Gedenkgebet. Zu einem feierlichen Festabend kamen auf Einladung des Vorstandes der Bundesärztekammer neben den Vertretern aus Israel weitere Ehrengäste aus Deutschland, die sich um die Beziehungen zwischen beiden Ländern und die Vergangenheitsbewältigung verdient gemacht haben. Der Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe, und der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag, Volker Beck, würdigten die freundschaftlichen Beziehungen beider Länder in ihren Ansprachen. Bei dem Treffen wurden auch aktuelle Probleme in der Gesundheitsversorgung der beiden Länder diskutiert und Möglichkeiten zukünftiger Zusammenarbeit erörtert. Statement from the Israeli Medical Association and the German Medical Association on the occasion of the 50th anniversary of the establishment of diplomatic relations between Israel and Germany...
Versorgung von Migranten 27.08.2015

Montgomery fordert mehr Amtsärzte und Eingreifteams zur Behandlung von Flüchtlingen

Berlin - Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat mehr Personal und eine bessere Organisation der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen durch staatliche Stellen gefordert. „Die Versorgung ist machbar, wenn sie auf viele Schultern verteilt wird. Die Behörden müssen das organisieren", sagte Montgomery der Nachrichtenagentur dpa (27.08.2015). Die Ärzte seien bereit, bei der Versorgung der Flüchtlinge mitzumachen.  Unter ihnen sind nicht nur Amtsärzte, sondern auch niedergelassene Ärzte, Pensionierte und Krankenhausärzte, die mitmachen könnten und sollten.  Notwendig sei aber auch eine Personalaufstockung in den Gesundheitsämtern. „Der öffentliche Gesundheitsdienst ist für Nicht-Krisenzeiten ausgerichtet und hat nicht genug Ressourcen für Krisenzeiten“, sagte Montgomery in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt (27.08.2015). Auch sollten alle Flüchtlinge so schnell wie möglich geimpft werden. „Das ist heute schon die gesetzliche Vorgabe. Aber wenn die Menschen überhaupt keinen Arzt sehen, sehen sie auch keinen, der sie impft.“ Scharf kritisierte der BÄK-Präsident zudem, dass erkrankte Flüchtlinge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nur eine Akutversorgung erhalten. „Ein Mindeststandard, der nur Akutkrankheiten beinhaltet, bedeutet, dass der Arzt einen deutschen Patienten prinzipiell anders behandeln muss als einen Flüchtling. Das ist für einen Arzt ethisch nicht hinnehmbar.“ Jeder Flüchtling, der in Deutschland registriert ist, müsse eine ganz normale Versichertenkarte bekommen. Die Kosten hierfür sollte der Bund tragen. In der Wochenzeitung „Die Zeit“ (27.08.2015) kritisierte der BÄK-Präsident die in Hamburg geübte Praxis der Altersuntersuchungen von jungen Flüchtlingen. „Ich halte das Röntgen zur Altersfeststellung für Körperverletzung.“ Es gebe für diese Untersuchungen keine medizinische Notwendigkeit. Gerade für Jugendliche bedeuteten Röntgenaufnahmen von Handwurzelknochen, Zähnen oder Schlüsselbeinen eine hohe Strahlenbelastung. Montgomery kritisierte außerdem, dass Flüchtlinge, die sich einer Genitaluntersuchung verweigerten, in Hamburg automatisch als Erwachsene betrachtet würden. „Ich finde, dass diese Genitalinspektion freiwillig und ohne Druck sein muss.“ Viele der Betroffenen hätten traumatisierende Erlebnisse hinter sich, seien Opfer von Vergewaltigungen und Genitalverstümmelungen. „Da muss man sehr vorsichtig sein und aufpassen, dass man nicht in die Privatsphäre dieser schutzsuchenden Menschen eingreift. Das ist nicht die Willkommenskultur, die ich mir in Deutschland vorstelle.“
Versorgung von Flüchtlingen 21.08.2015

Montgomery: Ärzte behandeln alle Menschen gleich

Berlin - „Für uns als Ärzte ist es bedeutungslos, woher ein Mensch kommt. Wir behandeln alle Menschen nach den gleichen Kriterien und wir wollen allen die gleiche Qualität zukommen lassen.“ Das erklärt Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, in Anbetracht der hohen Zahl von Flüchtlingen, die in Deutschland Schutz suchen. Montgomery kritisiert in einem Video-Statement insbesondere die Diskriminierung von Flüchtlingen per Gesetz. So erlaube das Asylbewerberleistungsgesetz nur die Behandlung akuter Erkrankungen, und auch dies nur nach behördlicher Genehmigung. „Damit werden wir Ärzte indirekt zu Sozialrichtern am Patienten, denn wir könnten diese Menschen besser behandeln.“ Schon der 118. Deutsche Ärztetag hatte beklagt, „dass in der Regel medizinisch nicht oder nicht ausreichend geschultes Personal in den Sozial- und Ausländerbehörden den Gesundheitszustand der potenziell Leistungsberechtigten einschätzt.“ Dabei würden häufig gravierende gesundheitliche Probleme übersehen oder falsch bewertet. Nur medizinisch ausreichend geschultes Personal, vor allem Ärztinnen und Ärzte, könnten körperliche und seelische Krankheiten adäquat erkennen und angemessene Maßnahmen in die Wege leiten. In diesem Zusammenhang verweist der Ärzte-Präsident auf entsprechende Regelungen in Hamburg und Bremen. Dort erhalten Flüchtlinge im Gegensatz zu anderen Bundesländern über eine Gesundheitskarte Zugang zur regulären gesundheitlichen Versorgung. „Das brauchen wir eigentlich bundesweit“, so Montgomery. Er bekräftigt damit eine Forderung des 118. Deutschen Ärztetags. Der hatte sich dafür ausgesprochen, den Zugang zu Gesundheit und Bildung unabhängig von Aufenthaltsstatus und Alter zu gewährleisten. Eine Gesundheitskarte für alle Flüchtlinge beuge dramatischen Notfällen oder Fehleinschätzungen vor, vermeide überflüssige Bürokratie und spare dadurch Kosten. Für „sehr problematisch“ hält Montgomery Röntgenuntersuchungen zur Altersfeststellung von Flüchtlingen. Anders als Juristen glaubten, ließe sich das Alter mit medizinischen Methoden nicht genau feststellen. Außerdem stelle das Röntgen einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit der Flüchtlinge dar. Die Beschlüsse des 118. Deutschen Ärztetags finden Sie unter Beschlussprotokoll  ab Seite 261.
Stellungnahme 19.08.2015

Indikationsstellung muss auf Patientenwohl bezogen sein

Berlin - Das Gebot der Wirtschaftlichkeit darf die Zielsetzung des ärztlichen Handelns nicht in ein ökonomisch orientiertes Handeln umdefinieren. Das fordert die Bundesärztekammer (BÄK) in ihrer Stellungnahme „Medizinische Indikationsstellung und Ökonomisierung“. Die Indikationsstellung müsse immer auf das Patientenwohl bezogen bleiben, um das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Patienten und Arzt nicht zu gefährden. In Anbetracht der um sich greifenden ökonomischen Überformung der Medizin werde die Indikation aber zunehmend für die Erlösoptimierung zweckentfremdet. Gegen solche Tendenzen wendet sich die BÄK in ihrer Stellungnahme. Die Grundlage der Indikation dürften nur der Stand der Wissenschaft sowie die allgemein anerkannten medizinischen Standards und Zielsetzungen des medizinischen Handelns bilden. Darüber hinaus sei die Individualität des Patienten ein weiterer Aspekt zur Bestimmung der Indikation. Diese setze unweigerlich eine singuläre Entscheidungsfindung voraus. Mit Sorge betrachtet die BÄK Anreizsysteme in den Arbeitsverträgen von Ärzten, die darauf abzielen, medizinische Entscheidungen im Sinne der Erlösoptimierung zu steuern. Von einer „stillschweigenden inneren Umpolung“ spricht der Medizinethiker Prof. Dr. Giovanni Maio, der für die Stellungnahme federführend im Ausschuss für ethische und medizinisch-juristische Grundsatzfragen der Bundesärztekammer tätig war. Solche Vertragsklauseln könnten dazu führen, dass Ärzte trotz mangelnder Evidenz ertragreiche Diagnostiken und Behandlungen vornähmen oder auf notwendige Maßnahmen verzichteten, wenn diese nicht angemessen oder gar nicht honoriert würden. Stellungnahme „Medizinische Indikationsstellung und Ökonomisierung“ [PDF]Stand: 20.02.2015
Korruption im Gesundheitswesen 17.08.2015

Montgomery: Ärzte müssen wissen, was erlaubt ist und was nicht

Berlin - Die Bundesregierung hat im neuen Gesetz zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen eine wichtige Forderung der Bundesärztekammer umgesetzt. „Wer den Gesetzentwurf liest, wird schnell erkennen, dass er sich eben nicht auf die Ärzteschaft fokussiert. Eine solche Fehljustierung konnten wir zum Glück verhindern. Nein, der Entwurf betrifft alle Menschen, die eine qualifizierte Ausbildung im Gesundheitswesen haben“, sagte Prof. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt (17.08.2015). Es werde zudem klar formuliert, welche sozialrechtlichen, abgesicherten Kooperationsformen erlaubt sind. „Der Gesetzentwurf zählt die Kooperationen, die im SGB V stehen, sauber auf. Es ist gut, dass das explizit erwähnt wird“, betont Montgomery. Der BÄK-Präsident sieht aber auch Nachbesserungsbedarf. „Uns fehlt nach wie vor eine klare Liste für die Kitteltasche, auf der steht, was man darf und was man nicht darf. Sobald das Gesetz in Kraft getreten ist, wird es auch unsere Aufgabe sein, solch eine Liste zu liefern“, erklärte Montgomery. Eine Flut von Strafanträgen der gesetzlichen wie privaten Kranken- und Pflegekassen fürchtet Montgomery nicht. „Auch den Kassen muss klar sein: Je mehr Anzeigen sie stellen, die als unbegründet abgewiesen werden, desto stumpfer wird dieses Schwert.“ Für Montgomery ist das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt bisher nicht durch Korruption belastet. „Aber die wirklich riesige Zahl an anständig arbeitenden Ärzten ist es einfach satt, immer wieder durchs Dorf getrieben zu werden, weil ganz wenige sich falsch verhalten. Und deshalb finden wir das Gesetz auch richtig. Für das Image und den Ruf der Ärzte ist es wichtig, dass hier klare Verhältnisse geschaffen werden. Wenn ein Arzt genau weiß, was erlaubt ist und was nicht, dann hilft das allen“, so Montgomery. Das Interview im Wortlaut
Fortpflanzungsmedizin 04.08.2015

BÄK-Vizepräsidentin Wenker: Social Freezing kritisch hinterfragen

Die Vize-Präsidentin der Bundesärztekammer, Dr. Martina Wenker, plädiert dafür, Social Freezing kritisch zu hinterfragen, insbesondere dann, wenn mit dem Verfahren der  Nachwuchswunsch verschoben werden soll. „Klar ist, dass etwa eine Krebspatientin einen sehr guten Grund hat, vor der Chemotherapie den Schritt zu gehen. Aber bei Motiven wie der Suche nach dem richtigen Partner oder der Karriereplanung bin ich kritischer“, so Wenker in der Rheinischen Post  (04.08.2015). Würde dieser Trend in einigen Jahren zu einem Standardverfahren,  könnten Frauen bei ihren Arbeitgebern unter Druck geraten, das Freezing anzuwenden, weil eine Schwangerschaft gerade nicht in die Arbeitspläne passe. „Es darf nicht so weit kommen, dass Social Freezing bisher übliche Familienplanung ersetzt und zum Wettbewerbsvorteil für erwerbstätige Frauen wird.“ Wenker sagte, dass Ärzte, die Social Freezing anbieten, die Beweggründe der Frauen auch wirklich kennen sollten. Sie sollten mit den Frauen auch offen über möglicherweise vorhandene Zweifel sprechen. Eine Pflichtberatung lehnte Wenker hingegen ab. Diese gebe es auch bei der Pille nicht.
Masterplan Medizinstudium 2020 04.08.2015

BÄK fordert neue Auswahlverfahren für das Medizinstudium

Die Bundesärztekammer (BÄK) hat sich für eine zielgerichtetere Auswahl von Studienplatzbewerbern für das Fach Medizin ausgesprochen. In einer Stellungnahme zu dem von der Bundesregierung geplanten „Masterplan Medizinstudium 2020“ fordert sie, dass neben der Abiturnote weitere Kriterien für das Auswahlverfahren herangezogen werden sollten. Verstärkt berücksichtigt werden sollten unter anderem auch psychosoziale Kompetenzen, soziales Engagement und einschlägige Berufserfahrung, zum Beispiel eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung in einem anderen Fachberuf im Gesundheitswesen. Um die Universitäten in die Lage zu versetzen, qualitativ hochwertige Auswahlverfahren durchzuführen und neue Verfahren erproben zu können, sollten besonders diejenigen Universitäten, die objektivierbare Assessments auf rechtlich abgesicherter Basis transparent durchführen, in diesem Punkt finanziell unterstützt werden. Für die Assessments sollten bundeseinheitliche Kriterien festgelegt werden. Angesichts des sich weiter verschärfenden Ärztemangels sei es zudem dringend notwendig, die Zahl der Studienplätze bundesweit um mindestens zehn Prozent zu erhöhen. Die BÄK weist in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass es im Jahr 1990 allein in den alten Bundesländern im Studiengang Humanmedizin 12.000 Studienplätze gab. „Diese wurden seitdem kontinuierlich reduziert. Statt 16.000 Plätzen, die sich nach der Wiedervereinigung aufgrund der acht hinzugekommenen Fakultäten hätten ergeben müssen, sind es aktuell nur noch rund 10.000.“ Diese Entwicklung habe dazu geführt, dass sich immer mehr Bewerber um immer weniger Studienplätze bemühen müssten und ein großer Teil von ihnen erfolglos bleibe.  Viele Bewerber erhielten über das Los- und Klageverfahren lediglich einen sogenannten Teilstudienplatz, bei dem die Zulassung nur auf den vorklinischen Studienabschnitt beschränkt ist. Die Studierenden würden nach Bestehen des Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung exmatrikuliert. „Gerade in Zeiten des Ärztemangels erscheint es nicht zielführend, den ärztlichen Nachwuchs auf halber Strecke auszubremsen“, kritisiert die BÄK. Sie fordert, die Methodik der Kapazitätsberechnung dahingehend zu ändern, dass Medizinstudierenden mit Teilstudienplatz nach dem ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ein nahtloser Übergang in die klinischen Semester ermöglicht wird. Unerlässlich sei, dass die Änderung des Kapazitätsrechts durch eine ausreichende Finanzierung flankiert wird. Um den Ärztemangel insbesondere im hausärztlichen Bereich zu mildern, spricht sich die Bundesärztekammer zudem dafür aus, Medizinstudierende gleich zu Beginn des Studiums an das Gebiet der Allgemeinmedizin heranzuführen. „Dafür müssen bis 2017 an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland Lehrstühle für Allgemeinmedizin eingeführt werden“, fordert die BÄK. Stellungnahme der Bundesärztekammer zu den Themen für den "Masterplan Medizinstudium 2020" insbesondere hinsichtlich möglicher Maßnahmenvorschläge [PDF]Stand: 31.07.2015 Maßnahmenvorschläge der Bundesärztekammer - „Masterplan Medizinstudium 2020“ Themenblock „Zielgerichteter Auswahl der Studienplatzbewerber“ [PDF] Stand: 31.07.2015
Datenschutz 20.07.2015

Heilberufe bei Vorratsdatenspeicherung nicht ausreichend geschützt

Ärzte- und Zahnärzteschaft, Apotheker, Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten haben scharfe Kritik an dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung geübt. Die Regelungen stellten keinen ausreichenden Schutz für Berufsgeheimnisträger dar, warnten Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer, Bundesapothekerkammer und Bundespsychotherapeutenkammer in einem gemeinsamen Schreiben an die Mitglieder des Gesundheitsausschusses und des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages. Die Organisationen appellierten an die Abgeordneten, dem Gesetz in seiner jetzigen Form nicht zuzustimmen.
BÄKground 16.07.2015

Neue Ausgabe des BÄK-Informationsdienstes BÄKground

Auch Abgeordnete können ihren Urlaub besser genießen, wenn alle Aktenstapel auf dem Schreibtisch abgearbeitet sind. Daher herrscht kurz vor der parlamentarischen Sommerpause im Regierungsviertel Hochbetrieb. Gerade in der Gesundheitspolitik standen in den letzten Wochen wichtige Beratungen und Entscheidungen an. So debattierte der Bundestag in erster Lesung über eine Regelung der Beihilfe zum Suizid. BÄKground gibt einen Überblick über die vier fraktionsübergreifenden Anträge, die im Parlament diskutiert wurden (S. 3). Während der Bundestag das umkämpfte Versorgungsstärkungsgesetz am 11. Juni verabschiedet hat, wird die Diskussion über die Krankenhausreform der Großen Koalition nach der Sommerpause weitergehen. Die Ärzteschaft dringt auf eine ausreichende Finanzierung der Kliniken und sieht dabei Bund und Länder gleichermaßen in der Pflicht (S. 8). Einen langen parlamentarischen Weg hat auch das E-Health-Gesetz noch vor sich. Es soll nach Vorstellung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) den Aufbau einer sicheren Telematik-Infrastruktur voranbringen. Die Bundesärztekammer begrüßt das Gesetz im Grundsatz, sieht aber in wesentlichen Punkten Nachbesserungsbedarf (S. 9). Viel Sorgfalt hat die Bundesärztekammer bei der Fortschreibung der Richtlinie zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls walten lassen. Im Interview mit BÄKground erläutert BÄK-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery die wesentlichen Eckpunkte und Neuerungen der Richtlinie. Überarbeitungsbedarf habe insbesondere bezüglich neuer apparativer Methoden für den Nachweis des Zirkulationsstillstandes, der Besonderheiten der Diagnostik und der ärztlichen Qualifikation bestanden (S. 17). BÄKground Juli 2015 [PDF]

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Deutsches Ärzteblatt

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