Bundesärztekammer

Arztsuche

Arztsuche in Deutschland

Die Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen der Regionen (normalerweise Bundesländer) in Deutschland sind die Einrichtungen, die als einzige die validen Angaben über die Qualifikation der in Deutschland tätigen Ärzte haben. Einige dieser Körperschaften haben bereits Arztsuchdienste aufgebaut, die im Internet für Patienten zugänglich sind. Andere geben bislang nur telefonisch Auskünfte über Ärzte. Wir bieten Ihnen von dieser Seite aus die Informationen zu den Suchdiensten in den einzelnen Regionen.

Für weitere Informationen über die Arztsuche in einem Bundesland klicken Sie auf die entsprechende Fläche in der Kartendarstellung oder wählen Sie die Landesbezeichnung in der Hauptnavigation.

Arztsuche Bremerhaven Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Bremen Hamburg Baden-Württemberg Niedersachsen Hessen Bayern Berlin Brandenburg Nordrhein-Westfalen Thüringen Mecklenburg-Vorpommern Saarland Rheinland-Pfalz






Legende:

=

Online-Arztsuche vorhanden

=

telefonische Beratung bei der Suche nach einem Arzt


Die Arztsuche ist regional aus den Daten der entsprechenden Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen zusammengestellt und greift auf deren Daten zurück. Wenn Sie Ihren Eintrag im entsprechenden Arztsuchdienst nicht finden, wobei nicht alle Organisationen online vertreten sind, wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Ärztekammer oder KV.

Krankenhaus-Report 28.02.2017

Ausreichend Personal ist Grundvoraussetzung für gute Qualität

Berlin - Zu dem heute vom Wissenschaftlichen Institut der AOK vorgestellten Krankenhaus-Report erklärt der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: „Es wäre hilfreich gewesen, wenn wir von den Krankenkassen nicht nur etwas über Mindestmengen gehört hätten, sondern auch über eine angemessene Mindestpersonalausstattung für die Kliniken. Es ist doch unbestritten, dass ausreichend verfügbares und gut qualifiziertes Personal Grundvoraussetzung für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung ist. Wir brauchen eine auskömmliche Finanzierung der dringend benötigten Stellen und wir brauchen eine zusätzliche Vergütung von Personalentwicklungskosten, zum...

Masterplan Medizinstudium 2020 28.02.2017

Montgomery mahnt zur Eile

Berlin - Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat seine Forderung nach neuen Auswahlkriterien für das Medizinstudium bekräftigt. „Die Abiturnote alleine reicht nicht. Wir brauchen nicht nur im akademischen Bereich gute Ärzte, sondern auch junge Leute, die bereit sind, als Allgemeinmediziner auf dem Land anzufangen“, sagte er der Märkischen Oderzeitung (17.02.2017). Mit Blick auf die Beratungen von Bund und Ländern über einen „Masterplan Medizinstudium 2020“ mahnte der BÄK-Präsident zur Eile. „Selbst wenn wir das alles heute ändern, kommen die jungen Ärzte erst nach 15 Jahren in der niedergelassenen Praxis an. So lange dauern Studium und Facharztausbildung.“ Hinzu komme, dass der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten in Zukunft weiter steigen werde. Neben der Förderung des ärztlichen Nachwuchses müssen nach Einschätzung Montgomerys auch die Versorgungsstrukturen angepasst werden. In kleineren Orten gebe es heute weder eine Schule noch eine Post oder ein Schwimmbad. „Wir müssen den Bürgern klar sagen: Den Kinder- und Augenarzt und den Gynäkologen kann es in Zukunft daher auch nicht mehr überall geben. Wir müssen die Menschen zum Arzt bringen und nicht mehr umgekehrt.“Positiv bewertet der BÄK-Präsident die Berufsperspektiven für angehende Mediziner. Arzt sei nach wie vor einer der schönsten und sichersten Berufe. „Ich kann ein Medizinstudium nur empfehlen.“
Osteopathie 27.02.2017

Montgomery: Osteopathie gehört in qualifizierte Hände

Berlin – „Die Osteopathie gehört zwingend in die Hände von qualifizierten Ärzten und Physiotherapeuten. Wer sich dem verweigert, spielt ohne Not mit der Gesundheit und Sicherheit von Patienten.“ So kommentierte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), die vorläufig zurückgestellte Einführung einer osteopathischen Basisqualifikation für Physiotherapeuten. Ein entsprechender Änderungsantrag zum Dritten Pflegestärkungsgesetz war Ende November kurzfristig zurückgezogen worden.In einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bat Montgomery, den Antrag noch in dieser Legislaturperiode erneut in das parlamentarische Verfahren einzubringen. „Es ist bedauerlich, dass diese wichtige Initiative am Widerstand einzelner Bundesländer gescheitert ist. Das Bundesgesundheitsministerium hat in dieser Frage weiterhin die volle Unterstützung der Ärzteschaft“, stellte Montgomery klar. Er forderte die Bundesländer auf, die Qualitätssicherung in der Anwendung osteopathischer Verfahren durch Verankerung in der Aus- und Weiterbildung der Physiotherapeuten zu ermöglichen.Die Bedeutung osteopathischer Verfahren in der Patientenbehandlung hat in den letzten Jahren enorm zugenommen und wird auch noch weiter wachsen. In der ärztlichen Weiter- und Fortbildung liegen die entsprechenden Curricula – Manuelle Medizin sowie Osteopathische Verfahren – im Umfang von knapp 500 Stunden bereits seit etlichen Jahren vor.
EU-Richtlinienvorschlag zur... 25.02.2017

Montgomery: „Gesundheitspolitik ist Sache der Mitgliedstaaten“

Berlin – „Es ist das altbekannte Spiel: Die Europäische Kommission versucht einmal mehr, die gesundheitspolitischen Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten zu beschneiden. Dabei regelt der Vertrag von Lissabon eindeutig, dass über die Gesundheitspolitik auf nationaler Ebene entschieden wird.“ So kommentiert Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), den jüngsten Vorstoß der EU-Kommission zur erweiterten Überprüfung der Verhältnismäßigkeit von Berufsreglementierungen. Die Mitgliedstaaten sollen dazu verpflichtet werden, neue oder zu ändernde Berufsvorschriften schon im Vorfeld darauf zu prüfen, ob sie aus Binnenmarktperspektive gerechtfertigt, notwendig und verhältnismäßig sind. In einem Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium, das Bundesjustizministerium und das Bundeswirtschaftsministerium warnt Montgomery davor, diesen Richtlinienvorschlag im Bereich des Gesundheitswesens umzusetzen. Er verstoße gegen das in den EU-Verträgen verankerte Subsidiaritäts- und Verhältnismäßigkeitsprinzip. Zudem drohten ein erheblicher Mehraufwand sowie zusätzliche Kosten durch Gutachten und Studien. Besonders gravierend sei, dass die in dem Vorschlag angelegte Begründungspflicht für Neuerungen bzw. Änderungen der Berufsvorschriften die Rechtssetzung verzögert. Dies betrifft  auch wichtige Maßnahmen zum Schutz von Patienten. In ihrer ebenfalls an die Ministerien versandten Stellungnahme zu dem EU-Richtlinienvorschlag weist die BÄK zudem darauf hin, dass die darin enthaltenen Prüfkriterien nicht im Einklang mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs stehen. Dieser betone darüber hinaus in seinen Urteilen stets das Recht der Mitgliedsstaaten, selbst zu entscheiden, welche Berufe sie wie stark reglementieren. Die BÄK stellt klar: Die in Deutschland vom Gesetzgeber, dem Satzungsgeber und den Gerichten vor jeder Maßnahme oder Entscheidung vorgenommene Verhältnismäßigkeitsprüfung sei bereits jetzt geübte Praxis. Hierzu verpflichteten das Grundgesetz und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. So gewährleisteten die Landesärztekammern unter anderem über das ärztliche Berufsrecht eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung. Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Vorschlag der Europäischen Kommission für  eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über eine Verhältnismäßigkeitsprüfung vor Erlass neuer Berufsreglementierungen (COM(2016) 822 final) vom 10.01.2017 [PDF]
Lieferengpässe bei Arzneimitteln 24.02.2017

Johna: „Wir brauchen ein verpflichtendes Register und spürbare Sanktionen“

Berlin – Zu den Lieferengpässen bei wichtigen Medikamenten erklärt Dr. Susanne Johna, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer: „Wenn wir die Versorgung mit überlebenswichtigen Medikamenten wie Antibiotika oder Krebsmitteln sicherstellen wollen, brauchen wir ein verpflichtendes Register und spürbare Sanktionen bei Nichtmeldung. Es reicht nicht aus, dass Pharmaunternehmen Lieferengpässe auf freiwilliger Basis melden. Das spiegelt nur einen Bruchteil der tatsächlichen Engpässe wieder. Es müssen auch bereits drohende Versorgungsengpässe gemeldet werden. Selbstverständlich müssen für Medikamente auch faire Preise bezahlt werden. Rabattverträge dürfen das Preisniveau nicht so tief drücken, dass sich die Produktion nicht mehr lohnt oder sich auf wenige Hersteller in China oder Indien konzentriert. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass Medikamente aus der Lieferkette hinaus ins Ausland exportiert werden. Und schließlich brauchen die zuständigen Behörden mehr Kompetenzen. Sie müssen die Möglichkeit erhalten, Pharmaunternehmen und Großhändlern Maßnahmen vorzuschreiben, die die Verfügbarkeit wichtiger Medikamente sicherstellen. Dazu gehört auch der Aufbau von strategischen Reserven von zu definierenden wichtigen Medikamenten.“
MFA 23.02.2017

Tarifverhandlungen für Medizinische Fachangestellte

In der ersten Verhandlungsrunde über neue Tarifverträge für Medizinische Fachangestellte (Gehalts- und Manteltarifvertrag) am 22.02.2017, trennten sich die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten (AAA) und der Verband medizinischer Fachberufe ohne Ergebnis. Die Medizinischen Fachangestellten forderten eine Erhöhung der Tarifgehälter um 6% und die Anhebung der monatlichen Ausbildungsvergütungen um 45,00 Euro. Die Arbeitgeberseite verwies auf die für 2017 vereinbarte Erhöhung des Orientierungswertes für ambulante Leistungen um 0,9% sowie auf die umfangreichen Neuerungen der Tarifreform 2013. Die AAA forderte darüber hinaus eine Umgestaltung des 13. Monatsgehaltes.Verhandlungsführer auf Seiten der AAA sind Frau Dr. Cornelia Goesmann, Herr Sanitätsrat Dr. Gunter Hauptmann und Herr Erik Bodendieck.Die Verhandlungen werden am 04.05.2017 fortgesetzt. Bis zum Abschluss neuer Verträge gelten die bestehenden Tarifwerke fort.Ansprechpartner:Frau Rosemarie Bristrup/Herr Christian PetzoldArbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestelltendezernat1@baek.de
Ethik 23.02.2017

Neukonstituierung der Zentralen Ethikkommission

Am 21. Februar 2017 fand die 74. und konstituierende Sitzung der Zentralen Kommission zur Wahrung ethischer Grundsätze in der Medizin und ihren Grenzgebieten bei der Bundesärztekammer (ZEKO) in der 8. Amtsperiode (2016 - 2019) statt. Unter der Leitung des Präsidenten der Bundesärztekammer, Herrn Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, wählten die Mitglieder Herrn Prof. Dr. iur. Jochen Taupitz zum Vorsitzenden und Herrn Prof. Dr. med. Wolfram Henn zu dessen Stellvertreter. Als weitere Mitglieder des Vorstandes wurden Frau Prof. Dr. med. Dipl. Soz. Tanja Krones, Herr Prof. Dr. iur. Volker Lipp und Herr Prof. Dr. med. Georg Marckmann gewählt.
AMVSG 21.02.2017

Montgomery fordert unabhängige Informationen statt Kontrollbürokratie

Berlin – „Ein zuverlässiges Informationssystem über innovative Medikamente hilft niedergelassenen Ärzten dabei, ihre Patienten optimal zu behandeln. Die Politik darf diese Chance nicht verspielen, indem sie stattdessen ein Arztüberwachungssystem einführt.“ Das sagte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), im Vorfeld der Beratungen zum GKV-Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG). Das Gesetz sieht unter anderem vor, Vertragsärzte bei der Verordnung von Arzneimitteln in Zukunft mit Hilfe der Praxissoftware wirkstoffbezogen über die Ergebnisse der Nutzenbewertung zu informieren.Montgomery kritisierte das Bestreben der Krankenkassen, Hinweise zur wirtschaftlichen Verordnung von Arzneimitteln in die Praxisverwaltungssysteme zu integrieren. „Die Praxissoftware darf nicht zum Kontroll- und Steuerungsinstrument verkommen. Die Folge wären Eingriffe in die ärztliche Therapiefreiheit, ein verschärfter Regressdruck und noch mehr Bürokratie für die Ärztinnen und Ärzte“, warnte er.Eine Mitgestaltung des Informationssystems durch die Pharmaindustrie lehnte der BÄK-Präsident ebenfalls ab. „Ärztinnen und Ärzte brauchen kein digitales Marketinggeklingel. Sie brauchen herstellerunabhängige Informationen, die ihnen helfen, die bestmögliche Therapie zu finden.“ Darüber hinaus gehe es auch darum, den unkritischen Einsatz neuer Arzneimittel zu vermeiden. „Das geht aber nur mit mehr Transparenz im Hinblick auf den Zusatznutzen von Medikamenten“, so Montgomery.
Klinikpartnerschaften mit... 03.02.2017

Montgomery: „Ärzte sind sehr an kollegialem Austausch interessiert“

Berlin - Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat zu internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen Gesundheitsgefahren aufgerufen. „Die Ebola-Katastrophe in Westafrika hat gezeigt, dass ein funktionierendes Gesundheitssystem das A und O zur Vermeidung von plötzlichen Ereignissen wie Epidemien ist“, sagte Montgomery in einem gemeinsamen Interview mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) im Deutschen Ärzteblatt (Heft 5/2017). Das von der Bundesregierung initiierte Kooperationsprojekt "Klinikpartnerschaften" zwischen Krankenhäusern in Deutschland und Gesundheitseinrichtungen in Entwicklungsländern sei ein wichtiger Schritt. „Wir sehen schon aus eigenem Interesse die Notwendigkeit, die Gesundheitssysteme dieser Länder zu stärken, indem wir Menschen aus- und weiterbilden, indem wir Ärzten, Pflege- und Verwaltungskräften Kenntnisse vermitteln.“ Außerdem brächten Klinikpartnerschaften ein zusätzliches Element ein: „menschliche Verbindung“. Zusammen mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung finanziert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Partnerschaften zwischen deutschen Kliniken und Gesundheitseinrichtungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dabei kommen unter anderem Mentoring-Programme und Peer-to-Peer-Verfahren zum Einsatz. Die Ebola-Krise in West-Afrika habe gezeigt, „dass wir vorsorgen und in den Bereich Gesundheit noch mehr investieren müssen“, sagte Minister Müller in dem Interview. Dafür stehen in den nächsten drei Jahren 4,6 Millionen Euro zur Verfügung. „In der ersten Bewerbungsrunde sind rund 80 Förderanträge für 38 Länder in Osteuropa, Mittel- und Südamerika sowie in Afrika und Asien eingegangen. Mein Ziel ist, dass jede Schwerpunktklinik in Deutschland eine Partnerklinik in einem Krisen- oder Entwicklungsland hat“, so Müller. „Die Ärztinnen und Ärzte sind sehr an solchen Projekten interessiert“, versicherte Montgomery. „Ärzte sind den kollegialen Austausch gewohnt und hochgradig gewillt, sich zu vernetzen.“ Aber natürlich müssten auch die Klinikverwaltungen überzeugt werden. Montgomery und Müller hoben hervor, dass es bei dem Projekt um Partnerschaften auf Augenhöhe gehe. So könnten auch Ärzte aus Deutschland bei dem Austausch lernen. „Statt mit aufwendiger Technik arbeiten viele Kollegen aus diesen Ländern noch mit ihren fünf Sinnen, um Krankheiten zu erkennen“, sagte Montgomery. Über den fachlichen Standard dieser Kollegen könne man oft nur staunen. Viele seien sehr gut ausgebildet und leisteten hervorragende Arbeit. „Es ist beeindruckend, mit welch einfachen Methoden man dort den Menschen helfen kann.“Interview im Wortlaut weitere Informationen
Patientensicherheit 13.01.2017

BÄK: Patientensicherheit darf nicht ökonomischen Erwägungen untergeordnet werden

Berlin – „Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Europäische Kommission patientenschützende Regeln der Mitgliedsstaaten aufgrund von ökonomischen Erwägungen einer erneuten Verhältnismäßigkeitsprüfung unterziehen will. Ein solches Vorgehen kann wichtige Maßnahmen zum Schutz der Patienten erheblich verzögern. Wenn die Europäische Kommission dies in Kauf nimmt, ordnet sie die Patientensicherheit den Marktinteressen unter.“ So kommentiert Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), das am 10. Januar 2017 veröffentlichte sogenannte Dienstleistungspaket. Unter anderem fordert die Europäische Kommission darin die Prüfung der „Verhältnismäßigkeit“ von Berufsregeln. Diese will sie auch für Regelungen durchsetzen, die dem Patientenschutz dienen. In Deutschland ist die sorgfältige Verhältnismäßigkeitsprüfung durch Bundes- und Landesregierungen sowie Berufskammern geübte Praxis. Hierzu verpflichten das Grundgesetz und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. „Mit ihrem Vorschlag suggeriert die Europäische Kommission, dass bestehende Berufsregeln grenzüberschreitende Tätigkeit verhindern. Dabei ist das Gegenteil der Fall, wie die hohe Zahl von Ärztinnen und Ärzten beweist, die bereits heute in einem anderen EU-Mitgliedstaat arbeiten“, so Montgomery. Der BÄK-Präsident fordert den europäischen Gesetzgeber auf, dieser überflüssigen Gesetzgebung eine Absage zu erteilen. Sie erschwert es den Mitgliedsstaaten, die Berufsausübung in verhältnismäßigem Rahmen zu regeln und missachtet deren gerade beim Gesundheitsschutz EU-vertraglich garantierten Einschätzungsspielraum. Zudem verursacht die Verhältnismäßigkeitsprüfung enorme Kosten und Bürokratie. „Leider hat Brüssel den Brexit-Warnschuss nicht gehört. Denn statt sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren, versucht die Kommission abermals, die gesundheitspolitischen Kompetenzen der Mitgliedsstaaten zu beschneiden“, kritisiert Montgomery. In seinem Beschluss zur Binnenmarktstrategie (BT-DRS 18/8867) vom Juni 2016 verdeutlicht auch der Deutsche Bundestag, dass „die mitgliedstaatliche Regelungskompetenz für Berufsregelungen […] nicht in Frage gestellt werden (darf). Ein Prüfraster zur Verhältnismäßigkeit oder Empfehlungen, die auf eine Beschränkung oder gar das Infragestellen der Regelungskompetenz des nationalen Gesetzgebers im Bereich der reglementierten Berufe abzielen, sind abzulehnen.“ Die Landesärztekammern gewährleisten unter anderem über das ärztliche Berufsrecht eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung. Dies steht im Einklang mit den Zielen, wie sie auch der Vertrag über die Arbeitsweise der EU in Artikel 168 (1) definiert. Darüber hinaus legt der Vertrag in Artikel 168 (7) fest, dass die Verantwortung für die Gesundheitspolitik sowie für die Organisation des Gesundheitswesens und die medizinische Versorgung bei den Mitgliedsstaaten liegt.
Bertelsmann-Studie 10.01.2017

Montgomery: „Einheitsversicherung ist Turbo-Lader für Zwei-Klassen-Medizin“

Berlin, 10.01.2017 – Zu der heute von der Bertelsmann-Stiftung vorgestellten Studie zu einer Krankenversicherungspflicht für Beamte erklärt Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: „Die Ergebnisse der aktuellen Bertelsmann-Untersuchung mögen auf den ersten Blick beeindruckend klingen. Da ist von milliardenschweren Einsparungen die Rede, wenn man die Beihilfe für Beamte abschaffen würde. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass sich die Autoren hier ein Szenario zurecht gezimmert haben, das jeglichen rechtlichen, politischen und gesellschaftlichen Realitätssinn entbehrt. Die Autoren selbst gestehen ein, dass eine verfassungs- oder beamtenrechtliche Bewertung ihres Modells nicht erfolgt ist. Das wäre aber aufschlussreich gewesen, zum Beispiel um die Frage zu klären, was aus den angesparten Alterungsrückstellungen der privat versicherten Beamten wird. Unklar ist auch, wie zwei Dritteln der rund drei Millionen Beamten Pflichtbeiträge zur Krankenversicherung auferlegt werden können, ohne dies bei der Besoldung und Versorgung finanziell zu kompensieren.  Peinlich genau achten die Autoren darauf, den Begriff „Bürgerversicherung“ in ihrer Studie zu vermeiden. Ihr Modell ist aber nichts anderes als der Totengräber des dualen Krankenversicherungssystems in Deutschland und der Wegbereiter der Einheitskasse. Wenn man das will, muss man die Menschen aber auch über die Risiken und Nebenwirkungen einer solchen Reform aufklären. So bleiben bei der Bertelsmann-Studie Aspekte der gesundheitlichen Versorgung komplett außen vor. In den Niederlanden oder in Großbritannien sehen wir, dass Einheitssysteme zu Rationierung, Wartezeiten und zu Begrenzungen in den Leistungskatalogen führen. Diejenigen, die es sich leisten können, sichern sich einen exklusiven Zugang zur Spitzenmedizin als Selbstzahler oder durch teure Zusatzversicherungen. Was uns also als gerechtere Alternative zum dualen Krankenversicherungssystem angeboten wird, ist in Wirklichkeit der Turbo-Lader für die Zwei-Klassen-Medizin. Hinzu kommt, dass die Private Krankenversicherung die rasche Übernahme des medizinischen Fortschritts für alle Patienten ermöglicht. Denn die Existenz der PKV führt mit einem hohen Leistungsversprechen dazu, dass auch das GKV-System versucht, einen hohen Versorgungsstandard trotz aller Sparbemühungen aufrechtzuerhalten. So fördert die private Krankenversicherung Innovationen bei Diagnostik und Therapie, genehmigt sie schnell und setzt damit die Krankenkassen in der Regel unter Zugzwang. Nicht weiter thematisiert wird von den Studienautoren, dass das Bertelsmann-Modell der medizinischen Versorgung mehr als sechs Milliarden Euro pro Jahr entziehen würde. Das trifft nicht nur Ärzte, Physiotherapeuten oder Hebammen, sondern auch und gerade die Patientinnen und Patienten. Denn Privatversicherte ermöglichen mit ihrem die tatsächlichen Kosten deckenden Finanzierungsbeitrag eine hochwertige medizinische Ausstattung von Krankenhäusern und Praxen, die allen Patienten unabhängig von ihrem Versicherungsstatus zur Verfügung steht. Auch auf solche Fakten muss man hinweisen, wenn man die Axt an das bewährte duale Krankenversicherungssystem in Deutschland legt.“

Videos der Bundesärztekammer

Aktuelle Videos der Bundesärztekammer auf YouTube
unter www.youtube.com/user/BAEKclips

YouTube

Mobile Endgeräte

Die Internetseite der Bundesärztekammer kann auf allen Endgeräten gelesen werden unter 

m.baek.de

  • Übersichtliche Darstellung der Inhalte
  • Verbesserte Lesbarkeit durch optimiertes Design
  • Einfaches Ausfüllen von Formularfeldern  

Deutsches Ärzteblatt

www.aerzteblatt.de

Arzneimittelkommission
der deutschen Ärzteschaft
www.akdae.de

Ärztliches Zentrum für
Qualität in der Medizin
www.aezq.de