Bundesärztekammer

Arztsuche

Arztsuche in Deutschland

Die Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen der Regionen (normalerweise Bundesländer) in Deutschland sind die Einrichtungen, die als einzige die validen Angaben über die Qualifikation der in Deutschland tätigen Ärzte haben. Einige dieser Körperschaften haben bereits Arztsuchdienste aufgebaut, die im Internet für Patienten zugänglich sind. Andere geben bislang nur telefonisch Auskünfte über Ärzte. Wir bieten Ihnen von dieser Seite aus die Informationen zu den Suchdiensten in den einzelnen Regionen.

Für weitere Informationen über die Arztsuche in einem Bundesland klicken Sie auf die entsprechende Fläche in der Kartendarstellung oder wählen Sie die Landesbezeichnung in der Hauptnavigation.






Legende:

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Online-Arztsuche vorhanden

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telefonische Beratung bei der Suche nach einem Arzt


Die Arztsuche ist regional aus den Daten der entsprechenden Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen zusammengestellt und greift auf deren Daten zurück. Wenn Sie Ihren Eintrag im entsprechenden Arztsuchdienst nicht finden, wobei nicht alle Organisationen online vertreten sind, wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Ärztekammer oder KV.

Krankenhausreform 21.05.2015

BÄK fordert Nachbesserungen

Berlin - Sinnvolle Ansätze, in der Gesamtbetrachtung aber unzureichend – so lässt sich die schriftliche Stellungnahme der Bundesärztekammer (BÄK) zu dem von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf für ein Krankenhaus-Strukturgesetz zusammenfassen. So begrüßt die BÄK grundsätzlich die in dem Entwurf angelegte verstärkte Berücksichtigung qualitativer Aspekte bei der Krankenhausplanung sowie den geplanten Strukturfonds zur Finanzierung von Umstrukturierungsmaßnahmen in der stationären Versorgung. „Ein zentraler Mangel des vorliegenden Reformentwurfes ist die nach wie vor fehlende Sicherung nachhaltiger Finanzgrundlagen für eine zukunftsfeste Ausrichtung der stationären Versorgung in Deutschland“, heißt es in der Stellungnahme. Bedingt durch die seit 1991 im Durchschnitt kontinuierlich sinkende Krankenhausinvestitionsfinanzierung durch die Bundesländer auf derzeit nur noch 2,7 Milliarden Euro pro Jahr sei eine Investitionsfinanzierungsinitiative durch die Bundesländer in Kooperation mit dem Bund unverzichtbar. Die vorgesehene Festschreibung des Investitionsvolumens auf lediglich den Durchschnitt der Jahre 2012 - 2014 sei völlig unzureichend. Ohne deutliche Nachbesserung dieser Regelung könne von einer zukunftsweisenden Krankenhausreform nicht die Rede sein. Insbesondere im Hinblick auf die Patientensicherheit sei zudem eine deutlich verbesserte Berücksichtigung der notwendigen Personalausstattung und Personalfinanzierung notwendig. In dem Entwurf fehle eine Regelung zu einer Verbesserung der Refinanzierung der Tariflohnsteigerungen. Diskussionsbedürftig sei auch das dem Reformansatz zugrunde liegende Verständnis zur weiteren Ausgestaltung und Anwendung der Qualitätssicherung. Der Entwurf sieht vor, dass künftig Qualitätszuschläge und Abschläge für Leistungen eingeführt werden, die in außerordentlich guter oder unzureichender Qualität erbracht werden. Bislang sei die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von Pay-for-Performance-Ansätzen im Gesundheitswesen schwach. Insbesondere die Einführung von Abschlägen bei schlechter Qualität sei kein geeignetes Instrument zur Qualitätsförderung. Hier bestehe vielmehr das Risiko eines rein ökonomisch motivierten Aufrechnens des Aufwands zur Sicherung der Qualität gegen Mindereinnahmen durch die Abschläge. „Sollten Schließungen von Einheiten aus ökonomischen und politischen Gründen erforderlich sein, sollte dies nicht über die vordergründige Anwendung der Qualitätssicherung erfolgen“, fordert die BÄK. Vorläufige Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung (Krankenhaus-Strukturgesetz)Stand 13.05.2015
Telemedizin 20.05.2015

Ärzteschaft positioniert sich zu Einsatzgebieten von Telemedizin

Berlin - Telemedizinische Verfahren sind in einzelnen Versorgungsbereichen bereits weit verbreitet, etwa in der Akutbehandlung von Schlaganfall-Patienten. In anderen Gebieten befinden sich telemedizinische Methoden in der Erprobung oder haben den Sprung in die Regelversorgung noch nicht geschafft. In einem Positionspapier benennt die Bundesärztekammer Anwendungsgebiete für Telemedizin und zeigt auf,  in welchen Fällen diese Methoden für die Patienten besonders nützlich sind.  Zudem  werden Anforderungen an telemedizinische Versorgungskonzepte zusammengestellt. „Angesichts der raschen Entwicklung dieser modernen Versorgungsmethoden ist es wichtig, unsere ärztliche Sichtweise auf diese Verfahren zu artikulieren und anderen interessengeleiteten Akteuren entgegen zu setzen. Deshalb zeigen wir Anwendungsfelder auf, in denen ein stärkerer Einsatz telemedizinischer Methoden zum Wohle unserer Patienten wünschenswert ist“, sagte Dr. Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des Ausschusses Telematik der Bundesärztekammer. Zuvor hatte am vergangenen Freitag auch der 118. Deutsche Ärztetag in Frankfurt am Main dem Positionspapier mit großer Mehrheit zugestimmt.  Nach dem Papier sind Qualitätssteigerungen durch verbesserte innerärztliche Kommunikation und erhöhte Versorgungs-gerechtigkeit wesentliche Ziele von Telemedizin. Zudem können telemedizinische Verfahren Versorgungslücken beseitigen oder mit dazu beitragen, dass diese gar nicht erst entstehen. Die qualitätssteigernden Effekte telemedizinischer Patientenversorgung lassen sich bereits heute in verschiedenen sogenannten Telekonsilverfahren wie beispielsweise der Teleradiologie oder der Telepathologie beobachten. Auch im Bereich der Notfallversorgung wie beispielsweise der Akutversorgung von Schlaganfallpatienten kann durch Telekonsile eine optimale Versorgung der Patienten unabhängig vom Wohnort angeboten werden. Bei chronischen Erkrankungen wie beispielsweise der Herzinsuffizienz kann durch Telemonitoring von Vitalparametern und zugehörigem Remote Patient Management eine kontinuierliche Versorgung der Patienten gewährleistet werden. Dekompensationen können frühzeitig entdeckt und entsprechend gegengesteuert werden. Ärztliche Priorisierung von Einsatzgebieten telemedizinischer Patientenversorgung
Europa 19.05.2015

Vielfalt des europäischen Gesundheitswesens und Freiberuflichkeit bewahren

Freihandelsabkommen dürfen die Behandlungsqualität, den schnellen Zugang zur Gesundheitsversorgung und das hohe Patientenschutzniveau in Deutschland und der EU nicht beeinträchtigen. Das deutsche Gesundheitswesen ist geprägt von den Prinzipien der Selbstverwaltung und der Freiberuflichkeit. Gerade die Gemeinwohlbindung, der die Kammern und Freien Berufe unterliegen, trägt in erheblichem Maß zu diesem hohen Niveau bei. Art. 168 Abs. 7 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union stellt klar, dass die Verantwortung der Mitgliedstaaten für die Festlegung ihrer Gesundheitspolitik sowie für die Organisation des Gesundheitswesens und der medizinischen Versorgung zu wahren ist. Die sich daraus ergebende Vielfalt kommt den Patienten zugute, denn sie trägt den unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den Mitgliedsstaaten Rechnung. Darüber hinaus hat die Europäische Union die Sonderstellung des Gesundheitssystems anerkannt. Gesundheitsdienstleistungen sind besonders sensibel, allgemeinwohlbezogen und schützenswert und können nicht mit marktorientierten Dienstleistungen gleichgesetzt werden. Daher sind sie von der Dienstleistungsrichtlinie ausgenommen. Wir erwarten, dass die Verhandlungsführer der Europäischen Union diese Grundsätze bei den Verhandlungen beachten und unsere erfolgreichen Gesundheitssysteme – auch in Teilen – schützen. Die Rechte der Patienten wie auch die Freiberuflichkeit von Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten und Apothekern sowie die Kompetenzen ihrer Selbstverwaltungsorgane dürfen nicht eingeschränkt oder aufgehoben werden.  Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union müssen in Fragen der Gesundheitspolitik und der Ausgestaltung der Gesundheitssysteme ihre Souveränität behalten. Wir fordern daher eine Positivliste, die klarstellt, dass TTIP keine Anwendung auf das Gesundheitswesen und die Heilberufe findet.Patienteninteressen vor KapitalinteressenKapitalinteressen dürfen medizinische Entscheidungen nicht beeinflussen. In Deutschland existiert ein weitgehend selbstverwaltetes, am Gemeinwohl orientiertes Gesundheitswesen. Das US-amerikanische Gesundheitssystem ist im Gegensatz dazu stark marktwirtschaftlich geprägt und weist deutlich weniger solidarische Elemente auf. Die Struktur unseres Gesundheitswesens ist maßgeblich gekennzeichnet durch Schutzmechanismen wie die Zulassungsvoraussetzungen für Vertrags(zahn)ärzte, die Bedarfsplanung oder den Sicherstellungsauftrag der Körperschaften. Diese dürfen nicht durch Freihandelsabkommen aufgebrochen werden, um rein gewinnorientierten Unternehmen Profitmöglichkeiten durch das Betreiben von (Zahn)Arztpraxen, Apotheken oder MVZs zu eröffnen.Die Heilberufe sichern trotz sinkender Ressourcen und angesichts einer alternden Gesellschaft mit zunehmend multimorbiden Patienten weiterhin einen hohen Qualitätsstandard im Gesundheitswesen. Eine weitere Verschärfung der Versorgungslage durch eine noch stärkere Ökonomisierung der Medizin würde das bisherige Niveau der Patientenversorgung jedoch nachhaltig gefährden. Darüber hinaus führt ein stark marktwirtschaftlich geprägtes Gesundheitswesen die Patienten und somit auch die Heilberufe in die Abhängigkeit von konjunkturellen Entwicklungen. Patientenversorgung darf aber keine Frage der Konjunktur sein. Im Mittelpunkt der medizinischen Versorgung muss der Patient und nicht die wirtschaftlichen Interessen einzelner stehen.Wir sind davon überzeugt, dass jeder Patient auch zukünftig eine seinen Bedürfnissen entsprechende hochwertige medizinische Versorgung erhalten muss – flächendeckend und wohnortnah. Wir fordern die Bundesregierung auf, das Gesundheitswesen vor Fehlentwicklungen im Zuge von Öffnungs- und Privatisierungsverpflichtungen zu schützen. Freihandelsabkommen dienen der wirtschaftlichen Entwicklung, aber sie müssen dort ihre Grenzen haben, wo sie die medizinische Versorgung der Patienten beeinträchtigen. Freihandelsabkommen dürfen den Patientenschutz nicht gefährdenDie Vorschriften für den Berufszugang und die Berufsausübung der Heilberufe dienen dem Schutz der Patienten und der Sicherung einer qualitativ hochwertigen gesundheitlichen Versorgung. Sie dürfen nicht durch die geplanten Freihandelsabkommen ausgehöhlt werden. Die Heilberufe sind besorgt, dass der Anwendungsbereich der Freihandelsabkommen Gesundheitsdienstleistungen erfassen, deregulieren und darüber hinaus einer Normung unterziehen könnte. Damit würde die den Mitgliedstaaten vorbehaltene Gestaltung der Gesundheitssysteme nicht nur durch private internationale industriegetragene Normungsgremien, sondern letztlich durch internationale Freihandelsabkommen insgesamt ausgehebelt. Die Aufgaben der Kammern der Heilberufe sind im Wesentlichen in den Heilberufe- und Kammergesetzen verankert. Sie beinhalten die Förderung der Qualitätssicherung und der Fortbildung, die Gestaltung der Weiterbildung ihrer Mitglieder, die Mitwirkung an der Berufsausbildung, die Wahrung der Interessen des Berufsstandes und die berufsrechtliche Überwachung ihrer Mitglieder. Diese Bestimmungen sind notwendig, um ein hohes Qualitätsniveau der medizinischen Versorgung im Interesse der Patientinnen und Patienten sicherzustellen. Der EuGH hat mehrfach entschieden, dass ein zwingender Grund des Allgemeininteresses eine Beschränkung des Grundsatzes des freien Dienstleistungsverkehrs rechtfertigen kann. Zwingende Gründe des Allgemeininteresses sind die Gewährleistung des Patientenschutzes und der qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung. Die Grundsätze der Freiberuflichkeit und der Selbstverwaltung durch Kammern sowie die Vorschriften für den Berufszugang und die Berufsausübung müssen daher auch unter der Geltung von TTIP beibehalten werden. Die Verhandlungsführer der Europäischen Union müssen zwingend dafür Sorge tragen, dass der Patientenschutz und die hohe Qualität der medizinischen Versorgung nicht einem rein marktwirtschaftlich motivierten Liberalisierungsstreben zum Opfer fallen. Wir fordern daher, dass Gesundheitsdienstleistungen aus dem Anwendungsbereich von Freihandelsabkommen ausgeschlossen werden.Freihandelsabkommen dürfen unsere Standards nicht senkenTTIP wie auch CETA sehen einen mit Experten besetzten Regulierungsrat vor, der sich über Regulierungsansätze etwa in den Bereichen Medizinprodukte und Arzneimittel austauschen soll. Auch wenn es hier primär darum gehen soll, Produkte und Dienstleistungen besser auf die Markteinführung vorzubereiten, befürchten wir die Einführung einer Struktur, die Mitgliedstaaten ausschließt und allein den Interessen der Industrie Vorschub leistet. Keinesfalls darf dieses Gremium über die Köpfe demokratisch legitimierter Regierungen hinweg Fakten schaffen. Beispielhaft erinnern wir an die jahrelangen Diskussionen über das Verbot der Bewerbung verschreibungspflichtiger Arzneimittel oder den zwingend notwendigen Zugang zu den aus klinischen Prüfungen gewonnen Daten. Die Industrie verfolgt hier einen eklatant anderen Ansatz, der bislang keinen Eingang in die EU-Gesetzgebung gefunden hat. Das muss auch in Zukunft so bleiben.Teilnahme am medizinischen Fortschritt sicherstellenDer medizinische Fortschritt basiert auch darauf, medizinische Verfahren anzuwenden und sie stetig zu verbessern. Anders als in den USA, die sogenannte „Medical Procedure Patents“ zulassen, sind in Europa gemäß Art. 53 lit c) des Europäischen Patentübereinkommens (EPÜ) Verfahren zur chirurgischen oder therapeutischen Behandlung des menschlichen oder tierischen Körpers und Diagnostizierverfahren, die am menschlichen oder tierischen Körper vorgenommen werden, von der Patentierbarkeit ausgeschlossen. Dieser Ausschlusstatbestand verhindert, dass die Wahl der Behandlungsmöglichkeiten durch den Patentschutz eingeschränkt wird. Ärzten muss die Freiheit erhalten bleiben, sich für die am besten geeignete Maßnahme zur Behandlung ihrer Patienten entscheiden zu können. Durch „Medical Procedure Patents“ können Behandlungsmöglichkeiten blockiert werden. Dies führt letztlich dazu, dass Patienten von der Teilhabe am Fortschritt in der Medizin ausgeschlossen werden. „Medical Procedure Patents“ müssen in Europa auch weiterhin verboten bleiben.Gesundheitsschutz ist nicht verhandelbarIm Rahmen der Freihandelsabkommen wird auch über den Investitionsschutz diskutiert. Sehen ausländische Investoren den Wert ihrer Investitionen durch politische Entscheidungen, Gesetze oder sonstige staatliche Maßnahmen geschmälert, so können sie neben dem ordentlichen Rechtsweg auch private Schiedsgerichte anrufen. Schiedsgerichtsverfahren sind mit Blick auf die Gesundheitspolitik mit erheblichen Risiken verbunden. Insbesondere die mangelnde Transparenz, die fehlende Einbettung in den europäischen Rechtsrahmen, die Rekrutierung von Schiedsrichtern aus internationalen Anwaltskanzleien und deren Fokus auf internationales Handelsrecht würden dem öffentlichen Interesse und der Komplexität der unterschiedlichen Gesundheitssysteme der Vertragsstaaten potenziell nicht gerecht. Sollte es zu einer Auseinandersetzung über die Auslegung der Vereinbarungen kommen, so stehen den Vertragsparteien zwischenstaatliche Streitbeilegungsmechanismen zur Verfügung. Auch steht es den Vertragsparteien frei, eine ordentliche Gerichtsbarkeit zu wählen. Die Einführung intransparenter paralleler Justizstrukturen ist nicht zuletzt aus staatsbürgerlicher Sicht inakzeptabel. Selbst wenn für die Anrufung solcher Schiedsgerichte hohe Hürden errichtet würden, so reicht doch bereits das Drohpotential möglicher Schadensersatzforderungen aus, um von notwendiger Gesetzgebung zugunsten der öffentlichen Gesundheit abzusehen. Prof. Dr. med. Frank Ulrich MontgomeryPräsident der Bundesärztekammer und des Deutschen ÄrztetagesDr. med. dent. Peter EngelPräsident der BundeszahnärztekammerFriedemann SchmidtPräsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbändeDr. med. Andreas GassenVorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen BundesvereinigungDr. med. dent. Wolfgang EßerVorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung...
118. Deutscher Ärztetag 19.05.2015

Bilanz des 118. Deutschen Ärztetages

Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery zieht eine Bilanz des 118. Deutschen Ärztetages. Außerdem gibt der wiedergewählte Präsident der Bundesärztekammer einen Ausblick auf die gesundheitspolitischen Themen der kommenden vier Jahre. Bei allen Schwierigkeiten, über so einen langen Zeitraum Prognosen zu liefern, werde der Erhalt der ärztlichen Freiberuflichkeit das bestimmende Thema sein, so Montgomery.

Beschlussprotokoll des 118. Deutschen Ärztetages 2015 in Frankfurt am Main

Beschlussprotokoll des 118. Deutschen Ärztetages 2015 in Frankfurt am Main

Hinweis für die Presse: Fotos von der Wahl des Präsidiums

Druckfähige Fotos von der Wahl des Präsidiums sowie weiterer Vorstandsmitglieder auf dem 118. Deutschen Ärztetag in Frankfurt am Main stehen unter www.aerzteblatt.de/bildservice zum kostenlosen Download zur Verfügung.

118. Deutscher Ärztetag 15.05.2015

Deutscher Ärztetag beendet – Zusammenfassung III

 Frankfurt am Main - Ärzte müssen über die für die Berufsausübung erforderlichen Sprachkenntnisse verfügen. Das hat der 118. Deutsche Ärztetag als Voraussetzung für die Erteilung der Approbation oder Berufserlaubnis gefordert. Die Bundesländer wurden aufgefordert, die kompetente Sprachverwendung orientiert am Sprachniveau C1 zu überprüfen. Gleichzeitig müssten Fördermöglichkeiten zur besseren Integration von ausländischen Ärzten geschaffen werden. Dringlich forderten die Abgeordneten die Bundesregierung dazu auf, die Kompetenz der Organisation „Ärzte ohne Grenzen e. V.“ bei der Bekämpfung von Epidemien und Pandemien zu beachten und zu nutzen. Deren Informationen seien zeitnah in die politischen Entscheidungen einzubeziehen. Außerdem forderten die Abgeordneten den Gesetzgeber und die Universitäten auf, bundesweit von Studienbeginn an eine zeitgemäße und praxisorientierte Lehre einzuführen. Diese solle größere praktische Anteile und einen fächer- und wissensübergreifenden Unterricht beinhalten. „Dabei sollte die aktuelle Versorgungsrealität Berücksichtigung finden – hier im Besonderen sowohl die stationäre als auch die ambulante Tätigkeit der Ärzte mit unterschiedlichen Aspekten“, heißt es in dem Entschließungsantrag. Der 118. Deutsche Ärztetag sprach sich auch für eine Stärkung der wissenschaftlichen Kompetenz im Medizinstudium aus. Vor diesem Hintergrund sollten Gesetzgeber und Universitäten die ärztliche Ausbildung weiterentwickeln. Dies schaffe die Grundlage für ein fundiertes wissenschaftliches Verständnis in der späteren ärztlichen Tätigkeit sowie für eine weitergehende Beschäftigung in der Forschung. In einem weiteren Antrag stellte sich die Ärzteschaft einem Abbau der Lehrstühle für Medizinische Informatik entgegen. Sie forderte die Bundesländer und die medizinischen Fakultäten auf, die Voraussetzungen für die zunehmend wichtige Ausbildung im Bereich der medizinischen Informatik zu erhalten und auszubauen. Der 118. Deutsche Ärztetag hat sich für eine Förderung der Aus- und Weiterbildung im Fachbereich Hygiene und Umweltmedizin ausgesprochen. Der Medizinische Fakultätentag solle auf die Universitäten hinwirken, noch vorhandene Lehrstühle für Hygiene zu erhalten. Wo diese bereits abgeschafft wurden, müssten entsprechende Lehrstühle neu etabliert werden. Der 118. Deutsche Ärztetag hat Bund und Länder aufgefordert, das Kapazitätsrecht so zu ändern, dass Medizinstudierende  mit Teilstudienplatz nach dem ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung nahtlos in das klinische Semester wechseln können. Für die Übergangszeit sollten die Fakultäten Überbrückungsmöglichkeiten bei der Wartezeit auf den Vollstudienplatz verbessern. Auch die Bewerbung an anderen Fakultäten müsse erleichtert werden. Der 118. Deutsche Ärztetag hat den Gesetzgeber aufgefordert, das BAföG an PJ-Abschnitte im Ausland anzupassen. Auch diejenigen Abschnitte des Praktischen Jahres, die Medizinstudierende im Ausland verbringen, sollten unabhängig von deren Dauer als förderungswürdig anerkannt werden. Außerdem setzte sich der 118. Deutsche Ärztetag für eine uneingeschränkte Mobilität im Praktischen Jahr ein. Die medizinischen Fakultäten und Landesprüfungsämter sollten die Vorgaben der ärztlichen Approbationsordnung durch entsprechende Ausführungsbestimmungen bundeseinheitlich umsetzen. „Dazu gehört auch die Möglichkeit der Ableistung von mindestens zwei Tertialen im Ausland“, heißt es in dem Antrag. Der 118. Deutsche Ärztetag hat sich für eine weltweite Ächtung von Cyberangriffen, insbesondere auf Einrichtungen des Gesundheitswesens, ausgesprochen. Das Gesundheitsnetz sei ein hoch sensibles Netz. Daher könne ein Angriff schnell zu einer Gefährdung und Verängstigung der Bevölkerung führen. „Deshalb sollte gerade dieses Netz besonderen Schutz erfahren“, heißt es in dem Entschließungsantrag. ...
118. Deutscher Ärztetag 15.05.2015

Deutscher Ärztetag beendet – Zusammenfassung II

Frankfurt am Main - Die Arbeitgeber waren aufgefordert worden, eine korrekte Dokumentation geleisteter Arbeitszeit zu gewährleisten. Bislang sei noch nichts Ausreichendes geschehen, um die im Arbeitszeitgesetz festgeschriebene objektive Dokumentation zu gewährleisten, kritisierten die Abgeordneten des 118. Deutschen Ärztetages. Die zuständigen Aufsichtsbehörden sollten ihre Prüfmechanismen effektiver gestalten und Verstöße wirkungsvoll sanktionieren, forderten die Abgeordneten. An Politik und Arbeitgeber erging der Appell des Deutschen Ärztetages, psychosoziale Risikofaktoren stärker in den Fokus zu rücken und das betriebliche Gesundheitsmanagement zu stärken. Psychisch überlastete Beschäftigte erhielten oft zu spät Beratung oder professionelle Hilfe, kritisierten die Abgeordneten. Insbesondere müsse die Schnittstelle zwischen ambulanter medizinischer Versorgung und den Arbeitsmedizinern in den Betrieben nachgebessert werden. Der 118. Deutsche Ärztetag hat eindringlich für die Weiterentwicklung und Flexibilisierung der ärztlichen Versorgung psychisch Kranker plädiert. Die politisch Verantwortlichen sollten entsprechende Maßnahmen auf Grundlage des „Positionspapier der Bundesärztekammer zur ärztlichen Psychotherapie“ gemeinsam mit der Bundesärztekammer erörtern und in die Wege leiten. Der 118. Deutsche Ärztetag hat sich für eine Ausweitung von Rahmenvorgaben zur Ausbildung und Tätigkeit akademisierter Gesundheitsfachberufe ausgesprochen. Beginnend mit dem Berufsbild des Physician Assistant sollte die gemeinsame Arbeitsgruppe von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung weitere Fachberufe mit einbeziehen. Die Arbeitsgruppe soll Grundsätze zur Integration weiterer Gesundheitsfachberufe in die Patientenversorgung erarbeiten. Zur Prüfung der Objektivität von Fortbildungsinhalten hat sich der 118. Deutsche Ärztetag für bundesweit einheitliche Prüfkriterien ausgesprochen. Das ärztliche Selbstverständnis erfordere Fortbildungsinhalte frei von ideologischen und wirtschaftlichen Interessen. In einem weiteren Antrag sprachen sich die Abgeordneten gegen den Verkauf von Weiterbildungsstellen aus. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Verband der Universitätsklinika Deutschlands sowie ihre Mitgliedsverbände wurden aufgefordert, für eine Gleichbehandlung hinsichtlich der Einstellungsvoraussetzungen und Arbeitsbedingungen von ausländischen Gastärzten in der Weiterbildung zu sorgen. Stipendien sollten zukünftig nur noch zum Erwerb von notwendigen Deutschkenntnissen sowie für Kurse zur Vorbereitung auf eine eventuell anstehende Kenntnisprüfung verwendet werden.
118. Deutscher Ärztetag 15.05.2015

118. Deutscher Ärztetag beendet - Zusammenfassung I

Frankfurt am Main - Der 118. Deutsche Ärztetag hat davor gewarnt, die ärztliche Therapiefreiheit durch eine verbindlich vorgegebene „Programmmedizin“ einzuschränken. Bei jedweder Standardisierung ärztlichen Handelns durch Behandlungspfade, Standard Operating Procedures und klinikinterne Versorgungsanweisungen müsse die Umsetzung ausschließlich beim behandeln Arzt verbleiben. Der 118. Deutsche Ärztetag unterstützt die Bemühungen zur Eindämmung multiresistenter Keime. Im Rahmen der Modellversuche zum prästationären Screening vor elektiven Eingriffen solle die Betreuung betroffener Patienten im Krankenhaus verbessert werden. Der 118. Deutsche Ärztetag lehnt die Leitung ärztlicher Strukturen der Patientenversorgung an Kliniken, Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen durch Angehörige anderer Berufe ab. Ärzte dürften aufgrund ihrer Berufsordnung von Nichtärzten keine Anweisungen in medizinischen Fragen entgegennehmen, stellten die Abgeordneten klar. Der 118. Deutsche Ärztetag hat den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) dazu aufgefordert, bei der Erstellung von Richtlinien zur Messung und Darstellung von Versorgungsqualität die Komplexität des Arzt-Patienten-Verhältnisses im Blick zu behalten. Dementsprechend solle er eine „Qualitätssicherung mit Augenmaß“ forcieren. Außerdem hat der 118. Deutsche Ärztetag den Nachweis eines klaren Patientennutzens gesetzlicher Maßnahmen vor ihrer Verabschiedung gefordert. Analog zur Nutzenbewertung medizinischer Verfahren sollten Gesetze und untergesetzliche Regelungen, die die ärztliche Berufsausübung betreffen, ebenfalls einer solchen Bewertung unterzogen werden. Vor dem Hintergrund des Absturzes der Germanwings-Maschine tritt der 118. Deutsche Ärztetag für die Wiederherstellung des Datenschutzes in der Flugmedizin ein. Alle Fliegerärzte seien jetzt verpflichtet, anonymisierte medizinische Bögen an das Luftfahrt-Bundesamt zu übermitteln. Diese müssten jedoch von den Piloten unterschrieben werden. Dabei handele es sich um einen eklatanten Bruch des Datenschutzes, kritisierte der Ärztetag. In einem weiteren Entschließungsantrag forderte die Ärzteschaft die Klinikleitungen dazu auf, Ärztinnen gezielt zu fördern. „Obwohl der Anteil der Medizinstudentinnen bei über 50 Prozent liegt, verringert sich der Anteil an Ärztinnen erheblich, je höher man in der Entscheiderebene der Klinik steigt“, kritisierten die Abgeordneten. Zudem sollten die Kliniken Karrierehemmnisse für Ärztinnen und Ärzte mit familiären Verpflichtungen abbauen. Darüber hinaus forderte der Deutsche Ärztetag mehr Planungssicherheit für Ärzte an Kliniken. Daher sollten Bund und Länder die Anzahl der unbefristeten Beschäftigungsverhältnisse im ärztlichen Bereich deutlich erhöhen und Vertragslaufzeiten für befristete Verträge festschreiben. Eine Möglichkeit dazu biete die geplante Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG).   ...
118. Deutscher Ärztetag 15.05.2015

eGesundheitskarte: Ärztetag für neue medizinische Anwendungen

Frankfurt am Main - Zum Abschluss des Deutschen Ärztetages in Frankfurt haben sich die Delegierten intensiv mit dem Thema Telemedizin und Telematik sowie mit dem von der Bundesregierung geplanten E-Health-Gesetz beschäftigt. Dabei lehnte das Ärzteparlament mehrheitlich die mit dem E-Health-Gesetz geplante Verpflichtung für das Online-Versichertenstammdatenmanagement in Arztpraxen ab. Gleichwohl sprach sich der Ärztetag für eine  Förderung der Telematikinfrastruktur unter Einbeziehung der ärztlichen Expertise aus. „Die grundsätzliche Offenheit der Ärzteschaft für sinnvolle medizinische Anwendungen in der elektronischen Datenverarbeitung spiegelt sich in unterschiedlichen bereits realisierten regionalen Projekten wieder“, heißt es in der Entschließung. Insbesondere der Datenaustausch zwischen den unterschiedlichen Anbietern im Gesundheitswesen biete einen direkten Nutzen für die Patienten und Ärzte. Die Abgeordneten des Ärztetages forderten einen „Vorrang für die medizinisch relevanten Anwendungen“. Dazu zählten sie unter anderem den direkten Datenaustausch zwischen den Beteiligten im Gesundheitswesen, den  elektronischen Arztbrief, den  Medikationsplan mit der Erweiterung auf OTC-Präparate und den  Notfalldatensatz. Als konkrete weitere Anwendung sprach sich der Ärztetag dafür aus, den Impfausweis auf der elektronischen Gesundheitskarte abzulegen.
118. Deutscher Ärztetag 15.05.2015

Mindest-Personalschlüssel in Kliniken notwendig

Frankfurt am Main - Für verbindliche Mindest-Personalschlüssel für den ärztlichen und pflegerischen Dienst in Krankenhäusern hat sich der Deutsche Ärztetag in Frankfurt ausgesprochen. Die Abgeordneten des Ärztetages warnten, dass Unterbesetzung von Abteilungen zu einer Gefährdung der Gesundheit von Patienten und Mitarbeitern führen. Zudem sei Arbeitszufriedenheit notwendige Voraussetzung, um auch künftig den erforderlichen Nachwuchs für die ärztliche und pflegerische Versorgung zu gewinnen. In einer weiteren Entschließung bekräftigte der Ärztetag seine Forderung, Personalentwicklungskosten etwa für Fortbildungen in den Vergütungssystemen der Krankenhäuser und der Vertragsärzte zusätzlich zu vergüten. Zur Vermeidung von Behandlungsfehlern seien Trainings in interprofessioneller Kommunikation, interdisziplinärem Management und Teamarbeit notwendig und zu finanzieren. Das Ärzteparlament forderte zudem eine bessere Finanzierung der Hochschulmedizin. Hierbei müssten die spezifischen Aufgaben der Hochschulmedizin in Forschung und Lehre ebenso berücksichtigt werden, wie die allgemeinen stationären Versorgungsleistungen. Der Ärztetag wies darauf hin, dass mittlerweile rund zwei Drittel der Universitätskliniken rote Zahlen schreiben. Die besonderen Aufgaben der Universitätskliniken seien keineswegs mit dem sogenannten Zuführungsbetrag für Forschung und Lehre des jeweiligen Bundeslandes abgegolten.
118. Deutscher Ärztetag 15.05.2015

Wohnortnahe ärztliche Versorgung fördern

Frankfurt am Main - Der Ärztemangel in Deutschland betrifft nicht nur die hausärztliche Versorgung, sondern ist ein facharztübergreifendes Problem. Darauf hat der 118. Deutsche Ärztetag in Frankfurt hingewiesen. Betroffen sind unter anderem die Facharztgruppen der Frauenärzte, Augenärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Dermatologen und Urologen. So wie die Hausärzte würden auch diese Facharztgruppen dringend für eine wohnortnahe Versorgung der immer älter werdenden Bevölkerung benötigt.Studien zeigen, dass insbesondere die konservativ tätigen Fachärztinnen und -ärzte überdurchschnittlich unzufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation sind und Nachholbedarf beim Einkommen sehen. Deshalb haben die Selbstverwaltungspartner bereits spezifische Finanzierungsregelungen beschlossen. „Dies reicht jedoch allein nicht aus, um die Perspektive der wohnortnahen ambulanten Versorgung der Bevölkerung nachhaltig zu sichern“, so der Ärztetag. Notwendig seien feste und angemessene Preise für alle Grundleistungen. Alle haus- und fachärztlichen Grundleistungen sollten außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und ohne Mengenbegrenzung vergütet werden. Die Programme der Länder und Kommunen zur Förderung der Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten im ländlichen Raum sollten auf die wohnortnahe fachärztliche Versorgung ausgeweitet werden. Die Universitäten sollten die ambulante Versorgung stärker und von Beginn an in das Medizinstudium integrieren und das Berufsbild des in der ambulanten Versorgung tätigen Haus- und Facharztes - niedergelassen oder angestellt - im Medizinstudium adäquat abzubilden.Um mehr junge Ärzte für eine Tätigkeit im ambulanten Bereich zu gewinnen, forderte der Ärztetag, die finanziellen Fördermöglichkeiten für den Start in die Niederlassung zu verbessern. Zudem sollte man angehenden Ärzten bereits im Medizinstudium verstärkt Möglichkeiten einräumen, im Rahmen von Praktika und Famulaturen Einblick in die Arbeit niedergelassener Ärzte zu erhalten. Auch müssten die Informationsmöglichkeiten zum Thema „Niederlassung“ verbessert werden. Dies sei umso wichtiger, als die Möglichkeiten der selbstständigen Berufsausübung in den vergangenen Jahren deutlich facettenreicher geworden sind.

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Deutsches Ärzteblatt

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Arzneimittelkommission
der deutschen Ärzteschaft
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Qualität in der Medizin
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