Bundesärztekammer

Arztsuche

Arztsuche in Deutschland

Die Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen der Regionen (normalerweise Bundesländer) in Deutschland sind die Einrichtungen, die als einzige die validen Angaben über die Qualifikation der in Deutschland tätigen Ärzte haben. Einige dieser Körperschaften haben bereits Arztsuchdienste aufgebaut, die im Internet für Patienten zugänglich sind. Andere geben bislang nur telefonisch Auskünfte über Ärzte. Wir bieten Ihnen von dieser Seite aus die Informationen zu den Suchdiensten in den einzelnen Regionen.

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telefonische Beratung bei der Suche nach einem Arzt


Die Arztsuche ist regional aus den Daten der entsprechenden Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen zusammengestellt und greift auf deren Daten zurück. Wenn Sie Ihren Eintrag im entsprechenden Arztsuchdienst nicht finden, wobei nicht alle Organisationen online vertreten sind, wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Ärztekammer oder KV.

Regionaltreffen des Weltärztebundes 17.11.2017

Montgomery: Es gibt Alternativen zur Euthanasie

Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery hat am Rande des europäischen Regionaltreffens des Weltärztebundes im Vatikan das vor zwei Jahren in Deutschland beschlossene Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zum Suizid als richtigen und wichtigen Schritt bezeichnet. „Die Aufgabe eines Arztes ist es, Leben zu erhalten und zu retten. Ein Zielwechsel in diesem Bereich würde das gesamte Spektrum ärztlicher Tätigkeit verändern", sagte Montgomery in einem Interview mit Domradio. Es gebe Alternativen zur Euthanasie mit einer sehr gut ausgebauten Palliativmedizin und mit einer intensiven Betreuung am Lebensende für Patienten. „Und wir wissen, dass Patienten, denen man...

Europäischer Antibiotikatag 17.11.2017

Im Kampf gegen Resistenzen an einem Strang ziehen

Berlin – „Keime kennen keine Grenzen. Den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen können wir nur gewinnen, wenn wir europaweit und weltweit an einem Strang ziehen.“ Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery im Vorfeld des Europäischen Antibiotikatages, der am 18. November 2017 begangen wird. „Deutschland hat mit seinen Initiativen gegen Antibiotika-Resistenzen in den letzten Jahren eine Vorreiterrolle übernommen. Diesen Weg müssen wir weiter gehen“, forderte Montgomery mit Blick auf aktuelle Daten des European Centre for Disease Prevention and Control, nach denen die Zahl der durch Antibiotika-Resistenzen infizierten Patienten in der Europäischen Union steigt. Antibiotikaresistente Bakterien beeinträchtigten die Möglichkeiten zur Therapie bakterieller Infektionskrankheiten. “Nur wenn wir jetzt handeln, können wir eine weitere Zunahme von nicht beherrschbaren Antibiotika-Resistenzen verhindern. Neben Maßnahmen zur Förderung der rationalen Antibiotika-Therapie in der Humanmedizin zählt dazu auch ein Verbot oder zumindest eine deutliche Begrenzung der Antibiotikaabgabe in der Tiermast", sagte der Bundesärztekammer-Präsident. In Deutschland wurden mit der Antibiotika-Resistenzstrategie wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht, mit denen unter anderem die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika, alternativer Therapiemethoden und schnellerer Testverfahren verstärkt werden sollen. In der ärztlichen Aus- und Weiterbildung werden grundlegende Kenntnisse über Antibiotika-Resistenzen und einer rationalen Antibiotika-Therapie vermittelt. Aktuell hat die Bundesärztekammer die strukturierte curriculare Fortbildung „Antibiotic Stewardship“ beschlossen, mit der Strategien zum rationalen Einsatz von Antiinfektiva vermittelt werden. Fragen zum Einsatz von Antibiotika sind fester Bestandteil vieler weiterer Fortbildungsangebote der Landesärztekammern. In Vorträgen, Seminaren und Workshops wird über die Diagnostik von Infektionskrankheiten, Indikationsstellung, Auswahl des Antibiotikums, Dauer der Anwendung und Nebenwirkungen der Antibiotikatherapie ebenso informiert, wie auch zu Fragen der Resistenzentwicklung. Montgomery begrüßte die in dieser Woche gestartete Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance des Robert Koch-Instituts, die erstmals allen Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen die Möglichkeit bietet, Antibiotikaverbrauch mit Referenzdaten zu vergleichen. Ein weiteres Augenmerk müsse auf die Vermeidung nosokomialer Infektionen gelegt werden. "Wir müssen die Strukturen im Bereich der Krankenhaushygiene durch den Ausbau von Lehrstühlen und Instituten so fördern, dass ausreichend in Krankenhaushygiene qualifizierte Fachärzte für Hygiene und Umweltmedizin sowie für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie zur Verfügung stehen." Der BÄK-Präsident wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es in Krankenhäusern bereits bei der täglichen Patientenversorgung an ausreichend ärztlichem und pflegerischem Personal mangele. „Aus Studien wissen wir, dass eine hohe Arbeitsdichte das größte Risiko für nosokomiale Infektionen darstellt. Deshalb brauchen wir insbesondere in infektiologischen Risikobereichen wie Intensivstationen mehr Ärzte und Pflegepersonal."
Regionaltreffen des Weltärztebundes 15.11.2017

Montgomery: Besondere ethische Verpflichtung des Arztes verdeutlichen

Berlin/Rom - Zum europäischen Regionaltreffen des Weltärztebundes am 16. und 17. November 2017 im Vatikan erklärt Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer: „Überall auf der Welt diskutieren Gesellschaften die großen ethischen Fragen zum Lebensende. Daher ist es gut, dass der Weltärztebund, die Bundesärztekammer und die Päpstliche Akademie für das Leben Juristen, Ethiker, Theologen und Philosophen aus Europa zu einem Treffen in den Vatikan eingeladen haben. Wir werden uns zwei Tage lang die Zeit nehmen, um abseits vom politischen Tagesgeschäft über die Fragen zu diskutieren, die sich am Ende des Lebens stellen. Wir werden über die Rechte der Patienten und die Pflichten  der Ärzte reden, über die Grenzen der Behandlungsmöglichkeiten und über die Chancen der Palliativversorgung.  Wir wollen die unterschiedlichen Positionen diskutieren, die es dazu in Europa gibt, und die besondere ethische  Verpflichtung des Arztes verdeutlichen.“
Ärztliche Psychotherapie 14.11.2017

Körper und Seele zusammenhalten

Berlin – „Psychische Erkrankungen werden immer mehr zu einer Herausforderung für die Gesundheitsversorgung. Sie verursachen immenses menschliches Leid und auch erhebliche volkswirtschaftliche Kosten.“ Das sagte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), zum Auftakt der Tagung „Chancen und Wert der ärztlichen Psychotherapie“ am 11. November 2017 in Berlin. Die direkten Krankheitskosten beziffert das Statistische Bundesamt für das Jahr 2016 auf 40 Milliarden Euro. Mittlerweile ist in Deutschland jeder dritte Erwachsene im Zeitraum eines Jahres von einer psychischen Erkrankung betroffen. „Die gute Nachricht ist, dass psychische Erkrankungen meist erfolgreich behandelt werden können. Mit dieser Tagung nehmen wir eine Standortbestimmung der ärztlichen Psychotherapie vor, zeigen ihr Alleinstellungsmerkmal und ihren spezifischen Wert auf“, sagte Montgomery. So betonten zahlreiche Referenten auf der von den BÄK-Vorstandsmitgliedern Dr. Heidrun Gitter und Dr. Ulrich Clever moderierten Veranstaltung die Notwendigkeit, die psychiatrische beziehungsweise psychotherapeutische Versorgung eng in den somatischen Behandlungskontext einzubinden. Die Kompetenz der spezifisch ärztlichen Form der Behandlung psychisch Kranker liege insbesondere darin, ein individuelles, somatische wie psychische Aspekte integrierendes Gesamtkonzept für den einzelnen Patienten anbieten zu können. Dies sei umso wichtiger, weil psychische Erkrankungen häufig mit behandlungsbedürftigen somatischen Erkrankungen einhergehen und sich beide wechselseitig sogar noch verstärken können. Langjähriges Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt In Deutschland wird die psychotherapeutische Versorgung sowohl von ärztlichen als auch von psychologischen Psychotherapeuten sowie von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit den ihnen jeweils eigenen Qualifikationen getragen. Für die ärztliche Psychotherapie können Patienten auf ein sehr breit gestuftes Angebot zurückgreifen, das von der psychosomatischen Grundversorgung durch Haus- und Fachärzte bis hin zur fachärztlichen psychiatrischen, psychosomatischen und psychotherapeutischen Versorgung reicht. Nahezu 400.000 Patienten werden jährlich in der ärztlichen ambulanten, stationären und rehabilitativen psychosomatischen Medizin behandelt. Das berichtete auf der Tagung Prof. Dr. Johannes Kruse, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. „Die ärztliche Psychotherapie schafft für Patienten wie für Ärzte eine Brücke zwischen der somatischen und der psychotherapeutischen Versorgung. Sie verhindert eine Aufspaltung zwischen einer Versorgung für den Körper und die Seele“, sagte Kruse, der auch Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) ist. Tatsächlich leisten Haus- und Fachärzte die psychosomatische Grundversorgung in Deutschland. Patienten mit Depressionen werden zu mehr als 80 Prozent von ihrem Hausarzt behandelt, zwei Fünftel der Patienten mit psychischen und psychosomatischen Störungen bei einem Facharzt mit entsprechender Zusatzweiterbildung. Darauf hob auch PD Dr. Martina Rauchfuß, Chefärztin der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Klinik Henningsdorf, ab. Die Vorsitzende des Weiterbildungsinstituts für psychosomatische Frauenheilkunde berichtete über die Behandlung psychischer Erkrankungen durch Fachärzte mit einer Zusatzweiterbildung in Psychosomatischer Grundversorgung. Der Vorteil hier: Es bestehe meist ein langjähriges Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt. Der Einstieg in eine Psychotherapie falle deshalb leichter. Prof. Dr. Sabine C. Herpertz, Direktorin der Klinik für Allgemeine Psychiatrie der Universität Heidelberg, beleuchtete die ärztliche Psychotherapie aus der psychiatrischen Perspektive. „Psychiater erbringen die gesamte Bandbreite psychotherapeutischer Leistungen, vom psychotherapeutischen Gespräch bis hin zu antragspflichtigen Leistungen“, erläuterte sie. Herpertz wies auf Besonderheiten der Psychotherapie in der Psychiatrie hin. So befänden sich Patienten oft in extremen, mitunter sogar lebensbedrohlichen Situationen. Dass Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie auch eine wichtige „Gate-Keeper-Funktion“ einnehmen, betonte Dr. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater. Ihre therapeutische Haltung und ihr therapeutischer Einsatz seien je nach Krankheitsstadium höchst flexibel. Kürzere psychotherapeutische Interventionen von etwa 20 Minuten Dauer seien integraler Bestandteil der Behandlung. Unzureichende Vergütung Als „Dilemma“ bezeichnete Roth-Sackenheim die unzureichende Vergütung. Die Gesprächsleistungen der Psychiater seien in vielen Kassenärztlichen Vereinigungen budgetiert. Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie seien in der Vergütung gegenüber technikorientierten Fächern stark benachteiligt. Eine Aufwertung der Leistungen sei dringend erforderlich. Änderungsbedarf in der Vergütung sieht auch Dr. Norbert Hartkamp, stellvertretender Vorsitzender des Berufsverbandes der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Deutschlands (BPM). Er stellte auf der Tagung die spezifischen Möglichkeiten der psychosomatischen Medizin dar. In diesem Versorgungsbereich würden vermehrt Patienten behandelt, die körperlich, seelisch und psychosozial deutlich bis stark belastet seien. Hartkamp berichtete, dass Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie – gemessen an der Honorarsumme - zu etwa zwei Dritteln Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie, also antragspflichtige Leistungen, erbringen und nur wenige Leistungen aus dem Facharztkapitel. Grund sei, dass sich nur so ein angemessenes Einkommen erzielen lasse. Es sei notwendig, dass auch flexible und staffelbare Gesprächsleistungen in einem angemessenen Umfang honoriert werden. Mehr Behandlungsressourcen und verbesserte Zuweisungsmodelle forderte auch Dr. Christa Schaff vom Berufsverband der Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Die in hohem Maße interdisziplinär mit anderen Heil- und Gesundheitsberufen ausgerichteten kinder- und jugendpsychiatrischen Praxen und Klinikabteilungen sollten unbedingt gefördert und ausgebaut werden. Ein Ansatz könnte das Vier-Ebenen-Modell ärztlich-psychotherapeutischer Kompetenzen sein, das Prof. Dr. Gereon Heuft von der Universität Münster vorstellte. Es soll die psychosomatischen, psychotherapeutischen und psychosozialen Kompetenzen schon im Medizinstudium, aber auch auf Facharztebene stärken. Fachärzten für Psychosomatische Medizin und Psychotherapeuten bliebe durch dieses differenzierte Kompetenzmodell mehr Zeit für die Therapie schwerer psychischer Störungen. Kritik an Gesetzesplänen Der Gesetzgeber setzt indes auf eine Aufwertung der nicht-ärztlichen Psychotherapie und strebt eine Ausbildungsreform in diesem Bereich an. So soll die Ausbildung psychologischer Psychotherapeuten an die Universitäten verlagert werden und mit der Approbation abschließen. Auf zum Teil heftige Kritik stieß auf der Tagung das Vorhaben des Bundesgesundheitsministeriums, im Rahmen der Ausbildungsreform Modellstudiengänge zu schaffen, die dem Erwerb von Kompetenzen "zur Feststellung, Verordnung und Überprüfung von psychopharmakologischen Maßnahmen als Bestandteil einer psychotherapeutischen Versorgung" dienen sollen. Die Verordnung von Arzneimitteln ist bislang allein Ärzten vorbehalten. Mit der Reform folge die Politik der Tendenz, arztersetzende Berufe und Tätigkeiten zu schaffen, hieß es. BÄK-Präsident Montgomery warnte, komme das Gesetz so, wie es skizziert sei, würden sich die Kapazitäten für die psychotherapeutische Aus- und Weiterbildung für den ärztlichen Nachwuchs weiter verknappen. Vorträge und Videobeiträge zur Tagung...
Welt-COPD-Tag 13.11.2017

Welt-COPD-Tag: Rauchen ist Gift für die Lunge

Berlin - „Rauchen ist Gift für die Lunge“, warnt San.-Rat Dr. Josef Mischo, Vorsitzender der Bundesärztekammer-Arbeitsgruppe Sucht und Drogen, anlässlich des Welt-COPD-Tages am Mittwoch (15.11.). Atemnot und chronische Hustenanfälle sind typische Beschwerden der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD, die in 80-90 Prozent der Fälle durch Tabakkonsum ausgelöst wird. „Gegen die Raucherlunge hilft nur der Verzicht auf die Zigarette“, mahnt Mischo. Ärzte sind qualifizierte Ansprechpartner für eine Tabakentwöhnung. Zudem appelliert er an die Politik, die Außenwerbung für Zigaretten auch in Deutschland endlich zu verbieten. Die Lungenkrankheit COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) tritt schleichend meist bei langjährigen Rauchern über 40 Jahre auf, die über Jahre zunehmend unter Atemnot, Husten und Auswurf leiden. Knapp sechs Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind nach neuesten Zahlen des Robert Koch-Instituts von einer COPD betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit einer COPD-Erkrankung. Etwa zwölf Prozent der über 65jährigen leiden an der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit. "Sie stellt in Deutschland die sechsthäufigste Todesursache dar". „Tabakkonsum steht im Zusammenhang mit vielen Krebserkrankungen sowie Gefäßleiden und Lungenkrankheiten wie COPD“, so Mischo. Mehrere Deutsche Ärztetage hatten sich in der Vergangenheit für Einschränkungen bei der Tabakwerbung ausgesprochen. Die Ärzteschaft fordert auch ein strafbewehrtes Rauchverbot in Autos einzuführen, wenn Kinder und Jugendliche mitfahren. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Passivrauchbelastung und schwerwiegenden gesundheitlichen Risiken von Kindern und Jugendlichen nachweisen. In Fahrzeugen entspricht die Feinstaubbelastung durch Tabakrauch etwa der einer durchschnittlich verrauchten Bar. Rauchen ist die Hauptursache für eine COPD. Aber auch die Umweltbelastung durch Feinstaub gerade in Ballungsräumen ist ein zusätzlicher Risikofaktor. Noch ist die wissenschaftliche Datenlage nicht eindeutig, wie die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) erklärt. Allerdings bestätigten aktuelle Langzeitstudien die gesundheitlichen Gefahren durch Feinstaub, Stickoxide und Rußpartikel. Neueste Untersuchungen belegten ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs bei Erwachsenen, Lungenentzündungen bei Kleinkindern sowie eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lungenfunktion in allen Altersbereichen. Patienteninformationen zu COPD: Was passiert bei COPD? [PDF] Verschlechterung bei COPD - Was kann ich tun? [PDF] 
Ökonomisierung 08.11.2017

Montgomery: "Es darf keine Stückzahl-Mentalität geben"

Berlin - Zu der Studie „Die Ökonomisierung patientenbezogener Entscheidungen im Krankenhaus“ von Prof. Karl-Heinz Wehkamp und Prof. Heinz Naegler erklärt Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: „Die Politik hat seit Anfang der Neunziger Jahre den Preiswettbewerb in unserem Gesundheitswesen forciert. Die Folgen sind für Ärzte tagtäglich spürbar, etwa wenn sie von Klinik- und Kostenträgern dazu angehalten werden, primär in ökonomischen Dimensionen zu denken und nach rein betriebswirtschaftlichen Vorgaben zu handeln. Sie geraten in einen Zielkonflikt, denn sie müssen einerseits ihren berufsethischen Pflichten genügen, die sich auch in der ärztlichen Berufsordnung widerspiegeln, anderseits aber auch wirtschaftliche Rentabilitätsziele erreichen, die ihnen durch die Sozialgesetzgebung vorgegeben werden. Zu Recht fordern die Studienautoren, dieses Dilemma zu enttabuisieren und die wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Steuerungskonzepte zu verändern. Für die Studie wurden 22 Ärzte und 21 Geschäftsführer interviewt. Wenig überraschend verwiesen die Geschäftsführer auf die erforderliche Gewinnorientierung und betonten, keinen direkten Einfluss auf ärztliche Entscheidungen zu nehmen. Ganz anders die Aussagen der Ärzte: Sie berichteten von wachsendem und mittlerweile alltäglichem Druck, betriebswirtschaftliche Interessen bei patientenbezogenen Entscheidungen zu berücksichtigen. Arbeitsverdichtung, Zeitknappheit und Stress wirkten sich auf die Qualität der Entscheidungen und der sie vorbereitenden Prozesse aus. So entstünden Risiken für Personal und Patienten, lautet der besorgniserregende Befund der befragten Mediziner. Die Ärzteschaft hat deshalb immer wieder gefordert, dass sich die Ökonomie am Primat des Patientenwohls und an Qualitätskriterien ausrichten muss. Das fängt mit der Reform des unflexiblen Fallpauschalensystems an. Kliniken in dünn besiedelten Regionen können sich aus den DRG-Vergütungen kaum mehr kostendeckend finanzieren, was sich mehr und mehr auch auf das verfügbare Personal auswirkt. Die Ärzteschaft lehnt den 100-Prozent-Ansatz des deutschen Fallpauschalensystems ab. Wir brauchen eine Vergütungssystematik, die an den individuellen Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet ist. Notwendig sind für Krankenhäuser und Kostenträger mehr Ermessensspielräume bei ihren Budgetverhandlungen, damit die Sicherstellung der wohnortnahen Krankenhausbehandlung in strukturschwachen Gebieten ebenso berücksichtigt werden kann wie die Finanzierung von Extremkostenfällen. Ebenso dringender Reformbedarf besteht bei der Investitionsförderung durch die Bundesländer. Die Investitionsmittel sind seit 1991 um rund 30 Prozent gesunken. Das daraus entstandene Defizit beläuft sich bundesweit auf mehr als 30 Milliarden Euro. Krankenhäuser sind deshalb gezwungen, Gelder aus der Betriebsfinanzierung zur Abdeckung unaufschiebbarer, investiver Maßnahmen zu verwenden. Diese Mittel fehlen in der Patientenversorgung. Deutsche Ärztetage haben aus diesen Gründen mehrfach klargestellt, dass medizinische Einrichtungen im stationären wie im ambulanten Bereich Instrumente benötigen, die eine ärztliche Mitverantwortung für die Betriebsführung stärker berücksichtigen. Darauf verweisen auch die Studienautoren, die eine Intensivierung der krankenhausinternen Kommunikation und eine stärkere Beteiligung der Ärzte an der Weiterentwicklung der Leistungs- und Ressourcenplanung fordern. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich ärztliche Leistungen und deren Honorierung ausschließlich an ihrer medizinischen Sinnhaftigkeit orientieren und dass bei der Wahl der Behandlungsmethode nicht die Kosten, sondern der Nutzen für den Patienten ausschlaggebend sind. Es darf keine "Stückzahl-Mentalität" in unserem Gesundheitswesen geben. Wir haben es schon oft gesagt und wir bleiben dabei: Patienten sind keine Kunden und Ärzte keine Kaufleute."...
Transplantationsmedizin 30.10.2017

Prüfgremien legen Berichte vor

Berlin - Die Prüfungskommission und die Überwachungskommission in gemeinsamer Trägerschaft von Bundesärztekammer, GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft haben ihre Kommissionsberichte zu den Prüfungen der Herztransplantationsprogramme der Medizinischen Hochschule Hannover und des Universitätsklinikums Frankfurt sowie der Lebertransplantationsprogramme des Universitätsklinikums des Saarlandes – Standort Homburg, des Universitätsklinikums Jena und des Universitätsklinikums Göttingen veröffentlicht. Bei keiner dieser Prüfungen wurden Anhaltspunkte für systematische Manipulationen festgestellt.
Patienteninformation 30.10.2017

Neue Kurzinformation erschienen: „Bislang kein Nutzen belegt: Methadon in der Krebsbehandlung“

Berlin - In den Medien machen derzeit Geschichten von Patientinnen und Patienten die Runde, deren Krebs angeblich erfolgreich mit Methadon behandelt worden ist. In der Patienteninformation „Bislang kein Nutzen belegt: Methadon in der Krebsbehandlung“ des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) erfahren Interessierte, was man bislang über die Wirkung von Methadon und mögliche Risiken weiß. Es ist wichtig zu prüfen, wie zuverlässig die Berichte über Methadon in der Krebsbehandlung sind. Mündliche Erzählungen sind keine gute Forschungsquelle, so das ÄZQ. Bislang gibt es zudem nur wenige Veröffentlichungen dazu. Sie erlauben keine sicheren Aussagen darüber, ob sich Krebs mit Methadon behandeln lässt. Gesichert ist aber, dass Methadon Schäden verursachen kann. Wissenschaftliche medizinische Fachgesellschaften warnen einstimmig  vor dem Einsatz von Methadon bei Krebs. Sie sehen nach den derzeit vorliegenden Daten keinen ausreichenden Anhaltspunkt für einen Nutzen, aber Belege für Schäden.  Die Reihe „Kurzinformationen für Patienten (KiP)“ entwickelt das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag der Bundesärztekammer  und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Das ÄZQ erstellt dafür doppelseitige Dokumente im DIN-A4-Format, die als PDF-Download zum kostenlosen Ausdrucken und Verteilen bereit stehen. Bislang kein Nutzen belegt: Methadon in der Krebsbehandlung [PDF]
Welt-Polio-Tag 27.10.2017

Welt-Polio-Tag: BÄK warnt vor Impfmüdigkeit

Berlin - „Solange es Polio-Viren in der Welt gibt, besteht die Gefahr einer Ansteckung auch in Deutschland, besonders durch den weltweiten Reiseverkehr. Ohne eine ausreichend geimpfte Bevölkerung könnte die Kinderlähmung zurückkehren. Sicherheit gibt es erst dann, wenn Polio  weltweit komplett ausgerottet ist. Bis dahin müssen wir also auch in Deutschland weiterhin konsequent gegen Kinderlähmung impfen“, warnte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery zum Welt-Polio-Tag (28.10.) vor Impfmüdigkeit. Neben der Eliminierung von Masern und  Röteln ist die Vernichtung der Poliomyelitis erklärtes und erreichbares Ziel nationaler und internationaler Gesundheitspolitik, wie die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut mitteilt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich eine Welt ohne Polio zum Ziel gesetzt: Nord- und Südamerika sind seit 1994 poliofrei, der europäische Raum seit 2002. Noch tritt Polio jedoch in einigen Ländern und Regionen auf , beispielsweise in Afghanistan, Pakistan und Nigeria. Im Kampf gegen globale Epidemien hat der 118. Deutsche Ärztetag Deutschland, Europa und die Weltgemeinschaft aufgefordert, die Erforschung von Infektionskrankheiten und die Entwicklung und den Einsatz von diagnostischen Tests, Therapien und Impfstoffen voranzutreiben. „Es muss eine staatliche Förderung für die Entwicklung und die Bereitstellung von Arzneimitteln und Impfstoffen zur Eindämmung von Epidemien geben sowie eine Finanzierung flächendeckender Impfprogramme“, heißt es in einer Entschließung des Ärztetages.
BÄKground 25.10.2017

Neue Ausgabe des BÄK-Informationsdienstes BÄKground

Eigentlich läuft es so: Spätestens, wenn die Fernsehsender am Wahlsonntag um 18:00 Uhr die erste Prognose verkünden, verpufft die Spannung des Wahlkampfs und der Wähler weiß relativ sicher, welche Koalition in den kommenden vier Jahren das Land regieren wird. Bei dieser Wahl ist es umgekehrt. Nach einem blutleeren Wahlkampf stehen uns spannende Koalitionsverhandlungen bevor, die dem Land erstmals eine Regierung aus CDU/CSU, FDP und Grünen bescheren könnten. Oder Neuwahlen. Oder, ein Rückzieher vom Rückzieher der SPD vorausgesetzt, doch noch eine Neuauflage der Großen Koalition.Ebenso unklar ist noch, wer auf dem Stuhl des Bundesgesundheitsministers Platz nehmen wird. Fest steht allerdings, dass auf ihn viel Arbeit zukommt. Die Gesundheitspolitik spielte im Wahlkampf zwar kaum eine Rolle, Baustellen gibt es aber genug. Im BÄKground-Interview benennt Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), einige der wichtigsten: das Großprojekt Digitalisierung, die Krankenhausfinanzierung sowie der Kampf gegen den Fachkräftemangel.Ein gesundheitspolitisches Top-Thema der kommenden Legislaturperiode wird die Neuordnung der Notfallversorgung sein. Marburger Bund und Kassenärztliche Bundesvereinigung haben ein gemeinsames Konzept vorgelegt. Auch der Sachverständigenrat hat seine Vorstellungen skizziert.Darüber hinaus steht auch die Reform des Medizinstudiums auf der To-Do-Liste von Bund und Ländern. Inzwischen beschäftigt sich sogar das Bundesverfassungsgericht mit der Frage, ob der Numerus Clausus mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Bei der Anhörung in Karlsruhe plädierte der BÄK-Präsident für ein modernes und transparentes Auswahlverfahren, das neben der Abiturnote auch weiche Faktoren berücksichtigt. BÄKground Oktober 2017 [PDF]
WMA 20.10.2017

Weltärztebund verabschiedet neues ärztliches Gelöbnis

Berlin  – Der Weltärztebund (WMA) hat den hippokratischen Eid für Ärzte modernisiert. Die Delegierten einigten sich auf ihrer Generalversammlung in Chicago auf eine überarbeitete Fassung des Genfer Gelöbnisses, das aus dem Jahr 1948 stammt. „Die Neufassung hebt nun stärker als zuvor auf die Autonomie des Patienten ab“, sagte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, stellvertretender Vorsitzender des WMA. In der aktualisierten Fassung verpflichtet das Gelöbnis die Ärzte, medizinisches Wissen zum Wohl der Patienten und zur Förderung der Gesundheitsversorgung mit ihren Kollegen zu teilen. Vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitsbelastung appelliert es aber auch an die Ärzte, sich um ihre eigene Gesundheit zu kümmern. Nur dann könnten sie eine gesundheitliche Versorgung auf höchstem Niveau leisten. Auf der ganzen Welt berufen sich Ärzte auf das Genfer Gelöbnis. In vielen Ländern ist es Teil der ärztlichen Berufsordnung, in manchen hat es sogar Gesetzescharakter. Der WMA rechnet damit, dass die überarbeitete Fassung weltweit als ethischer Kodex für alle Ärzte anerkannt wird. Die Änderungen waren von einer internationalen Arbeitsgruppe unter Leitung der Bundesärztekammer über einen Zeitraum von zwei Jahren vorbereitet worden. Darüber hinaus fassten die Delegierten eine Reihe weiterer Beschlüsse. So verabschiedeten sie die „Deklaration von Chicago“ zur Qualitätssicherung in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung. Darin fordert der Weltärztebund die Implementierung moderner Akkreditierungs- und Anerkennungssysteme an den medizinischen Fakultäten. In einer weiteren Stellungnahme gibt der WMA der Weltgesundheitsorganisation und den Staatsregierungen Empfehlungen zur effektiveren Bekämpfung von Pandemien und Epidemien. Die Ärzteschaft wird dazu aufgerufen, auf nationaler Ebene ihr Fachwissen mit in die Krisenreaktionsprogramme einzubringen. Die Bundesärztekammer hatte die Stellungnahme gemeinsam mit dem britischen und dem amerikanischen Ärzteverband ausgearbeitet. Eine dringliche Resolution befasst sich mit der Lage der polnischen Ärzte in Weiterbildung. In Polen sind mehrere junge Ärzte in einen Hungerstreik eingetreten, um auf ihre schlechte finanzielle Lage aufmerksam zu machen und für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Der WMA erklärte seine Solidarität mit den Ärzten in Polen. Er forderte die polnische Regierung dazu auf, nach Lösungen zu suchen, um das Leben der Ärzte zu schützen und das Gesundheitssystem im Interesse der Patienten ausreichend zu finanzieren. „Es ist richtig, dass die polnischen Ärzte diese Ausbeutung nicht länger hinnehmen wollen. Sie verdienen dafür unsere volle Unterstützung“, sagte der WMA-Vize-Vorsitzende Montgomery.Weiterführende LinksGenfer Gelöbnis in englischer Sprache:https://www.wma.net/policies-post/wma-declaration-of-geneva/ Deklaration von Chicago: https://www.wma.net/policies-post/wma-declaration-of-chicago-on-quality-assurance-in-medical-education/Resolution zu Epidemien und Pandemien: https://www.wma.net/policies-post/wma-statement-on-epidemics-and-pandemics/Dringlichkeitsresolution zur Situation in Polen: https://www.wma.net/policies-post/emergency-council-resolution-on-poland/

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Deutsches Ärzteblatt

www.aerzteblatt.de

Arzneimittelkommission
der deutschen Ärzteschaft
www.akdae.de

Ärztliches Zentrum für
Qualität in der Medizin
www.aezq.de