Bundesärztekammer

Arztsuche

Arztsuche in Deutschland

Die Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen der Regionen (normalerweise Bundesländer) in Deutschland sind die Einrichtungen, die als einzige die validen Angaben über die Qualifikation der in Deutschland tätigen Ärzte haben. Einige dieser Körperschaften haben bereits Arztsuchdienste aufgebaut, die im Internet für Patienten zugänglich sind. Andere geben bislang nur telefonisch Auskünfte über Ärzte. Wir bieten Ihnen von dieser Seite aus die Informationen zu den Suchdiensten in den einzelnen Regionen.

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Online-Arztsuche vorhanden

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telefonische Beratung bei der Suche nach einem Arzt


Die Arztsuche ist regional aus den Daten der entsprechenden Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen zusammengestellt und greift auf deren Daten zurück. Wenn Sie Ihren Eintrag im entsprechenden Arztsuchdienst nicht finden, wobei nicht alle Organisationen online vertreten sind, wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Ärztekammer oder KV.

Biobanken 13.12.2017

BÄK informiert über wichtige Fragen rund um Biobanken

Berlin – Qualitätsgesicherte Biobanken sind in den vergangenen Jahren zu einer unverzichtbaren Grundlage für die Erforschung von Krankheiten geworden. Sie tragen zu Neuentwicklungen von präventiven Maßnahmen, zu verbesserten Diagnosemöglichkeiten und zu neuen Behandlungsansätzen bei. „Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis sind für ihre Patienten die ersten Ansprechpartner bei Fragen rund um Biobanken. Umso wichtiger ist es, dass wir ihnen gesicherte und praxistaugliche Informationen über diesen Bereich der Medizin an die Hand geben.“ Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery anlässlich der Veröffentlichung des Informationspapiers der...

Organtransplantation 06.12.2017

Jahresbericht 2016/2017 der Prüfungskommission und der Überwachungskommission zur Prüfung der Herz-, Lungen-, Leber-, Nieren- und Pankreastransplantationsprogramme vorgelegt

Berlin - Die für die Prüfung der Transplantationszentren zuständigen Kontrollgremien haben eine positive Zwischenbilanz ihrer zweiten Prüfperiode gezogen. Für die allermeisten Kliniken sei es selbstverständlich, sich an die Richtlinien für die Organvergabe zu halten, betonten die Vorsitzenden von Prüfungskommission und Überwachungskommission in gemeinsamer Trägerschaft von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2016/2017 in Berlin. „Wir werden auch künftig jeder Unregelmäßigkeit nachgehen, um so das Vertrauen in die Organspende weiter zu stärken“, sagte Prof. Dr. med. habil. Dr. h.c. Hans Lippert, Vorsitzender der Überwachungskommission. Lippert dankte insbesondere den Landesministerien, die als Aufsicht der Transplantationszentren verbindlich in die Kontrollen einbezogen sind. „Wir arbeiten in der Regel eng mit den Ministerien zusammen, um einen schnellen und umfassenden Informationstransfer zu ermöglichen.“ Seit dem Jahr 2012 nehmen Prüfungskommission und Überwachungskommission in 3-Jahres-Abständen verdachtsunabhängige Prüfungen aller Transplantationsprogramme vor. In diesem Jahr haben die Kommissionen 59 Transplantationsprogramme auf der Basis der Krankenakten von mehr als 1.900 Empfängern postmortal gespendeter Organe aus den Jahren 2013 bis 2015 überprüft. „Prüfgegenstand ist unverändert die Frage, ob bei den Anmeldungen zur Warteliste und insbesondere bei den Hochdringlichkeitsanträgen an Eurotransplant gegen die Richtlinien der Bundesärztekammer für die Wartelistenführung und die Organvermittlung verstoßen wurde“, erläuterte die Vorsitzende der Prüfungskommission, Vorsitzende Richterin am Kammergericht i. R. Anne-Gret Rinder. Wie aus dem Jahresbericht von Prüfungskommission und Überwachungskommission hervorgeht, haben sich bei den abgeschlossenen Verfahren im Bereich der Nieren-, Pankreas- und kombinierten Nieren-Pankreastransplantationen sowie der Lungentransplantationen keine Auffälligkeiten ergeben. Auch die bereits abgeschlossenen Prüfungen der Herz- und der Lebertransplantationsprogramme bestätigen, dass der ganz überwiegende Teil der Zentren ordnungsgemäß und korrekt arbeitet. Auffälligkeiten stellten die Kommissionen lediglich in den Universitätskliniken Berlin, Göttingen und Essen fest. Bei der bereits früher begonnenen und im Berichtszeitraum abgeschlossenen Prüfung des Herztransplantationsprogramms des Deutschen Herzzentrums Berlin mussten Richtlinienverstöße beanstandet werden. Das betroffene Transplantationszentrum hatte auf diese Verstöße bereits zu Beginn der Prüfung hingewiesen und diese auf eigene Initiative der zuständigen Staatsanwaltschaft und dem zuständigen Ministerium gemeldet. Es konnte darüber hinaus festgestellt werden, dass von Frühjahr 2014 an keine Anhaltspunkte mehr für systematische Verstöße oder Manipulationen vorlagen. Auch bei der ebenfalls bereits früher begonnenen und in diesem Berichtszeitraum abgeschlossenen Prüfung des Lebertransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Göttingen stellten die Experten systematische Richtlinienverstöße fest. Hierbei ging es u. a. um die Abklärung der Alkoholkarenz bei alkoholbedingter (äthyltoxischer) Leberzirrhose bis zum Jahre 2011. Es wurde jedoch deutlich, dass sich das Zentrum nach der Prüfung in der letzten Prüfungsperiode von 2013 an im Wesentlichen richtlinienkonform verhalten und auch Fehler aus der Vergangenheit korrigiert hat. Für die nachfolgenden Jahre stellten die Kommissionen daher keine Anhaltspunkte mehr für systematische Richtlinienverstöße fest. Auch bei der bereits früher begonnenen und im Berichtszeitraum abgeschlossenen Prüfung des Lebertransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Essen mussten die Prüfer systematische Richtlinienverstöße beanstanden. Hierbei handelte es sich um Verstöße gegen die Ausnahmeregelung zur Anmeldung auf die Warteliste bei Vorliegen eines Leberkrebses (hepatozelluläres Karzinom). Zum anderen wurde hier ebenfalls die Frage der Alkoholkarenz bei äthyltoxischer Leberzirrhose nicht ausreichend abgeklärt. Weiterhin stellten die Kommissionen in erheblichem Umfang Verstöße gegen die Regeln des beschleunigten Vermittlungsverfahrens (sog. Rescue-Allocation) fest. In diesem Zusammenhang hatte das Zentrum auch gegen die Verpflichtung verstoßen, die Gründe für die Auswahlentscheidung zu dokumentieren. Mit Blick auf die in den Richtlinien geforderte sechsmonatige Alkoholkarenz der Patienten teilte Rinder mit, dass die noch ausstehenden Prüfungen fortgesetzt werden. Zwar gehe die Entscheidung des 5. Strafsenats des Bundesgerichtshofs vom 28. Juni 2017 davon aus, dass der „strikte Ausschluss“ von der Warteliste vor Ablauf von sechs Monaten unter anderem die Ermächtigungsnorm von § 16 Abs. 1 TPG überschreite und daher nicht strafrechtsbegründend sei. Die Aussage des Senats beziehe sich jedoch auf eine Regelung, die zum Zeitpunkt der angeklagten Regelverstöße gültig gewesen, aber bereits vor zwei Jahren geändert worden sei. Bis August 2015 schrieb die Richtlinie eine sechsmonatige Alkoholkarenz als strikte Voraussetzung einer Aufnahme in die Warteliste vor. Seither gilt eine vom Bundesministerium für Gesundheit genehmigte Neufassung, die eine Ausnahmeregelung vorsieht. Die Kommission stehe deshalb weiterhin in der Pflicht, die Alkoholkarenz der Patienten unter besonderer Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls und damit die Einhaltung der Richtlinie zu überprüfen. Prof. Dr. jur. Hans Lilie, Vorsitzender der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, betonte ausdrücklich die Bedeutung des Urteils des Bundesgerichtshofs: „Die Richtlinien der Bundesärztekammer sind nach den Ausführungen des Bundesgerichtshofs eine Form exekutiver Rechtsetzung.“ Lilie hob hervor, dass es bereits seit 2013 strafbewehrt verboten sei, bei der Meldung an Eurotransplant den Gesundheitszustand eines Patienten unrichtig zu erheben, zu dokumentieren oder einen unrichtigen Gesundheitszustand zu übermitteln, um Patienten zu bevorzugen. „Wer gegen dieses Verbot verstößt, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden“, so Lilie. Er erinnerte daran, dass die Bundesärztekammer bereits unmittelbar nach dem Göttinger Transplantationsskandal im Jahr 2012 eine Gesamtrevision der Richtlinien zur Organtransplantation eingeleitet hat. „Vor dem Hintergrund des Urteils des 5. Strafsenats sind die Bundesärztekammer als Richtliniengeberin, die Trägerorganisationen der Prüfungskommission, das Bundesministerium für Gesundheit sowie die Obersten Landesgesundheitsbehörden übereinstimmend der Auffassung, die Gesamtrevision verstärkt fortzusetzen und alle Richtlinien für die Wartelistenführung und Organvermittlung strukturiert einer systematischen Aktualisierung zu unterziehen“, so Lilie. Prof. Dr. jur. Ruth Rissing-van Saan, Leiterin der Vertrauensstelle Transplantationsmedizin, gab einen Überblick über die Arbeit der Vertrauensstelle. Deren Aufgabe ist es, auf vertraulicher Basis Hinweise auf Auffälligkeiten im Bereich der Organspende und der Organtransplantation entgegenzunehmen und in Kooperation mit der Prüfungskommission und der Überwachungskommission zu klären. Die Vertrauensstelle ist ein von den Strafverfolgungsbehörden unabhängiger Ansprechpartner vor allem für Patienten und deren Angehörige sowie für alle interessierten Bürger. „Im vergangenen Jahr sind insgesamt 35 Eingaben bei der Vertrauensstelle eingegangen“, berichtete Rissing-van Saan. Neben anonymen Anfragen sei die Vertrauensstelle auch von Beschäftigten in Transplantationszentren sowie von anderen in das Transplantationsgeschehen eingebunden Stellen kontaktiert worden. „Immer häufiger gehen bei uns aber auch Fragen zur Lebendspende und zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen und Asylbewerbern ein. Bei den Eingaben zur Lebendspende geht es häufig um Fragen zu Kostentragung für Rehabilitations- und Anschlussheilbehandlungen sowie Entschädigungen für den Verdienstausfall des Spenders“, sagte Rissing-van Saan. Abschließend appellierte Lippert an die Zentren, ihre Patienten über das Transplantationsregister, das gerade errichtet wird, zu informieren und gemäß den gesetzlichen Vorgaben aufzuklären. „Wir alle haben das Transplantationsregister gewollt und müssen nun auch dafür Sorge tragen, dass es erfolgreich umgesetzt werden kann“, forderte Lippert. Materialien zur Pressekonferenz ...
Gesundheitspolitik 06.12.2017

„Duales System schafft positiven Innovationsdruck“

Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery hat seine Kritik an den Plänen für eine Bürgerversicherung bekräftigt. „Wir glauben, dass aus dem Wettbewerb zwischen privaten und gesetzlichen Kassen sehr viel positiver Innovationsdruck entsteht“, sagte Montgomery in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel (06.12.2017). In einem Land, in dem man zusätzliche Leistungen nicht verbieten könne, würde es bei einer Bürgerversicherung sofort einen zusätzlichen, teuer bezahlten Gesundheitsmarkt geben. Dann hätten wir wirklich die Zwei-Klassen-Medizin, von der Herr Lauterbach behauptet, dasswir sie heute schon hätten.“ Wer Zwei-Klassen-Medizin besichtigen wolle, sollte sich die Einheitssysteme in anderen Ländern ansehen.Jenseits der Frage nach der Krankenkassenfinanzierung gebe es genügend Reformbedarf im Gesundheitswesen. Die neue Bundesregierung sollte sich unter anderem der Digitalisierung und der Überwindung der Sektorengrenzen widmen, forderte Montgomery. Notwendig seien aber auch vernünftige Regelungen für die Notfallversorgung. Die Herausforderungen in diesem Bereich  könnten nur von Kliniken und Praxen gemeinsam bewältigt werden. „Es muss Anlaufstellen geben, die entscheiden, wer ins Krankenhaus muss und wer nicht. Das muss gemeinsam geregelt und sauber durchfinanziert werden“, so der BÄK-Präsident. Wichtig sei auch, die Patienten über die Angebote besser aufzuklären. „Niedergelassene Ärzte haben auch Notfallpraxen und mit 116 117 eine eigene Notrufnummer. Der Arzt, der sich freitags um 13 Uhr zum Golfplatz verabschiedet, ist ein Klischee. Es gibt überall Hilfe. Man muss nur wissen, wo.“Der BÄK-Präsident sprach sich zudem dafür aus, den Handlungsspielraum von Heilpraktikern so weit wie möglich zu beschränken. "Zur Gefahrenabwehr für die Bevölkerung sollte man den Heilpraktikerberuf eigentlich ganz abschaffen", sagte  er. Da dies nicht durchsetzbar sei, müsse man wenigstens ihr Tätigkeitsspektrum begrenzen. Man sollte ihnen alle invasiven Eingriffe verbieten. Auch Krebsbehandlungen müssten Heilpraktikern untersagt werden. Da die Ausbildung bisher von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt ist, sollen die Richtlinien für die Heilpraktikerprüfung nun vereinheitlicht werden. Eine entsprechende Richtlinie der Bundesregierung wird derzeit mit den Ländern beraten. Montgomery warnte davor, den Beruf des Heilpraktikers mit der Neuregelung aufzuwerten. "Wenn die Prüfungsabsolventen das Pseudosiegel eines staatlich geprüften Heilpraktikers bekämen, hielten wir das für eine ganz grobe Patiententäuschung", sagte er. Die Prüfung sei nicht annähernd vergleichbar mit den Anforderungen an approbierte Mediziner.
Single Market Information Tool 06.12.2017

BÄK lehnt EU-Verordnungsvorschlag zum Binnenmarkt-Auskunftsersuchen ab

Berlin - Die Europäische Kommission hat einen Verordnungsvorschlag für ein Binnenmarkt-Auskunftsersuchen (SMIT – Single Market Information Tool) vorgestellt, nach dem die Kommission in Fällen möglicher Verletzungen von EU-Vorschriften zum Binnenmarkt und damit verbundenen Bereichen direkte Auskunftsersuchen an Unternehmen und Unternehmensvereinigungen richten können soll. Dabei fallen Arztpraxen voraussichtlich unter den Unternehmensbegriff, während die Ärztekammern als Unternehmensvereinigungen angesehen werden könnten. In einer Stellungnahme, die an das Bundesministerium für Wirtschaft übersandt wurde, lehnt die Bundesärztekammer den Vorschlag ab. Sie betont zwar, dass die EU-Kommission legitimiert sei, gut informiert Verstößen gegen den Binnenmarkt nachzugehen. Der Verordnungsvorschlag falle jedoch vor allem dadurch auf, dass viele Formulierungen sehr weit und nicht eindeutig seien. Außerdem verstößt der Vorschlag aus Sicht der Bundesärztekammer gegen das Subsidiaritätsprinzip, da das im Verordnungsvorschlag enthaltene, sehr weit gefasste Informationsrecht der Kommission keinen Mehrwert erkennen lasse, sondern vielmehr die alleinige Zuständigkeit der Mitgliedstaaten für den Vollzug des europäischen Rechts umgangen werde. Zudem verstoße der Vorschlag gegen das Verhältnismäßigkeitsprinzip, da er faktisch eine zusätzliche Aufsichts- und Kontrollinstanz neben den nationalen Behörden im Verhältnis zu den Marktteilnehmern schaffen soll und die damit entstehenden Doppelstrukturen und Belastungen der Unternehmen außer Verhältnis zum verfolgten Zweck stünden. Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Binnenmarkt-Auskunftsersuchen (SMIT-Single Market Information Tool), EU-Verordnungsvorschlag KOM(2017)257 vom 2. Mai 2017 [PDF]
Welt-Aids-Tag 29.11.2017

Montgomery: Menschen mit HIV/AIDS werden noch immer stigmatisiert

Berlin - „Eine HIV-Infektion ist längst kein Todesurteil mehr. Wir können sie zwar noch nicht heilen, aber doch gut behandeln. Trotzdem haftet HIV noch immer ein Stigma an.“ Darauf wies Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) aus Anlass des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember hin, der in diesem Jahr unter dem Motto „positiv zusammenleben“ steht. „Davon sind wir leider noch weit entfernt“, so Montgomery weiter. Noch immer wecke die Diagnose „HIV positiv“ Ängste und Vorurteile – sogar im engsten persönlichen Umfeld. Das setze eine Negativspirale in Gang: „Die Betroffenen outen sich aus Angst vor Diskriminierung nicht, viele ziehen sich in die Isolation zurück, und dadurch verschwindet das Thema Aids aus der öffentlichen Wahrnehmung“, warnte der BÄK-Präsident. Dabei gibt es in Bezug auf Neuinfektionen keine Entwarnung. Nach den neuesten Zahlen des Robert Koch-Instituts haben sich im Jahr 2016 etwa 3.100 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert, etwa genauso viele wie im Jahr davor. „Das zeigt, dass wir bei der Aufklärung und Prävention nicht nachlassen dürfen“, forderte Montgomery.
BÄK-Tagung zur Suchtmedizin 29.11.2017

Mischo: Mehr Forschung zu Cannabis-Medikamenten notwendig

Berlin – „Wir wissen noch viel zu wenig darüber, ob und wie Arzneimittel auf Cannabis-Basis wirken. Die Studienlage hierzu ist deutlich schwächer, als in der Öffentlichkeit allgemein angenommen wird.“ Dieses Fazit zog Dr. Josef Mischo, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Sucht und Drogen“ der Bundesärztekammer (BÄK) nach einem Erfahrungsaustausch über aktuelle suchtmedizinische Themen am 27. November 2017 in Berlin. Die BÄK hatte dazu Vertreter von Ärzteschaft, Wissenschaft und Politik eingeladen. „Wir müssen auf der Grundlage von wissenschaftlichen Studien sehr genau prüfen, ob Cannabis tatsächlich eine therapeutische Alternative sein kann. Gerade angesichts der großen Hoffnungen, die viele Patienten in Cannabis-Therapien setzen, müssen wir unvoreingenommen Chancen und Risiken offenlegen, auch und gerade im Vergleich mit herkömmlichen Therapien“, sagte er. Der Co-Vorsitzende der BÄK-Arbeitsgruppe, Erik Bodendieck, betonte, dass es derzeit keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz gebe, um Cannabisverordnungen zu befürworten. Die Arbeitsgruppen-Vorsitzenden bezogen sich dabei auf die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Cannabis: Potential und Risiken (CaPRis)“, die von der Projektleiterin Dr. Eva Hoch auf der Tagung der Bundesärztekammer vorgestellt wurden. Das Projekt war von der Ludwig-Maximilians-Universität München im Auftrag des  Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführt worden. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass aufgrund des noch uneinheitlichen Forschungsstands und der begrenzten Datenlage bei vielen Krankheitsbildern noch keine Aussagen zur Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Cannabisarzneimitteln gemacht werden könnten. Besser erforscht ist der Freizeit-Konsum von pflanzlichem und synthetischem Cannabis. Hier sieht die Untersuchung negative psychische, organische und soziale Effekte, wobei die Risiken für junge Konsumenten besonders groß sind. „Die Ärzteschaft hat in der Vergangenheit immer wieder auf die unterschätzten Gefahren des Cannabis-Konsums hingewiesen. Die Studienergebnisse bestätigen jetzt: Kiffen ist kein harmloses Freizeitvergnügen. Cannabis kann abhängig machen – gerade auch in Hinblick auf die in den letzten Jahren stark angestiegenen THC-Gehalte der verwendeten Pflanzen“, sagte Bodendieck. Es sei wichtig, die Bevölkerung besser über die negativen Auswirkungen der Droge zu informieren. Ein weiteres Thema der Tagung war die neue Substitutions-Richtlinie der BÄK. Hier seien besonders die breiter angelegten Ziele der Substitutionsbehandlung hervorzuheben, die eine besser auf die individuelle Situation der Patienten abgestimmte Therapie ermöglichen. „Früher hieß es, oberstes Ziel einer Suchtbehandlung müsse immer die Abstinenz sein. Wir wissen aber heute, dass sie nur in wenigen Fällen überhaupt erreichbar ist“, so Mischo, der gemeinsam mit Bodendieck und einer ärztlichen Expertengruppe die Richtlinie erarbeitet hat. Substitution diene primär der Überlebenssicherung und der gesundheitlichen und sozialen Stabilisierung und bleibe auch dann sinnvoll, wenn Abstinenz nicht erreicht werden kann. FAQ Liste zum Einsatz von Cannabis in der Medizin [PDF] Richtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger [PDF]
WMA 29.11.2017

Neufassung des Genfer Gelöbnisses liegt jetzt auch auf Deutsch vor

Berlin - Die überarbeitete Fassung des Genfer Gelöbnisses liegt nun auch in deutscher Übersetzung vor. Sie wurde zwischen den deutschsprachigen Mitgliedsverbänden und den Ethikexperten des Weltärztebundes (WMA) abgestimmt. Der WMA hatte im Oktober 2017 eine modernisierte Fassung des hippokratischen Eids für Ärzte verabschiedet. Er verpflichtet die Ärzte nun, medizinisches Wissen zum Wohl der Patienten und zur Förderung der Gesundheitsversorgung mit ihren Kollegen zu teilen. Vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitsbelastung appelliert das Gelöbnis aber auch an die Ärzte, sich um ihre eigene Gesundheit zu kümmern. Nur dann könnten sie eine gesundheitliche Versorgung auf höchstem Niveau leisten. Auf der ganzen Welt berufen sich Ärzte auf das Genfer Gelöbnis. In vielen Ländern ist es Teil der ärztlichen Berufsordnung, in manchen hat es sogar Gesetzescharakter. Der WMA rechnet damit, dass die überarbeitete Fassung weltweit als ethischer Kodex für alle Ärzte anerkannt wird. Die Änderungen waren von einer internationalen Arbeitsgruppe unter Leitung der Bundesärztekammer über einen Zeitraum von zwei Jahren vorbereitet worden. Genfer Gelöbnis [PDF]
Gesundheitspolitik 27.11.2017

Montgomery: Bürgerversicherung ist direkter Weg in die Zwei-Klassen-Medizin

Zu Forderungen von SPD-Politikern im Vorfeld möglicher Sondierungsgespräche nach Einführung einer Bürgerversicherung erklärt Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: "Wer die Bürgerversicherung will, der startet den Turbolader in die Zwei-Klassen-Medizin. Noch gehört unser Gesundheitssystem zu den besten der Welt, mit freier Arztwahl und einer Medizin auf hohem Niveau. Alle Umfragen zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger unser Gesundheitswesen als gut bewerten und erhalten wollen. Selbst die EU-Kommission hat vor wenigen Tagen das hohe Niveau der medizinischen Versorgung in Deutschland bestätigt. Wir wollen keine Rationierung, keine Wartezeiten und keine Begrenzungen der Leistungskataloge wie in den Einheitssystemen der Niederlanden oder in Großbritannien.
Ärztemangel 23.11.2017

Reinhardt: Einheitshonorare für Bekämpfung des Ärztemangels wirkungslos

Berlin - Auf scharfe Kritik von Dr. Klaus Reinhardt, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer, sind Forderungen des Vorsitzenden der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas, nach einer Vereinheitlichung der ärztlichen Honorierung gestoßen. Baas hatte sich in der Rheinischen Post (21.11.2017) für eine Angleichung der Honorare für die Behandlung von Privat- und Kassenpatienten ausgesprochen, um so den Ärztemangel in ländlichen Räumen zu bekämpfen. Um Nachteile auszugleichen und die Einnahmen der Ärzte im Schnitt stabil zu halten, müssten die gesetzlichen Kassen zusätzliche Mittel bereitstellen. „Wenn Jens Baas mit seinen Äußerungen ausdrücken wollte, dass die Leistungen im vertragsärztlichen Bereich seit Jahren und Jahrzehnten häufig unzureichend durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) honoriert werden, dann kann man dem nur beipflichten. Immerhin gesteht er ein, dass die GKV für eine angemessene Honorierung ärztlicher Leistungen rund fünf Milliarden Euro mehr aufwenden müsste. Bislang sind uns aber keinerlei Initiativen der Krankenkassen bekannt, das Vergütungsniveau in der GKV auf das Niveau der Privaten Krankenversicherung anzuheben“, sagte Reinhardt im Deutschen Ärzteblatt (23.11.2017). Doch selbst dann würde sich an dem skizzierten Problem des Ärztemangels in ländlichen Räumen wenig ändern. Wenn junge Ärzte nicht aufs Land ziehen wollten, dann liege dies nicht an der geringeren Anzahl von Privatpatienten. Wie bei anderen Berufsgruppen auch, seien hier sogenannte Soft Skills ausschlaggebend, wie oftmals fehlende kulturelle Angebote, unzureichende Erwerbsmöglichkeiten für Ehepartner oder Einschränkungen bei Betreuungs- und Schulangeboten für die Kinder. „Hier muss man ansetzen, statt Einheitshonorare zu propagieren, die für die Bekämpfung des Ärztemangels absolut wirkungslos wären“, so Reinhardt. Es liege der Verdacht nahe, dass hier einmal mehr der Einheitsversicherung das Wort geredet werden soll. „Ein solcher Systemwechsel aber würde der ärztlichen Versorgung erhebliche finanzielle Mittel entziehen, wie unter anderem eine Studie des Verbandes der Privatärztlichen Verrechnungsstellen belegt. Davon wären letztlich alle Patienten betroffen. Denn Privatversicherte ermöglichen mit ihrem die tatsächlichen Kosten deckenden Finanzierungsbeitrag eine hochwertige medizinische Ausstattung von Krankenhäusern und Praxen, die allen Patientinnen und Patienten unabhängig vom Versicherungsstatus zur Verfügung steht“, so Reinhardt. Er forderte: „Statt der PKV die Existenzgrundlage zu entziehen, sollten wir unser bewährtes duales System aus Privater und Gesetzlicher Krankenversicherung erhalten und  fortentwickeln.“
Herbert-Lewin-Preis 22.11.2017

Herbert-Lewin-Preis 2017 verliehen: Forschungspreis zur Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus

Berlin - Der Herbert-Lewin-Preis wurde heute für zwei wissenschaftliche Arbeiten zur „Aufarbeitung der Geschichte der Ärztinnen und Ärzte in der Zeit des Nationalsozialismus“ verliehen. Der vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Bundesärztekammer (BÄK), Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) gestiftete Forschungspreis wurde zum sechsten Mal vergeben. Die Jury, die sich aus Vertretern des Zentralrats der Juden in Deutschland, des Bundesverbandes Jüdischer Ärzte und Psychologen in Deutschland sowie aus Vertretern der auslobenden Organisationen zusammensetzt, verwies darauf, dass die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit nicht nur aus moralischer und ethischer Sicht geboten sei, sondern auch aktuelle ethische Fragestellungen anrege. Aus elf eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten zeichnete die Jury zwei erste Preise aus, die mit jeweils 7.500 Euro dotiert sind: Dr. med. Ulrike Eisenberg, Prof. Dr. med. Hartmut Collmann, Dr. med. Daniel Dubinski: Verraten – Vertrieben – Vergessen. Werk und Schicksal nach 1933 verfolgter deutscher Hirnchirurgen.Frau Dr. med. Jessica Tannenbaum: Medizin im Konzentrationslager Flossenbürg 1938 – 1945. Biographische Annäherung an Täter, Opfer und Tatbestände. An der Ausschreibung des Forschungspreises konnten (Zahn-)Ärztinnen und (Zahn-)Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten als Einzelpersonen, in Kooperationen oder in Gemeinschaften teilnehmen. Die Ausschreibung richtete sich zudem an Studierende der Zahn- oder Humanmedizin oder an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an medizinhistorischen Instituten tätig sind. Ziel des Preises ist die historische Aufarbeitung, aber auch die Erinnerung an engagierte Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.
Regionaltreffen des Weltärztebundes... 22.11.2017

Montgomery: Palliativmedizin muss weltweit gestärkt werden

Berlin – „Das Symposium zu Fragen am Lebensende war ein Beispiel für eine weltoffene und vorurteilsfreie Diskussion. Es war ein Meilenstein für die Ärzteschaft und ein Schritt voran für die katholische Kirche.“ So bewertet Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), das Regionaltreffen des Weltärztebundes, das am 16. und 17. November 2017 im Vatikan stattgefunden hat. „Wir haben mit großem Ernst darüber diskutiert, ob es sich bei Euthanasie oder assistiertem Suizid um ärztliche Aufgaben handeln kann und ob sich Kollegen, die sich zu diesen Verfahren bekennen, unethisch handeln“, so Montgomery weiter. Die Debatte habe die ganze Bandbreite der Sichtweisen aufgezeigt. Der BÄK-Präsident wies darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit der Ärzteschaft Euthanasie und ärztlich assistierten Suizid ablehnt. Nur eine kleine Gruppe vertrete in dieser Frage eine andere Meinung, aber das gehöre zum Wesen liberaler Gesellschaften.  „Einigkeit herrscht allerdings darüber, dass die Palliativmedizin weltweit gestärkt werden und allen Menschen zur Verfügung stehen muss“, betonte er. Ebenso unstrittig sei, dass Verfahren der Euthanasie niemals als kostensparende Varianten eingesetzt werden dürften, um teure Therapien zu vermeiden. Montgomery begrüßte, dass Papst Franziskus in seinem Grußwort zu der Konferenz Euthanasie klar abgelehnt, sich aber gleichzeitig dagegen gewandt hat, einen offensichtlichen Sterbevorgang durch lebenserhaltende Maßnahmen zu verlängern. „Ich sehe hier gute Ansatzmöglichkeiten für eine weitere vertiefte Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und katholischer Kirche“, sagte Montgomery. Papst Franziskus hatte ausgeführt, dass es moralisch vertretbar sei, auf Therapien zu verzichten oder diese einzustellen, wenn sie in keinem Verhältnis zum erhofften Ergebnis stünden. „Dabei steht der Patient an erster Stelle“, heißt es in der Erklärung des Papstes. Der Patient habe das Recht, gemeinsam mit den behandelnden Ärzten die vorgeschlagenen Maßnahmen einzuschätzen und ihre Verhältnismäßigkeit zu beurteilen. Es gehe in solchen Fällen nicht darum, den Tod herbeizuführen, sondern zu akzeptieren, dass man ihn nicht verhindern kann. Der BÄK-Präsident hob hervor, dass diese Haltung den Grundsätzen der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung entspreche. Darin wird ausgeführt, dass es Situationen geben kann, in denen sonst angemessene Diagnostik und Therapieverfahren nicht mehr angezeigt und Begrenzungen geboten sind. Der Arzt hat dann für eine Basisbetreuung zu sorgen. Dazu gehören unter anderem menschenwürdige Unterbringung, Zuwendung, Körperpflege, Lindern von Schmerzen, Atemnot und Übelkeit sowie Stillen von Hunger und Durst. Im Rahmen des zweitägigen europäischen Regionaltreffens hatten der Weltärztebund, die Päpstliche Akademie für das Leben und die Bundesärztekammer Juristen, Ethiker, Theologen und Philosophen aus ganz Europa in den Vatikan eingeladen, um über Fragen zur ärztlichen Begleitung von Menschen an ihrem Lebensende zu diskutieren. Das nächste Regionaltreffen zu dem Thema ist für Anfang 2018 in Nigeria geplant. Zuvor hatten bereits Konferenzen in Tokio und Rio de Janeiro stattgefunden.

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Deutsches Ärzteblatt

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Qualität in der Medizin
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