Bundesärztekammer

Arztsuche

Arztsuche in Deutschland

Die Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen der Regionen (normalerweise Bundesländer) in Deutschland sind die Einrichtungen, die als einzige die validen Angaben über die Qualifikation der in Deutschland tätigen Ärzte haben. Einige dieser Körperschaften haben bereits Arztsuchdienste aufgebaut, die im Internet für Patienten zugänglich sind. Andere geben bislang nur telefonisch Auskünfte über Ärzte. Wir bieten Ihnen von dieser Seite aus die Informationen zu den Suchdiensten in den einzelnen Regionen.

Für weitere Informationen über die Arztsuche in einem Bundesland klicken Sie auf die entsprechende Fläche in der Kartendarstellung oder wählen Sie die Landesbezeichnung in der Hauptnavigation.

Arztsuche Bremerhaven Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Bremen Hamburg Baden-Württemberg Niedersachsen Hessen Bayern Berlin Brandenburg Nordrhein-Westfalen Thüringen Mecklenburg-Vorpommern Saarland Rheinland-Pfalz






Legende:

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Online-Arztsuche vorhanden

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telefonische Beratung bei der Suche nach einem Arzt


Die Arztsuche ist regional aus den Daten der entsprechenden Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen zusammengestellt und greift auf deren Daten zurück. Wenn Sie Ihren Eintrag im entsprechenden Arztsuchdienst nicht finden, wobei nicht alle Organisationen online vertreten sind, wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Ärztekammer oder KV.

Tag der Menschenrechte 09.12.2016

„Migranten unbürokratischen Zugang zu Gesundheitsleistungen ermöglichen“

Berlin - „Für uns Ärzte ist es bedeutungslos, woher ein Mensch kommt. Wir behandeln alle Menschen gleich. Das gilt gleichermaßen für Versicherte, Obdachlose und auch Migranten.“ Das sagte Dr. Ulrich Clever, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesärztekammer (BÄK) und Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, anlässlich des morgigen Tages der Menschenrechte in Berlin. Es könne nicht sein, dass Menschen in Deutschland aus Angst vor Abschiebung oder wegen eines fehlenden Versicherungsschutzes gar nicht oder erst sehr spät einen Arzt aufsuchen. Krankheiten könnten sich verschlimmern oder sogar chronisch werden.

Clever forderte, Geflüchteten unabhängig von ihrem...

Organtransplantation 06.12.2016

Jahresbericht 2015/2016 der Prüfungskommission und der Überwachungskommission zur Prüfung der Herz-, Lungen-, Leber-, Nieren- und Pankreastransplantationsprogramme vorgelegt

Berlin - Prüfungskommission und Überwachungskommission (PÜK), in gemeinsamer Trägerschaft von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband, haben heute den Zwischenstand ihrer Prüfungen der Transplantationszentren aus den Jahren 2013 bis 2015 vorgestellt und eine positive Bilanz gezogen. „In diesem Jahr haben wir 14 Transplantationsprogramme vor Ort und 17 Transplantationsprogramme im schriftlichen Verfahren geprüft. Dabei hat der ganz überwiegende Teil der Zentren richtlinienkonform und korrekt gearbeitet und die Patienten ordnungsgemäß bei Eurotransplant gemeldet“, erläuterte die Vorsitzende der Prüfungskommission, Anne-Gret Rinder, bei der Vorstellung des Jahresberichts in Berlin. Abgeschlossen wurden zudem zwei Prüfungen von Lungentransplantationsprogrammen aus dem Zeitraum 2010 bis 2012. Die PÜK prüft in 3-Jahres-Abständen alle Transplantationsprogramme. In der vergangenen Prüfperiode wurden die Transplantationen der Jahre 2010 bis 2012 geprüft und die Gesamtergebnisse im November 2015 vorgestellt. Seither läuft die neue Prüfperiode, die im Jahr 2018 zum Abschluss gebracht werden soll. Wie aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht von Prüfungskommission und Überwachungskommission hervorgeht, haben sich im  Prüfzeitraum 2015/2016 im Bereich der Nierentransplantationen keine Anhaltspunkte für systematische Richtlinienverstöße oder Manipulationen ergeben. Es wurden lediglich vereinzelte Dokumentationsfehler festgestellt. Bei den Pankreas– und kombinierten Nieren-Pankreastransplantationen haben die Kommissionen keine Auffälligkeiten festgestellt. Auch die bereits abgeschlossenen Prüfungen eines Herz- und eines Lebertransplantationsprogramms haben gezeigt, dass hier ordnungsgemäß und korrekt gearbeitet wurde. Hingegen wurden bei der Prüfung eines Lungentransplantationsprogramms systematische Richtlinienverstöße und Manipulationen festgestellt. Hierbei handelt es sich um das Universitätsklinikum Jena. Zudem wurden bei zwei nachgängigen Prüfungen der Lungentransplantationsprogramme des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und des Universitätsklinikums Leipzig systematische Manipulationen und Auffälligkeiten festgestellt. Die Prüfungen sind in der vorangegangenen Prüfperiode begonnen und nun abgeschlossen worden. Die Prüfungen bezogen  sich auf den Zeitraum 2010 bis 2012. Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans Lippert, Vorsitzender der Überwachungskommission, betonte, dass die Prüfungen zu einem Umdenken in den meisten Transplantationszentren geführt haben. Dieser Prozess müsse  jetzt konstruktiv genutzt werden, um noch verbliebene Struktur-, Qualifikations- und Qualitätssicherungsdefizite zu beheben.  Die Arbeit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) als Koordinierungsstelle und der Stiftung Eurotransplant (ET) als Vermittlungsstelle wurde von Lippert positiv eingeschätzt. „Die DSO ist sehr gut aufgestellt und auch die Stiftung Eurotransplant arbeitet in ihrem Kernbereich der Organvermittlung ohne Beanstandungen“, so Lippert. Prof. Dr. Ruth Rissing-van Saan, Leiterin der Vertrauensstelle Transplantationsmedizin, gab einen Überblick über die Arbeit der Vertrauensstelle. Deren Aufgabe ist es, auf vertraulicher Basis Hinweise auf Auffälligkeiten im Bereich der Organspende und der Organtransplantation entgegenzunehmen und in Kooperation mit der Prüfungskommission und der Überwachungskommission zu klären. Die Vertrauensstelle ist ein von den Strafverfolgungsbehörden unabhängiger Ansprechpartner. Im vergangenen Jahr haben sich gerade Patienten und Angehörige mit ihren Sorgen und Fragen an die Vertrauensstelle gewandt“, erläuterte Rissing-van Saan und führte aus, dass sich die Vertrauensstelle als bürgernahe Einrichtung bewährt habe. Patienten, Angehörige, medizinisches Personal sowie interessierte Bürger haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Beschwerden vorzubringen, auf Missstände hinzuweisen oder Verbesserungsvorschläge zu machen. Rissing-van Saan teilte mit, dass in dieser Prüfperiode unter anderem Anfragen, Anzeigen und Beschwerden aus Anlass konkreter Einzelfälle gegen Transplantationszentren  sowie Eingaben zur Wartelistenführung und Verteilungsgerechtigkeit eingegangen sind. Prof. Dr. Hans Lilie, Vorsitzender der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, betonte ausdrücklich die Bedeutung der Prüfungsergebnisse für die Richtlinienarbeit der Ständigen Kommission Organtransplantation. Alle Richtlinien zur Organtransplantation nach §16 TPG werden derzeit von der Ständigen Kommission Organtransplantation überarbeitet, so Lilie. Dieser Prozess soll Ende 2017 abgeschlossen sein. Lilie hob hervor, dass seit der Novellierung des Transplantationsgesetzes im Jahr 2013 umfassende Maßnahmen und Strukturänderungen zur Verbesserung der Transplantation und Organspende unternommen wurden. „Wir alle sind gemeinsam dafür verantwortlich, die laufenden und die noch kommenden Maßnahmen erfolgreich umzusetzen und damit den Patienten auf der Warteliste zu helfen“, so Lilie. Um dem Auftrag des Gesetzgebers und dem besonderen Informationsinteresse der Öffentlichkeit zu entsprechen, veröffentlichen die Prüfungskommission und die Überwachungskommission sämtliche Stellungnahmen zu bisherigen Prüfungen in anonymisierter Form und legen einmal im Jahr ihren Gesamtbericht vor. Materialien zur Pressekonferenz Video-Statements von den Teilnehmern der Pressekonferenz...
Internationales 06.12.2016

Bundesärztekammer und Weltärztebund verlangen sofortigen Waffenstillstand in Aleppo

Berlin - Die Bundesärztekammer unterstützt nachdrücklich den Appell des Weltärztebundes (WMA) an die Vereinten Nationen und deren Mitglieder für einen sofortigen Waffenstillstand in Aleppo. „Als Ärztinnen und Ärzte können wir die Tatenlosigkeit der Weltgemeinschaft in Syrien nicht hinnehmen, insbesondere wenn unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort gezielt angegriffen werden.Die Menschen in Syrien brauchen endlich einen Waffenstillstand, um auch medizinisch versorgt werden zu können“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery.  Der Weltärztebund kritisiert das rücksichtslose Vorgehen gegenüber der Zivilbevölkerung, den Ärzten und deren Helfern in Aleppo. Die systematische Zerstörung der Stadt und der Gesundheitseinrichtungen stellten eine humanitäre Katastrophe dar. Der Weltärztebund verwies auf die moralische und ethische Verantwortung zu helfen. Seit 2011 sind laut WMA 270 Gesundheitseinrichtungen in Syrien zerstört und 760 medizinische Helfer getötet worden.
Crystal Meth 02.12.2016

Menschen aus der Abhängigkeit von „Crystal Meth“ holen

Berlin - Leistungsfähiger, konzentrierter, angstfreier – diese Attribute könnten der Werbung eines Coachingseminars für Führungskräfte entnommen sein. Es sind jedoch die Eigenschaften, die der synthetischen Psychodroge „Crystal Meth“ zugeschrieben werden und diese für viele Menschen attraktiv machen. „Aggressivität, Unruhe und Wahnvorstellungen – das ist die andere Seite der Droge. Oft wird im Verlauf der Sucht die Dosis erhöht, um die erwünschten Effekte zu erzielen. Das verstärkt den Druck, ständig neuen Stoff zu besorgen“, betonte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer anlässlich der heutigen Vorstellung der S3-Leitlinie Methamphetamin-bezogene Störungen in Berlin. „Glaubt man, durch sie zunächst zum Heroen zu werden, wird man durch ihr Suchtpotenzial schnell zu ihrem Sklaven. Der körperliche Verfall ist dann nur noch eine Frage der Zeit.“ Methamphetamin ist eine illegal hergestellte, kristalline Substanz („Crystal“) mit hohem Suchtpotenzial. Jährlich werden ca. 3.000 Personen wegen ihres Crystal-Konsums auffällig. Längst begrenzt sich der Konsum der Droge nicht mehr nur auf die grenznahen Regionen zu Tschechien. Mittlerweile sehen sich Ärzte, Pflegekräfte und Mitarbeiter der Suchthilfe auch in anderen Regionen der Republik mit den Folgen des Crystal-Konsums konfrontiert. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, dazu: „Der Konsum von Crystal Meth ist in den letzten Jahren in vielen Regionen Deutschland zu einer echten Herausforderung geworden. Umso wichtiger ist neben unserer intensiven Präventionsarbeit eine gute medizinische Versorgung der Betroffenen. Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, das Wissen über die richtige Behandlung in einer medizinischen Leitlinie zusammenzufassen. Diese soll in Zukunft überall in Deutschland eine Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau ermöglichen. Deutschland geht mit der vorliegenden Behandlungsleitlinie auch international mit großen Schritten voran. Die gute Botschaft lautet: Die Abhängigkeit von Crystal Meth ist heilbar.“ Um den Berufsgruppen im Gesundheitswesen mehr Handlungssicherheit im Umgang mit akut intoxikierten oder abhängigen Patienten zu geben, hat das Bundesministerium für Gesundheit die Bundesärztekammer dabei unterstützt, eine Behandlungsleitlinie zu erarbeiten. Diese wurde vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) zusammen mit einem interdisziplinär besetzten Expertenpanel erarbeitet und liegt nun vor. Federführende Fachgesellschaft war die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN). „Für die Erstellung der Handlungsempfehlungen haben wir die gesamte international verfügbare wissenschaftliche Literatur zu dem Thema gesichtet und ausgewertet. Aus den Ergebnissen haben wir insgesamt 135 Empfehlungen insbesondere für die Akut- und Postakutbehandlung sowie die Behandlung von Begleiterkrankungen und speziellen Patientengruppen erstellt.“ berichtet Dr. Josef Mischo, Präsident der Ärztekammer des Saarlandes und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Sucht und Drogen der Bundesärztekammer. „Damit verfügen wir in Deutschland weltweit über die erste Behandlungsleitlinie für Patienten mit Methamphetamin-bezogenen Störungen, die die höchsten Qualitätskriterien einer „S3-Leitlinie“ erfüllen“, so Mischo. Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, Ärztliche Direktorin an der LVR-Klinik Köln und Beauftragte der DGPPN bei der Leitlinienerstellung, weist darauf hin, dass sich die S3-Leitlinie an alle Berufsgruppen in der ambulanten und stationären Suchthilfe richtet, zudem an ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Mitarbeiter im Bereich Nachsorge und Rehabilitation sowie an Selbsthilfeorganisationen. „Nun gilt es, die darin enthaltenen wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Versorgungspraxis zu bringen - zum Nutzen der Patienten, ihrer Angehörigen sowie auch der damit befassten medizinischen Berufsgruppen.“ Die Leitlinie kann im Internet in einer Kurz- sowie in einer Langfassung unter www.crystal-meth.aezq.de abgerufen werden. Kernaussagen S3-Leitlinie Methamphetamin-bezogene Störungen [PDF] Weitere Informationen unter www.drogenbeauftragte.de...
Welt-AIDS-Tag 2016 30.11.2016

Wenker: „AIDS ist behandelbar, aber nicht heilbar“

Berlin - „Die medizinische Versorgung für HIV-Infizierte und AIDS-Erkrankte hat sich erheblich verbessert und zu einer deutlich höheren Lebensqualität und Lebenserwartung geführt. Trotzdem gilt nach wie vor: AIDS ist behandelbar, aber nicht heilbar.“ Das sagte Dr. Martina Wenker, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer (BÄK), vor dem morgigen Welt-AIDS-Tag in Berlin. Wenker forderte Politik, Verbände und Stiftungen auf, auch in Zukunft ihre erfolgreiche Präventionsarbeit fortführen. Dies sei vor allem für junge Menschen wichtig, die die umfangreichen Aufklärungskampagnen der 80er und 90er Jahre nicht miterlebt hätten.Es dürfe auch keine gesellschaftliche Ausgrenzung der Betroffenen zugelassen werden. Aufgabe von Ärzten sei es, ihren Patienten nach einer Diagnose seelischen Halt zu geben und sie medizinisch zu betreuen. Ärzte wirkten auch präventiv und klärten über Ansteckungsrisiken auf. „So gehen Ärztinnen und Ärzte gleichermaßen gegen Verharmlosung und gesellschaftliche Vorurteile an“, sagte Wenker mit Blick auf die diesjährige Kampagne des Welt-AIDS-Tages  #positivzusammenleben. Die BÄK-Vize-Präsidentin hob hervor: „AIDS-Patienten haben einen Anspruch auf eine gute ärztliche Versorgung mit Engagement und dem Respekt vor der menschlichen Würde.“
Heil- und Hilfsmittelgesetz 28.11.2016

BÄK: „Blankoverordnung“ in Modellvorhaben flächendeckend erproben

Berlin - Die Bundesärztekammer (BÄK) unterstützt die Absicht des Gesetzgebers, die Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufe zu fördern und hierfür die Heilmittelerbringer noch stärker als bisher in die Versorgungsverantwortung einzubinden. Das Instrument der sogenannten „Blankoverordnung“ soll dafür in Modellvorhaben flächendeckend erprobt werden. Das scheine ein grundsätzlich geeigneter Weg zu sein, heißt es in der Stellungnahme der BÄK zu dem Gesetzentwurf.  Die BÄK begrüßt, dass der Gesetzgeber die in § 3 Heilmittel-Richtlinie geregelte Rolle des Arztes, Leistungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung zu veranlassen, unterstreicht und als Basis der Heilmittelerbringung die ärztliche (Differential)Diagnose und Indikation vorschreibt. Nur unter dieser Voraussetzung solle der Heilmittelerbringer die Auswahl und die Dauer der Therapie sowie die Frequenz der Behandlungseinheiten selbst bestimmen können. Dem verordnenden Arzt müsse es jederzeit wegen der ärztlichen Gesamtverordnung und Koordinationsfunktion möglich sein, einzelne Heilmittel als kontraindiziert auszuschließen, fordert die BÄK. Die BÄK spricht sich außerdem für eine Beteiligung der Ärzteschaft bei der Entwicklung und Durchführung der Modellvorhaben aus. Dadurch werde das für eine gute Heilmittelversorgung notwendige Zusammenwirken der Beteiligten gestärkt.  Bestrebungen nach einem Direktzugang der Patienten zur Versorgung ohne voraus gehende ärztliche Differentialdiagnostik und Indikation lehnt die BÄK allerdings ab. Verantwortung für Diagnose und Therapie müssen weiterhin beim Arzt liegen. Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der  Heil- und Hilfsmittelversorgung (Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz – HHVG; BT-Drucksache 18/10186) sowie zum Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Versorgung verbessern – Kompetenzen von Heilmittelerbringern ausbauen“ (BT-Drucksache 18/10247) [PDF]Berlin, 25.11.2016
Medizintourismus 25.11.2016

Ärzten ethische und rechtliche Orientierungshilfe geben

Berlin - Auslandsbehandlungen sind vor dem Hintergrund der europäischen Freizügigkeit grundsätzlich zulässig. Sie werfen aber bei näherer Betrachtung eine Reihe von ethischen und rechtlichen Fragen auf. Darauf verweist die Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer (ZEKO) in ihrer aktuellen Stellungnahme zum „Umgang mit medizinischen Angeboten im Ausland“, in der sie unter anderem Fragen der Reproduktionsmedizin und der Zahnbehandlung beispielhaft genauer beleuchtet. Ein Problemschwerpunkt in der Stellungnahme sind in Deutschland rechtswidrige, aber im Ausland erlaubte Angebote. Als Beispiele nennt die ZEKO unter anderem Eizellspende, Leihmutterschaft und Geschlechtswahl mittels Spermienselektion oder Präimplantations­diagnostik, die nach dem Embryonenschutzgesetz in Deutschland verboten, in anderen Ländern aber erlaubt sind. Häufig würden Ärzte um Information und Beratung zu im Ausland angebotenen Behandlungsmethoden gebeten. Mitunter fragten Patienten auch Hilfestellung in der Organisation dieser Leistungen nach sowie vorbereitende ärztliche Maßnahmen und direkte Überweisung an ausländische Praxen und Kliniken. Ärzte müssten die geltenden Verbotsnormen für ihr Fachgebiet kennen und diese auch befolgen, stellt die ZEKO klar. Allerdings gebe es keine Verpflichtung für Ärzte, ihre Patienten zur Rechtsbefolgung anzuhalten oder zu erziehen. Mit ihrer Stellungnahme will die ZEKO den in Deutschland tätigen Ärzten eine Orientierungshilfe geben. Auf der Grundlage der geltenden Rechtslage und allgemein anerkannter ethischer Standards analysiert sie ausgewählte Fallkonstellationen, insbesondere aus der Reproduktions- und der Zahnmedizin, und gibt konkrete Empfehlungen für den Umgang mit medizinischen Maßnahmen, die im Ausland angeboten werden. Stellungnahme "Umgang mit medizinischen Angeboten im Ausland. Ethische und rechtliche Fragen des 'Medizintourismus'"Berlin, 25.11.2016
Betäubungsmittel 25.11.2016

BÄK fordert mehr Rechtssicherheit für substituierende Ärzte

Berlin - Die Bundesärztekammer (BÄK) begrüßt grundsätzlich das Vorhaben der Bundesregierung, die Rahmenbedingungen für die Substitutionstherapie Opioidabhängiger zu verbessern. In ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf einer 32. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften (32. BtMÄndV) befürwortet die BÄK insbesondere, dass die ärztlich-therapeutischen Erfordernisse künftig in einer Richtlinie der BÄK und nicht länger in der Betäubungsmittel-Verschreibungs-Verordnung (BtMVV) geregelt werden sollen. Kritisch sieht die BÄK vor dem Hintergrund des Fortbestands der Strafbarkeit nach § 29 Betäubungsmittelgesetz (BtMG) allerdings die in der Verordnung vorgegebenen Behandlungsziele, die Option für eine Verlängerung der Take-Home-Verschreibung auf bis zu 30 Tage, die Unbestimmtheit der hierfür heranzuziehenden Kriterien sowie mögliche arztrelevante haftungsrechtliche Implikationen einer Ausweitung der Behandlungssettings. Scharf kritisiert wird zudem, dass mit der Novelle dem Gemeinsamen Bundesausschuss die Möglichkeit eingeräumt werden soll, auf die Richtlinie der BÄK Einfluss zu nehmen. Ursprünglich war die Intention des Verordnungsgebers gewesen, durch die neu angedachten Regelungen wieder mehr Ärzte für dieses relevante, wenngleich nicht immer leichte Behandlungskonzept zu gewinnen und die Angst substituierender Ärzte vor Strafverfolgung bei Fehlern zu verringern. Um die Substitutionsbehandlung für Ärzte wie Patienten zukünftig auf eine sichere Grundlage zu stellen, sieht die BÄK für viele der in der BtMVV vorgesehenen neuen Regelungen weiterhin juristischen Klärungsbedarf. Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit für eine Zweiunddreißigste Verordnung zur Änderung  betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften (32. BtMÄndV-E)  [PDF]Berlin, 24.11.2016
Arzneimittelpreisbindung 19.11.2016

Montgomery: EuGH-Urteil zu Arzneimittelpreisen bedroht freie Heilberufe

Berlin - Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Arzneimittelpreisbindung hat der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, vor negativen Konsequenzen für das Gesundheitssystem in Deutschland gewarnt: „Ich sehe das Urteil mit großer Sorge. Es gehört zum Gestaltungsbereich der EU-Mitgliedstaaten, ihr Gesundheitswesen selbst zu regeln. Der EuGH greift jetzt in diesen Gestaltungsbereich ein, indem er  die Arzneimittelpreisbindung kippen will. Davon mögen ausländische Anbieter profitieren. Es geht aber zu Lasten des freiberuflich ausgestalteten Apothekenwesens in Deutschland, das sich unter anderem durch persönliche Beratung vor Ort und ein Vollsortiment an Arzneimitteln auszeichnet. Gemeinwohlorientierung, hohe berufliche Qualifikation sowie persönliche und eigenverantwortliche Arbeit sind Kennzeichen der freiberuflichen Tätigkeit von Ärzten, Apothekern und Zahnärzten. Sie bilden das Fundament der hochwertigen Gesundheitsversorgung in Deutschland und dürfen nicht in Frage gestellt werden.“ Die einheitliche Vergütung von Leistungen sei ein zentrales Merkmal der Gesundheitsversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung, das man nicht en passant aushebeln dürfe, so der Präsident der BÄK weiter. Die Politik in Deutschland müsse sich zu dem bewährten System bekennen und das Heft des Handelns in der Hand behalten. „Da geht es um etwas Prinzipielles. Der Gesetzgeber darf sich hier nicht den Schneid abkaufen lassen. Deshalb ist es nur konsequent, wenn das Bundesgesundheitsministerium jetzt einen Gesetzentwurf plant, mit dem der Versand von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln verboten und die Situation wieder geheilt werden kann." Zum Hintergrund: Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat am 19. Oktober 2016 entschieden, dass ausländische Versandapotheken die in Deutschland geltende Arzneimittelpreisverordnung für verschreibungspflichtige Arzneimittel unterlaufen und Patienten Lockangebote machen dürfen. Nun wird in Deutschland ein generelles Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Medikamente diskutiert, wie es in drei Viertel der EU-Mitgliedstaaten bereits gilt.
Anti-Korruptionsgesetz 14.11.2016

Ärzten verlässliche Informationen an die Hand geben

Berlin – „Die übergroße Mehrheit der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland arbeitet korrekt und lässt sich nichts zuschulden kommen. Deshalb empfinden wir das Anti-Korruptionsgesetz für das Gesundheitswesen auch nicht als Bedrohung, sondern als Schutzmaßnahme für die vielen ehrlichen Kollegen. Die Neuregelungen können aber auch zu Unsicherheiten insbesondere bei den Ärzten führen, die sich beispielsweise in Netzen oder in sektorübergreifenden Versorgungsformen engagieren. Diese Kollegen brauchen verlässliche Informationen. Und die wollen wir ihnen geben.“ Das sagte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), zum Auftakt der BÄK-Tagung „Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen“ am 12. November in Berlin.  Auf der Tagung diskutierten Ärzte und Juristen, welche Kooperationsmodelle strafbar und welche Formen der Zusammenarbeit zwischen den Heilberufen untereinander, aber auch zwischen Leistungsanbietern und der Industrie weiterhin erlaubt sind. Nach dem Gesetz droht Angehörigen von Heilberufen eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, wenn sie sich im Zusammenhang mit der Ausübung ihres Berufes bestechen lassen. Dabei richten sich die Sanktionsandrohungen nicht nur gegen Ärzte, sondern gegen alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen und auch an die, die bestechen. Prof. Dr. Karsten Gaede von der Bucerius Law School Hamburg sieht in dem Gesetz eine vernünftige Grundlage für die Strafverfolgung im Gesundheitswesen. Er wies jedoch darauf hin, dass die Delikte eine „vorsichtige Anwendung“ erforderten. Dies bestätigte Oberstaatsanwalt Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main: „Wir wissen, dass wir mit dem Strafrecht ein scharfes Schwert in der Hand haben. Wir wissen aber auch, dass wir es nur dann zur Anwendung bringen, wenn eine strafrechtlich relevante Handlung erkennbar ist.“ Badle glaubt nicht, dass Ermittlungen in diesem Bereich zu einem Massenphänomen werden. Wichtig sei für die Akteure, sich im Vorhinein zu informieren und so das Strafverfolgungsrisiko zu minimieren. Er stellte klar, dass sämtliche bislang zulässigen Leistungsbeziehungen und Kooperationen auch nach Inkrafttreten des Gesetzes uneingeschränkt zulässig bleiben. „Das Gesetz enthält keine neuen Verbote, es normiert lediglich eine strafrechtliche Sanktion für bereits verbotenes Verhalten. Das bedeutet auch, dass sämtliche bislang zulässigen Leistungsbeziehungen und Kooperationen auch nach Inkrafttreten des Gesetzes uneingeschränkt zulässig bleiben. Sie sollten aber auf etwaige strafrechtliche Risiken hin überprüft werden“, so Badle. Tatsächlich ist der Beratungsbedarf seit Inkrafttreten des Gesetzes deutlich gestiegen. Dies berichtete auf der Tagung Prof. Dr. Dr. Thomas Ufer, Arzt und Fachanwalt für Medizinrecht. Vorgelegt würden nicht nur neue Kooperationsmodelle. Viele Klinikchefs ließen jetzt auch ihre Altverträge prüfen. Beratungsbedarf bestünde beispielsweise bei Kooperationen zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken. Auch sogenannte Anwendungsbeobachtungen führten zu Unsicherheiten. Diese könnten straffrei sein, es sei denn, die vorgesehene Vergütung entschädige nicht für zusätzlichen Aufwand, sondern für die bevorzugte Verordnung bestimmter Präparate, so Ufer.   Auf berufsrechtliche Bezüge der neuen gesetzlichen Regelungen und den daraus entstehenden Beratungsbedarf in den Ärztekammern gingen Karl Lienshöft, Staatsanwalt a.D.  sowie Dr. Karsten Scholz, Justiziar der Ärztekammer Niedersachsen, ein. Lienshöft berichtete von seiner Tätigkeit als unabhängiger Untersuchungsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Scholz erläuterte, dass es Pflichtaufgabe der Ärztekammer Niedersachsen sei, Mitglieder in Fragen der Berufsausübung zu beraten. Dies umfasse auch strafrechtliche und vertragsarztrechtliche Aspekte. Anhand von Beispielfällen  etwa zu Fortbildungsveranstaltungen, sektorübergreifenden Kooperationen und Berufsausübungsgemeinschaften vermittelte Scholz einen Eindruck von der Beratungspraxis der Kammer. Vortrag Prof. Dr. Karsten Gaede, Bucerius Law School Hamburg [PDF] Vortrag Oberstaatsanwalt Alexander Badle, Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main [PDF] Vortrag Prof. Dr. Dr. Thomas Ufer, Arzt, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht CausaConsilio, Rechtsanwälte und Notare in Kiel und Hamburg [PDF] Vortrag Karl Lienshöft, Untersuchungsführer für die Berufsgerichtsbarkeit der Heilberufe der Ärztekammer Schleswig-Holstein [PDF] Vortrag Dr. Karsten Scholz, Justiziar Ärztekammer Niedersachsen [PDF]...
Weltdiabetestag 11.11.2016

Montgomery plädiert für mehr Prävention an Schulen

Berlin - Zum Weltdiabetestag fordert Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, das Thema Gesundheit stärker in den Lehrplänen der Schulen zu verankern. "Durch Prävention sind viele Erkrankungen vermeidbar. Deshalb lohnt es sich, Kindern vom ersten Schultag an eine gesunde Lebensweise zu vermitteln. Schon etwas mehr regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung verringern deutlich das Risiko, an einem Typ 2-Diabetes zu erkranken." Ärzte könnten das Lehrpersonal bei der Gestaltung des Unterrichts beraten und unterstützen. Die Zahl der Diabetiker steigt in Deutschland kontinuierlich. Bis zum Jahr 2030 gehen Schätzungen von 5,6 Millionen Erkrankten aus. Das wären 580.000 mehr als heute. „Andere Studien prognostizieren sogar einen noch stärkeren Anstieg", so Montgomery. Umso wichtiger sei es, konsequent gegenzusteuern. "Wir haben bereits vielversprechende Initiativen, zum Beispiel das Projekt "Gesund macht Schule" der Ärztekammern in Nordrhein, Hamburg und Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der AOK. Das Programm fördert gesundheitsbewusstes Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Schule, Elternhaus und Freizeit. Es stärkt die kindliche Persönlichkeitsentwicklung und hilft, eine gesundheitsförderliche Lern- und Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Auf solchen Programmen kann man aufbauen", so Montgomery. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin hat im Auftrag der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eine Reihe von Patienteninformationen zum Thema Diabetes erstellt. Sie informieren in verständlicher Form über Hintergründe und Ursachen der Erkrankung und verweisen auf weiterführende Informationsquellen. Patienteninformationen

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Deutsches Ärzteblatt

www.aerzteblatt.de

Arzneimittelkommission
der deutschen Ärzteschaft
www.akdae.de

Ärztliches Zentrum für
Qualität in der Medizin
www.aezq.de