BÄK empört über Amtsenthebung von türkischen Ärztevertretern

International

Ein Zivilgericht in Ankara hat am 30.11.2023 elf gewählte Mitglieder des Zentralrates des Türkischen Ärztebundes (TTB) ihrer Ämter enthoben. Ihnen wird die Beförderung von Terrorismus vorgeworfen.

Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, kritisierte die Entscheidung des Gerichts scharf. „Der Umgang mit unseren Kolleginnen und Kollegen in der Türkei ist schockierend, beschämend und inakzeptabel. Die Integrität der organisierten türkischen Ärzteschaft wird systematisch angegriffen“, sagte er. „Die deutsche Ärzteschaft steht an der Seite der türkischen Kolleginnen und Kollegen und den Mitgliedern des Zentralrates des Türkischen Ärztebundes, insbesondere dessen Präsidentin Dr. Korur Fincanci. Wir fordern ein sofortiges Ende der Repressionen des türkischen Staates gegen Ärztinnen und Ärzte.“

Auch zahlreiche internationale Ärzteorganisationen wie der Weltärztebund, der Ständige Ausschuss der Europäischen Ärzte, International Rehabilitation Council for Torture Victims oder die Physicians for Human Rights verurteilten die Entscheidung.

Seit mehreren Jahren schon sehen sich Mitglieder des Türkischen Ärztebundes systematischen Drangsalierungen durch die Staatsmacht ausgesetzt. Hierzu zählen politisch motivierte Gerichtsprozesse, unrechtmäßige Durchsuchungen der Geschäftsräume, Bedrohungen, willkürliche Verhaftungen und Inhaftierungen. Mit dem Gerichtsurteil und der damit verbundenen Amtsenthebung ist eine neue Qualität in der Aushebelung der freien Ärzteschaft in der Türkei erreicht.