Pressemitteilungen

ÄZQ 13.07.2016

ÄZQ veröffentlicht aktualisierten Methodenreport

Berlin - Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat den allgemeinen Methodenreport zur Erstellung von Kurzinformationen für Patienten aktualisiert und erweitert. Das nun veröffentlichte Dokument informiert ausführlich über die aufwendigen Entwicklungs- und Abstimmungsprozesse der patientenfreundlichen Informationsblätter. Zudem beschreibt es, wie anerkannte Anforderungen an evidenzbasierte Patienteninformationen und die Patientenbeteiligung umgsetzt werden. Die Informationsmaterialien sind konzipiert als Serviceangebot für Ärzte zur Unterstützung der Information und Aufklärung von Patienten im persönlichen Gespräch. Sie sind aber auch für Interessierte direkt zugänglich. Auf zwei Seiten informieren die Kurzinformationen einfach und verständlich über Erkrankungen oder andere wichtige Gesundheitsthemen. Zu ausgewählten Themen liegen Übersetzungen vor – darunter auch Arabisch. Der Methodenreport sowie alle Kurzinformationen und Übersetzungen können als PDF-Dokument kostenfrei auf den Internetseiten des ÄZQ abgerufen werden: Methoden-Report zur Erstellung von Kurzinformationen für Patienten Patienten-Information.de
BÄKground 12.07.2016

Neue Ausgabe des BÄK-Informationsdienstes BÄKground

Der 119. Deutsche Ärztetag ist zu Ende. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Die Ärzteschaft hat auf ihrer Tagung in Hamburg viele Impulse gegeben, die die gesundheitspolitische Debatte der nächsten Monate mit bestimmen werden. Die aktuelle Ausgabe des BÄKground fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen. Mit Besorgnis beobachten die Delegierten die Entwicklung der Arzneimittelpreise. Sie riefen den Gesetzgeber dazu auf, die Regelungen für die Nutzenbewertung und Preisfindung neuer Arzneimittel zu verbessern. Ebenso konstruktiv wie kritisch begleitet die Ärzteschaft die Bemühungen der Großen Koalition, den Ärztemangel mit Hilfe eines „Masterplans Medizinstudium 2020“ zu bekämpfen. Hier ist schnelles Handeln gefragt. Bund und Länder müssen zügig die Zahl der Studienplätze erhöhen und mehr Lehrstühle für Allgemeinmedizin einrichten. Eine Landarztquote lehnten die Delegierten hingegen ab. Durchatmen heißt es bei der Flüchtlingskrise. Seit Wochen kommen in Deutschland nur noch wenige Asylsuchende an. Der Ärztetag sprach sich dafür aus, diese Atempause zu nutzen, um professionellere Strukturen zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung zu schaffen. Denn eins ist klar: Mittel- und langfristig kann das freiwillige Engagement tausender Ärztinnen und Ärzte hier keine Lösung sein.Mehr Zeit nimmt die Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte in Anspruch. Sie hatte im Vorfeld des Ärztetags für erhebliche Spannungen gesorgt. Im Interview mit BÄKground zieht Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery eine positive Bilanz der Debatte: „Wir wissen jetzt genau, wo wir Verhandlungsspielraum haben und wo die Grenzen liegen.“  BÄKground Juli 2016 [PDF]
Tabakwerbung 06.07.2016

Montgomery: Tabakwerbeverbot schnellstmöglich umsetzen

Zur Aufschiebung der Bundestagsdebatte über das geplante Werbeverbot für Tabakerzeugnisse erklärt Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer: „Es gibt in Deutschland viele überflüssige Regelungen. Ein Verbot der Tabakwerbung zählt sicherlich nicht dazu. Wir müssen die Tabakwerbung endlich aus dem öffentlichen Raum verbannen. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 120.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Rund 80 Prozent aller Lungenkrebstodesfälle werden darauf zurückgeführt. Wir wissen auch, dass gerade Kinder und Jugendliche besonders anfällig für eingängige Werbebotschaften sind. Es darf nicht sein, dass wir deren Leben und Gesundheit den wirtschaftlichen Interessen der Tabakindustrie unterordnen. Ich appelliere daher an die Abgeordneten der Großen Koalition, das geplante Verbot schnellstmöglich umzusetzen.“
WB Psychotherapie 30.06.2016

Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie: Prof. Dr. Gereon Heuft neuer ärztlicher Vorsitzender

Berlin - Zum 1. Juli 2016 übernimmt mit Univ.-Prof. Dr. med. Gereon Heuft turnusgemäß ein Arzt den Vorsitz des von der Bundesärztekammer und der Bundespsychotherapeutenkammer gemeinsam gebildeten Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP). Heuft, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie  sowie Psychoanalytiker, ist Lehrstuhlinhaber für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Medizinischen Fakultät der Westfälsichen Wilhelms-Universität Münster sowie Direktor der von ihm 1999 gegründeten Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Münster. Aufgabe des WBP ist zum einen die in § 11 PsychThG niedergelegte gutachterliche Beratung von Behörden zur Frage der wissenschaftlichen Anerkennung von einzelnen psychotherapeutischen Verfahren und daraus resultierend bei der staatlichen Anerkennung von Ausbildungsstätten. Zum anderen befasst sich der Beirat mit Anfragen psychotherapeutischer Fachverbände hinsichtlich der wissenschaftlichen Anerkennung von Psychotherapieverfahren und -methoden. Darüber hinaus greift der WBP aus eigener Initiative bestimmte wissenschaftliche Fragen der Psychotherapieforschung auf und setzt Impulse für eine Förderung der Psychotherapie- und Versorgungsforschung.Heuft, der dem WBP seit 2004 angehört, sieht eine wesentliche Aufgabe darin, das paritätisch mit ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten besetzte Gremium zu stärken. „Die Psychotherapie benötigt ärztliche wie psychologische Expertise. Die Weiterentwicklung unseres Faches ist nur möglich, wenn wir gemeinsam Methoden entwickeln, um spezifische psychotherapeutische Interventionen, ihre Indikationen und ihre Effektivität wissenschaftlich zu bewerten, bevor sie in die Aus- und Weiterbildungbildung integriert und in der Patientenbehandlung eingesetzt werden.“ Gleichzeitig wechselt  Prof. Dr. Günter Esser, ehemaliger Leiter des Lehrstuhls Klinische Psychologie/Psychotherapie der Universität Potsdam, in die Position des stellvertretenden Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie.
Ärztliche Atteste bei Asylverfahren 16.06.2016

BÄK weist Vorwürfe von Gefälligkeitsgutachten zurück

Berlin - Zu den Äußerungen von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere zu ärztlichen Attesten bei Abschiebeverfahren erklärt der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: „Ärztliche Gutachter in Abschiebeverfahren geraten  immer wieder zwischen die Fronten. Mal wird ihnen vorgeworfen, sie erstellten Gefälligkeitsgutachten im Sinne der Asylbewerber,  dann heißt es wieder, sie seien Erfüllungsgehilfen staatlicher Stellen. Solche Unterstellungen – egal aus welcher Richtung sie kommen - entbehren jeder Grundlage und bringen uns nicht weiter. Wichtig ist, dass ärztliche Gutachter die Möglichkeit erhalten, jeden einzelnen Fall genau zu prüfen und dass sie dafür entsprechend qualifiziert sind. Wir haben deshalb ein Curriculum mit Standards für die Qualifizierung von Gutachtern erstellt.  Wir haben ein Modellprojekt zur Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Flüchtlinge entwickelt, das auch die Vermittlung asylrechtlicher Kompetenzen vorsieht. Die Ärztekammern stellen zudem Informationen über die formal und inhaltlich korrekte Erstellung von Attesten zur Verfügung (*). Und natürlich können Behörden jederzeit für die Benennung qualifizierter Gutachter die jeweils zuständige Landesärztekammer ansprechen. Dies wird jedoch kaum genutzt. Nun ist  die Politik am Zug. Statt den öffentlichen Gesundheitsdienst weiter kaputt zu sparen, sollten seine Ressourcen den steigenden Anforderungen durch die Flüchtlingsversorgung angepasst werden. Und wir müssen ärztlichen Gutachtern für eine gründliche Diagnose körperlicher und seelischer Krankheiten ausreichend Zeit und ausgebildete Dolmetscher zur Verfügung stellen. Gerade bei  den beschleunigten Abschiebeverfahren nach dem Asylpaket II ist das nicht mehr gewährleistet.“ (*)Broschüre „Das ärztliche Attest – Bedeutung und Anforderungen im Asylverfahren“ der Ärztekammer Westfalen-Lippe:
Referentenentwurf zum PsychVVG 15.06.2016

BÄK sieht Koalition prinzipiell auf richtigem Weg, Nachjustierungen erforderlich

Berlin - Die Bundesärztekammer (BÄK) hat sich im Vorfeld einer Expertenanhörung am kommenden Freitag grundsätzlich positiv zu dem Referentenentwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) geäußert. In ihrer schriftlichen Stellungnahme begrüßt die BÄK grundsätzlich, dass der Gesetzgeber von den ursprünglich geplanten landeseinheitlichen diagnosebezogenen Tagesentgelten abgerückt ist und die Einrichtungen stattdessen weiterhin individuelle Budgets mit den Krankenkassen vereinbaren können. Regionale Besonderheiten und besondere Versorgungsverpflichtungen lassen sich nach Einschätzung der Bundesärztekammer so besser berücksichtigen. Zum Hintergrund: Bereits die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte im Jahr 2009 das Projekt eines Pauschalisierten Entgeltsystems für Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) angestoßen. Im Jahr 2017 sollte es flächendeckend eingeführt werden. Kritik kam von Ärzteschaft und Pflege, die davor warnten, dass ein solches leistungsorientiertes System den Besonderheiten psychischer Erkrankungen nicht gerecht werde. Mit Erfolg: Im Koalitionsvertrag von Union und SPD war von landesweit vergleichbaren Tages-Fallpauschalen für Psychiatrie und Psychosomatik keine Rede mehr. Im Februar dieses Jahres stellte das Bundesgesundheitsministerium Eckpunkte für das Gesetz vor, die Grundlage für den mit dem nun vorgelegten Referentenentwurf verbundenen Richtungswechsel waren. Positiv bewertet die Bundesärztekammer unter anderem die geplante Einführung von Mindestvorgaben für die Personalausstattung. Zuletzt hatte der 119. Deutsche Ärztetag Ende Mai gefordert, aus Gründen der Patientensicherheit und zum Schutz der Mitarbeiter verbindliche Personalschlüssel für den ärztlichen und pflegerischen Dienst zu schaffen. Die Ärzteschaft begrüßt zudem, dass mit der vorgesehenen Stärkung der Institutsambulanzen sowie mit der Möglichkeit zur Erbringung „stationsäquivalenter“ Leistungen durch Kliniken die sektorübergreifende Versorgung gestärkt wird. Nach dem Entwurf umfasst die stationsäquivalente Versorgung eine psychiatrische Behandlung während akuter Krankheitsphasen im häuslichen Umfeld. Nach Auffassung der BÄK sind für diesen neuen Behandlungsansatz Präzisierungen für Organisation, Indikation und Umsetzung erforderlich. Notwendig sind zudem die Abstimmung mit den in der ambulanten Versorgung tätigen Ärztinnen und Ärzten sowie die Sicherstellung der ärztlichen Leitung der mobilen multiprofessionellen Behandlungsteams. Nachbesserungsbedarf sieht die BÄK auch bei anderen Passagen des Referentenentwurfs. So wird der Rahmen für die Budgetverhandlungen vor Ort durch zu viele Vorgaben erheblich eingeschränkt. Zudem wird eine klare und eindeutige Trennung zwischen der Budgetfindung- und Vereinbarung vor Ort und der Abrechnung gefordert. Auch sind viele Neuregelungen mit zusätzlicher Dokumentation und Bürokratie verbunden. Gerade die angestrebte Abkehr vom bisher eingeführten PEPP-System bietet aus Sicht der Bundesärztekammer die Chance, diese Anforderungen und die Prüfroutinen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen deutlich zu reduzieren. Ebenso fehlen in dem Entwurf bisher eindeutige Formulierungen, die eine nachhaltige und solide Gegenfinanzierung der Leistungen von Ärztinnen und Ärzten und des weiteren medizinischen Personals in den betroffenen Kliniken und Abteilungen sicherstellen. Vorläufige Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG)Berlin, 14.06.2016 ...
Gesundheits-Apps 07.06.2016

Datenschutz bei Gesundheits-Apps: BÄK unterstützt Vorstoß der Bundesregierung

Berlin - „Sensible Gesundheitsdaten sind heiß begehrt. Deshalb muss sichergestellt sein, dass niemand unwissentlich mit persönlichen Daten für scheinbar kostenlose Gesundheits-Apps bezahlt.“ So kommentierte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery  Medienberichte, nach denen sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bei seinen europäischen Amtskollegen für mehr Datensicherheit bei Smartphone-Apps einsetzen will. Erst vor zwei Wochen hatte der Deutsche Ärztetag in Hamburg mehr Transparenz für Nutzer von Gesundheits-Apps gefordert. „Es ist gut, dass nun auch die Bundesregierung dieses wichtige Thema aufgreift“, sagte Montgomery. Zahlreiche Plattformen bieten mittlerweile Anwendungen im Bereich Lifestyle und Medizin an. Viele dieser Apps können bei Prävention, Diagnostik und Therapie nützlich sein. Sie bergen aber auch Risiken im Hinblick auf die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Daten. Montgomery hob hervor, dass auch Gesundheits-Apps von Privaten Krankenversicherungsunternehmen oder von gesetzlichen Krankenkassen den geforderten Qualitätsstandards unterliegen müssten. Daten aus diesen Anwendungen dürften nicht zur individuellen Risikoadjustierung privater Krankenversicherungstarife eingesetzt werden. Der Bundesärztekammer-Präsident warnte in diesem Zusammenhang vor Bestrebungen von gesetzlichen Krankenkassen, Daten aus Gesundheits-Apps und Fitness-Trackern in der geplanten elektronischen Patientenakte zu sammeln und diese von den Krankenkassen verwalten zu lassen. Montgomery: „Patientenakten dienen der ärztlichen Versorgung und gehören nicht in die Hände der Krankenkassen.“
Bundestagsanhörung 07.06.2016

BÄK fordert Nachbesserungen am Asylpaket II

Berlin - Die Bundesärztekammer hat vor der morgigen Anhörung im Bundestagsgesundheitsausschuss zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen Nachbesserungen am Asylpaket II gefordert. Nach dem Gesetz kann das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge innerhalb einer Woche über einen Asylantrag entscheiden. Als Abschiebungshindernisse gelten nur noch lebensbedrohliche oder schwerwiegende Erkrankungen, die sich durch die Abschiebung wesentlich verschlechtern würden. „Unter diesem Zeitdruck und in Verbindung mit meist unzureichenden Sprachkenntnissen der Patienten besteht die Gefahr, dass eine sorgfältige ärztliche Untersuchung und Begutachtung durch einen Arzt nicht gelingen kann“, kritisiert die BÄK in ihrer schriftlichen Stellungnahme zu der Anhörung. Opfer von Folter und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen müssten deshalb aus dem beschleunigten Asylverfahren herausgenommen werden. Generell sollten alle besonders Schutzbedürftigen von diesen Schnellverfahren ausgeschlossen werden. Außerdem sei es notwendig, schwere psychische und somatische Erkrankungen wieder als Schutzgrund für die Anerkennung gelten zu lassen. Zudem bekräftigte die Bundesärztekammer ihre Forderung nach einer bundesweiten Einführung einer Gesundheitskarte für allen Geflüchteten – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. „Die im Asylbewerberleistungsgesetz benannten Leistungseinschränkungen, nach denen lediglich akute Erkrankungen, nicht aber chronische Beschwerden behandelt werden dürfen, müssen aufgehoben werden“, fordert die Bundesärztekammer.  Durch die Integration der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen in die Regelversorgung des Leistungskatalogs der GKV würde eine Kennzeichnung für den eingeschränkten Anspruchsnachweis gemäß Asylbewerberleistungsgesetz § 4 auf der Gesundheitskarte überflüssig werden. Auch müsse  der zusätzliche Aufwand für einen stark traumatisierten und mit erheblichen Sprachproblemen behafteten Personenkreis besser abgebildet werden. Die zuständigen Behörden müssten ausreichend fachlich und interkulturell qualifizierte Dolmetscher für eine adäquate gesundheitliche Versorgung zur Verfügung stellen. Für die Übernahme der dadurch entstehenden Kosten seien die entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen. Stellungnahme der Bundesärztekammer zur Anhörung Deutscher Bundestag am 08.06.2016 zu Antrag der Fraktion DIE LINKE. Medizinische Versorgung für Geflüchtete und Asylsuchende diskriminierungsfrei sichern (BT-Drucksache 18/7413) und Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Psychotherapeutische und psychosoziale Versorgung von Asylsuchenden und Flüchtlingen verbessern (BT-Drucksache 18/6067)
Patienten 03.06.2016

Montgomery: „Organspende heißt Leben schenken"

Berlin - „Mehr als 80 Prozent der Menschen in Deutschland sehen die Organspende positiv, aber nur 32 Prozent haben einen Organspendeausweis. Dies muss für uns alle Ansporn und Motivation sein, weiter für dieses wichtige Thema zu werben. Wer nach seinem Tod Organe spendet, schenkt anderen Menschen Leben." Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery vor dem Tag der Organspende am morgigen Samstag. Montgomery wies darauf hin, dass auf der Warteliste mehr als 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan hoffen, gleichzeitig pro Jahr aber nur knapp 3.000 Organe transplantiert werden. „Den Menschen auf der Warteliste läuft die Zeit davon. Sie sind darauf angewiesen, dass sich jeder einzelne ernsthaft mit dem Thema Organspende auseinandersetzt. Wer in einem Organspendeausweis dokumentiert, ob er für eine Spende bereit ist oder nicht, nimmt auch seinen Angehörigen eine schwierige Entscheidung ab“, so Montgomery. Mit Blick auf die erfolgreiche Aufarbeitung des Transplantationsskandals stellte der Bundesärztekammer-Präsident klar: „Die Transplantationsmedizin in Deutschland war noch nie sicherer als heute.“ Dies zeige auch der aktuelle Bericht der Bundesregierung über die nach dem Skandal eingeleiteten Reformmaßnahmen. Darin werde den Kontrollgremien der Selbstverwaltung eine effektive und professionelle Arbeitsweise attestiert.
Telemedizin 02.06.2016

Bundeseinheitlicher Medikationsplan: IT-Umsetzung steht

Berlin - Der Medikationsplan kommt - inklusive einer IT-Spezifikation: Fristgerecht legten die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der Deutsche Apothekerverband (DAV) und die Bundesärztekammer (BÄK) eine Vereinbarung zum bundeseinheitlichen Medikationsplan vor. Auf diesen haben ab dem 1. Oktober 2016 alle Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung einen Anspruch, die mindestens drei verordnete Medikamente gleichzeitig anwenden. Neben Vorgaben zu Inhalt und Struktur, zu Erstellung und Aktualisierung sowie einem Verfahren zur Fortschreibung des Medikationsplans, gehört zu der Vereinbarung eine technische Spezifikation zur elektronischen Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans. Diese Spezifikation wurde von KBV, DAV und BÄK in enger Abstimmung mit dem Bundesverband Gesundheits-IT e.V. (bvitg), dem ADAS – Bundesverband Deutscher Apotheken-Softwarehäuser e. V. und HL7 Deutschland e.V. erstellt und wird nun als Anlage der Vereinbarung veröffentlicht. Im Rahmen eines konstruktiven Austauschs haben sich Selbstverwaltung und die IT-Industrie auf eine an internationalen Standards orientierte technische Umsetzung geeinigt. „Mit der jetzt vollzogenen Einbindung der IT-Spezifikation haben es alle Beteiligten den Skeptikern gezeigt, dass Selbstverwaltung und Industrie miteinander konstruktiv und zielgerichtet arbeiten können. Herausgekommen ist eine Spezifikation, die allen Beteiligten Vorteile bringt und für den Erfolg konstruktiver Zusammenarbeit steht.“, so Ekkehard Mittelstaedt, Geschäftsführer des bvitg. Die technische Spezifikation basiert auf den fachlichen Vorgaben eines Medikationsplans, der im Rahmen der vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) initiierten Aktionspläne Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) entwickelt wurde. „Mit der neuen Spezifikation wurde der Barcode auf einen moderneren und zukunftsfähigen Standard umgestellt“, erläutert Lars Polap, Vorsitzender und Sprecher von ADAS - Bundesverband Deutscher Apothekensoftwarehäuser e.V., die Vorteile der Spezifikation. Auch die Selbstverwaltung zeigt sich über das Erreichen eines Etappenziels auf dem Weg zur Einführung des Medikationsplans erfreut: „Für die Patienten bringt der Medikationsplan mehr Sicherheit, da er alle wichtigen Informationen zur Art und Anwendung der Medikamente enthält. Ziel ist es, Patienten bei der richtigen Einnahme ihrer Medikamente zu unterstützen. Uns freut es daher, dass wir gemeinsam mit der Industrie hierbei eine von allen akzeptierte Lösung finden konnten, die eine möglichst unbürokratische Handhabung für die Vertragsärzte unterstützen soll“ so Dipl. Med. Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). „Eine wesentliche Voraussetzung für die Verbreitung und den Erfolg des Medikationsplans ist die optimale Software-Unterstützung der Ärzte bei der Erstellung und Aktualisierung – der erzielte Konsens mit der Industrie weist den Weg in eine gute Integration in unsere Arbeitsprozesse“ sagt Dr. Franz Bartmann, Vorsitzender des Ausschusses Telematik der Bundesärztekammer. „Die Arbeit der Apotheken wird durch einen einheitlichen technischen Standard erleichtert", so Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). „Wir wollen und müssen uns den digitalen Herausforderungen stellen. Richtig umgesetzt, trägt der Medikationsplan zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit bei. Die Apotheke ergänzt den Medikationsplan auf Wunsch des Patienten um die in der Apotheke abgegebenen Arzneimittel. Ohne Apotheker kann solch ein Medikationsplan kaum aktuell und vollständig sein", erklärt Becker weiter. Ihre Ansprechpartner: Natalie Gladkov (bvitg), Tel. 030 2062258-20, natalie.gladkov@bvitg.de Dr. Reiner Kern (DAV), Tel. 030 4000 4132, presse@abda.de Samir Rabbata (BÄK), Tel. 030 400456-703, presse@baek.de Dr. Roland Stahl (KBV), Tel. 030 4005-2201 rstahl@kbv.de Spezifikation für einen bundeseinheitlichen Medikationsplan - Anlage 3Stand: 31.05.2016...

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