37 Schlüsseltechnologie der Zukunft So rief der 129. Deutsche Ärztetag 2025 unter anderem zu einer umfassenden Auseinandersetzung damit auf, wie sich KI auf die Gesundheitsversorgung und -forschung auswirkt. Ärztinnen und Ärzte sowie Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen stellten aktuelle Entwicklungen vor und beleuchteten aus ihrer jeweiligen fachlichen Perspektive das Potenzial, Diagnostik, Therapie und Patientenversorgung ebenso wie die medizinische Forschung zu revolutionieren. In einem Grundsatzreferat betonte Prof. Dr. Aldo Faisal, Digital-Health-Forscher am Imperial College London und an der Universität Bayreuth sowie Mitglied im Deutschen Ethikrat, dass das Gesundheitssystem durch KI profitieren wird. In Studien seien mithilfe von KI Risikopatientinnen und -patienten identifiziert und so Todesfälle verhindert worden. „Wir sind nach wie vor in einem sehr frühen Stadium der Implementierung, oftmals sogar noch in der Pilotphase“, sagte Prof. Dr. Ulrike Attenberger, Leiterin der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin an der Medizinischen Universität Wien/Universitätsklinikum AKH Wien. Die KI-Spezialistin ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der BÄK und leitet dessen Arbeitskreis „KI in der Medizin“. Sie betonte: „Der Erfolg hängt bei Diagnosen mit KI-Unterstützung von der Qualität der Modelle und der Qualifikation der Anwender ab. Erfahrene Ärzte finden häufiger die Fehler in den Vorschlägen der KI, so dass die Systeme sinnvoll weiterlernen können.“ Eine besondere Aufmerksamkeit des Ärztetages galt auch der Frage, wie KIgestützte Systeme in die bestehende medizinische Infrastruktur integriert werden können. „Mit gut in den ärztlichen Alltag eingebundener KI können wir uns mehr Zeit für die medizinische Behandlung unserer Patientinnen und Patienten verschaffen“, hob Erik Bodendieck, CoVorsitzender des BÄK-Ausschusses „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung” hervor. Die Debatten drehten sich dabei nicht nur um die technischen und wissenschaftlichen Herausforderungen. Auch ethische und rechtliche Fragen müssten beim Einsatz von KI in der Medizin berücksichtigt werden. Dabei wurde deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft, Technologieentwicklern und PolitikverantwortliVon ärztlicher Kunst mit Künstlicher Intelligenz Mit Blick auf das Schwerpunktthema „KI in der Medizin“ des 129. Deutschen Ärztetages in Leipzig hat die Bundesärztekammer die Publikation „Von ärztlicher Kunst mit Künstlicher Intelligenz“ veröffentlicht. Diese vereint die Stellungnahme „Künstliche Intelligenz in der Medizin“, das Thesenpapier „Künstliche Intelligenz in der Gesundheitsversorgung“ sowie die Stellungnahme „Entscheidungsunterstützung ärztlicher Tätigkeit durch künstliche Intelligenz“ und gibt die vielschichtig erarbeiteten Perspektiven des Wissenschaftlichen Beirats, des Ausschusses „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung“ und der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer auf das Thema wieder. Die Publikation soll eine Diskussion anstoßen, wie der digitale Wandel im Gesundheitswesen aus der ärztlichen Perspektive gestaltet werden kann – mit dem Ziel, die Potenziale der KI zum Wohle der Patientinnen und Patienten einzusetzen. Fishbowl-Diskussion beim Dialogforum mit jungen Ärztinnen und Ärzten (v.l.): Dr. Carina Vorisek, Dr. Michael Müller, Dr. Pedram Emami, Dr. Julia Fritz und PD Dr. Peter Bobbert.
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