Tätigkeitsbericht 2025 der BAEK

27 Dr. Gerald Quitterer, Co-Vorsitzender des BÄK-Ausschusses „Public Health“, ergänzte: „Schulen bieten ideale Voraussetzungen, um Gesundheitskompetenz schon im frühen Alter systematisch zu fördern. Wir brauchen Lehrplaninhalte zu zentralen Gesundheitsthemen. Wichtig ist zudem, dass gezielt Programme zur Förderung von Medienkompetenz in Schulen und für Familien etabliert werden“. Länderübergreifende Strategie erforderlich Bereits der 127. Deutsche Ärztetag 2023 in Essen hatte die Kultusministerkonferenz (KMK) aufgefordert, eine länderübergreifend abgestimmte Strategie zu entwickeln, mit der die Förderung der Gesundheitskompetenz in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen nachhaltig verankert werden kann. Neben Fortbildungen für das Schulpersonal seien Mustercurricula und fächerübergreifende Lehr- und Unterrichtsmaterialien notwendig. Systematisch entwickelt werden müssten Lerninhalte zu Themen wie Ernährung, Bewegung, Sexualität, psychische Gesundheit, Verhalten im Notfall, Hitzeschutz, Klimawandel und Gesundheit, aber auch zur angemessenen Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Kindergesundheit in den Fokus rücken Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist seit dem 126. Deutschen Ärztetag 2022 in Bremen besonders im Blick der Bundesärztekammer. Ging es zunächst um die unmittelbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie, wuchs in den vergangenen Jahren die Erkenntnis, dass es grundsätzlich um die physische, aber auch die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nicht gut bestellt ist. Aktuelle Studien zeigen, dass sich der Gesundheitszustand jüngerer Generationen im Verhältnis zu älteren bereits verschlechtert hat. Adipositas und Diabetes Typ 2 treten zunehmend im jüngeren Alter auf, was dazu führt, dass Betroffene nicht nur eine längere Zeit ihres Lebens krank sind, sondern auch zunehmend Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Leber- und Herzkrankheiten entwickeln. Wesentliche Ursachen sind ein veränderter Lebensstil und ungesunde Lebensweisen. Konkret sind dies ein verändertes Bewegungs-, Schlaf- und Ernährungsverhalten, aber auch neue Medien und zunehmende Bildschirmzeiten. Die intensive Nutzung sozialer Medien bringt Gefahren von Cybermobbing, Cybergrooming und Desinformation mit sich und kann sich negativ auf das Körperbild und das Selbstwertgefühl auswirken. Schulfach „Gesundheit“ in Lehrplänen verankern Heranwachsende mit einer niedrigen Gesundheitskompetenz bewerten ihre Gesundheit häufig schlechter als diejenigen mit hoher Gesundheitskompetenz. Ausschlaggebend für den Erhalt von Gesundheit und Lebensqualität im gesamten Lebensverlauf ist die Gewinnung von Gesundheitskompetenz sowie die Nutzung sinnvoller präventiver Maßnahmen. Schulen und andere Bildungseinrichtungen können dazu beitragen, die Gesundheitskompetenz zu stärken. Bislang fehlen in Deutschland jedoch verbindliche Lehrpläne für Themen wie Gesundheit und Gesundheitserziehung. Gesundheitskompetenz ist kein fester Bestandteil von bereits vorhandenen Fächern wie Biologie oder Sachkunde. Erschwerend kommt hinzu, dass die Vermittlung von gesundheitsbezogenen Themen in den Bundesländern unterschiedlich geregelt ist. Die Bundesärztekammer wird sich weiter für die bundesweite Verankerung von Gesundheitsthemen in die Lehrpläne vorhandener Fächer und schließlich die Einführung eines eigenständigen Schulfachs „Gesundheit“ einsetzen. ■ © KMK

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