42 Medizinisch-wissenschaftliche Bestandsaufnahme Für eine gesunde Bevölkerung: Public Health neu denken „Im Interesse einer konstruktiven Lösung sollten Ärztinnen und Ärzte im Public-Health-Bereich – ebenso wie in anderen Bereichen – über ihre kurative Tätigkeit hinaus als wichtige Akteure im gesundheitspolitischen Diskurs anerkannt werden. Ihre klinische Expertise und praktische Erfahrung müssen dafür strukturell in Entscheidungsprozesse und beratende Gremien einfließen“, forderte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt im Rahmen der Pressekonferenz vom 28. November 2025 anlässlich der Veröffentlichung der Stellungnahme im Beisein von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Angesichts der Bedeutung von Public Health für die zukünftige Gesundheitsversorgung hat der Vorstand der Bundesärztekammer dieses Thema als eines seiner Schwerpunktthemen festgelegt. Der Arbeitskreis „Medizinisch-wissenschaftliche Bestandsaufnahme zu Public Health“ beim Wissenschaftlichen Beirat wurde eingesetzt, um eine evidenzbasierte Diskussionsgrundlage in Form einer medizinisch- wissenschaftlichen Stellungnahme für weiterführende Diskussionen zur Stärkung des Public-Health-Systems im deutschen Gesundheitswesen zu schaffen. Die unter der Federführung von Prof. Dr. Ute Thyen und der stellvertretenden Federführung von Prof. Dr. Wilhelm-Bernhard Niebling erarbeitete Stellungnahme „Medizinisch-wissenschaftliche Bestandsaufnahme zu Public Health“ bildet die medizinischen Bereiche in Deutschland ab, in denen Public Health verortet ist, und beleuchtet Aspekte der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie die Rolle von Ärztinnen und Ärzten auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheit. Eine Auswertung internationaler Erfahrungen unterstützte die kritische Auseinandersetzung mit nationalen Möglichkeiten und Grenzen. Die zentrale Rolle von Gesundheit für individuelle und gesellschaftliche Lebensbereiche wird immer sichtbarer. Gesundheit ist eine fundamentale Ressource, die nicht nur das individuelle Wohlbefinden prägt, sondern zugleich maßgeblich zur sozialen Kohäsion, ökonomischen Leistungsfähigkeit und gesamtgesellschaftlichen Entwicklung beiträgt. © Marten Ronneburg Welchen Stellenwert hat Public Health in Deutschland und wie kann auf aktuelle Herausforderungen reagiert werden? Diesen und weiteren Fragen geht die Stellungnahme „Medizinisch-wissenschaftliche Bestandsaufnahme zu Public Health“ der Bundesärztekammer nach. Vorgestellt wurden die Ergebnisse gemeinsam mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken Ende November 2025 in der Bundespressekonferenz.
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