AkdÄ-Stellungnahmen zur frühen Nutzenbewertung

(§ 35a SGB V)

Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz – frühe Nutzenbewertung nach § 35a SGB V.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2011 ist das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) nach § 35a SGB V in Kraft getreten, es regelt u. a. die Preisbildung für neu zugelassene Arzneimittel. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt anhand der frühen Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Zusatznutzen neu in den Markt eingeführter Arzneimittel fest. Bevor der G-BA einen Beschluss fasst, der Eingang in die Arzneimittel-Richtlinie nehmen wird und auf dessen Grundlage die Preisverhandlungen zwischen pharmazeutischem Hersteller und der GKV beginnen, wird ein Stellungnahmeverfahren (schriftlich und mündlich) durchgeführt. Die AkdÄ als Sachverständige der medizinischen Wissenschaft und Praxis wurde vom G-BA durch Beschluss als stellungnahmeberechtigte Organisation bestimmt (§ 92 Abs. 3a SGB V).

Aktuelle Bewertungen:

06.04.2021

Stellungnahme der AkdÄ zu Dapagliflozin (neues AWG: chronische Herzinsuffizienz) (Forxiga®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Die AkdÄ sieht einen Zusatznutzen von Dapagliflozin bei Patienten mit symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion (LVEF ≤ 40 %), die unter einer optimierten Basistherapie der Herzinsuffizienz und der Komorbiditäten weiterhin symptomatisch sind. Die optimierte Basistherapie der Herzinsuffizienz beinhaltet mindestens eine Kombination aus ACE-Hemmer/Angiotensinrezeptorblocker mit Betablockern und Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten (MRA) sowie eine suffiziente Therapie mit Diuretika. Das Ausmaß des Zusatznutzens von Dapagliflozin wird von der AkdÄ für Patienten im NYHA-Stadium II als beträchtlich, für Patienten im NYHA-Stadium III/IV als gering beurteilt. Aufgrund von Unsicherheiten bezüglich der Umsetzung der Basistherapie besteht aus Sicht der AkdÄ für beide Patientengruppen lediglich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen.

Das IQWiG sieht für Patienten mit symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen von Dapagliflozin plus optimierte Standardtherapie gegenüber der optimierten Standardtherapie. Diese Einschätzung begründet das IQWiG mit der unvollständigen Erfassung unerwünschter Ereignisse in der Studie DAPA-HF sowie den unzureichenden Angaben zu Therapieanpassungen. Insbesondere sei unklar, welchen Einfluss die geringe Anwendung von Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren auf die gezeigten Effekte habe.
Die AkdÄ bewertet den Zusatznutzen von Dapagliflozin gegenüber einer optimierten Basistherapie der Herzinsuffizienz und berücksichtigt bei der Beurteilung des Ausmaßes des Zusatznutzens die signifikante Effektmodifikation der Mortalität durch den Schweregrad der Herzinsuffizienz nach NYHA-Klasse. Das Ausmaß des Zusatznutzens von Dapagliflozin bei Patienten mit NYHA-Klasse II wird als beträchtlich beurteilt, da bei diesen Patienten unter Dapagliflozin die Gesamtmortalität signifikant um 4,2 % reduziert war. Bei Patienten mit NYHA-Klasse III/IV wurde die Mortalität hingegen nicht signifikant beeinflusst, vielmehr zeigte sich ein numerisch gegenläufiger Effekt. Eine signifikante Wirkung auf patientenrelevante Endpunkte bestand bei Patienten im NYHA-Stadium III/IV lediglich bezüglich der Hospitalisierungsrate. Die AkdÄ schätzt deshalb das Ausmaß des Zusatznutzens von Dapagliflozin bei Patienten mit NYHA-Klasse III/IV nur als gering ein.
Aus Sicht der AkdÄ kann lediglich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen vorliegen, da die Aussagesicherheit der Studie DAPA-HF eingeschränkt ist durch Unsicherheiten bezüglich der Umsetzung der Basistherapie der Herzinsuffizienz: Knapp 30 % der Patienten erhielten keinen MRA, davon ca. die Hälfte der Patienten aus unklaren Gründen. Außerdem liegen keine Angaben zu den Dosierungen und der Modifikation der Basistherapie vor.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Dapagliflozin (Forxiga®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

23.03.2021

Stellungnahme der AkdÄ zu Baricitinib (neues AWG: atopische Dermatitis) (Olumiant®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Fragestellung A Für erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis, für die eine systemische Therapie infrage kommt und für die eine dauerhafte/kontinuierliche systemische Therapie nicht angezeigt ist, legt der pharmazeutische Unternehmer keine Daten vor. Für die AkdÄ ist daher in Übereinstimmung mit dem IQWiG ein Zusatznutzen von Baricitinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (ZVT) nicht belegt.

Fragestellung B Für erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis, für die eine systemische Therapie infrage kommt und für die eine dauerhafte/kontinuierliche systemische Therapie angezeigt ist, liegen keine geeigneten Daten zur Bewertung des Zusatz-nutzens von Baricitinib gegenüber der ZVT vor. Aus Sicht der AkdÄ ist ein Zusatznutzen von Baricitinib in dieser Fragestellung nicht belegt.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Baricitinib (Olumiant®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

09.03.2021

Stellungnahme der AkdÄ zu Bempedoinsäure/Ezetimib (primäre Hypercholesterinämie, gemischte Dyslipidämie) (Nustendi®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Die AkdÄ schließt sich der Einschätzung des IQWiG an, dass der Zusatznutzen von Bempedoinsäure/Ezetimib zusätzlich zu einer Diät und ggf. in Kombination mit einem Statin bei erwachsenen Patienten mit primärer Hypercholesterinämie (heterozygot familiär und nicht familiär) oder gemischter Dyslipidämie bei beiden Fragestellungen nicht belegt ist, da keine geeigneten Studienergebnisse vorliegen.

Fragestellung 1 (medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung wurden nicht ausgeschöpft): Obwohl der pharmazeutische Unternehmer (pU) selbst beschreibt, dass keine relevanten Studien für die Nutzenbewertung vorliegen, leitet er für Fragestellung 1 einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen ab. Dies ist aus Sicht des IQWiG nicht sachgerecht.

Fragestellung 2 (medikamentöse (außer Evolocumab) und diätetische Optionen zur Lipidsenkung wurden ausgeschöpft): Das IQWiG sieht in Übereinstimmung mit dem pU den Zusatznutzen als nicht belegt an, da keine geeigneten Studiendaten vorliegen.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Bempedoinsäure/Ezetimib (Nustendi®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

09.03.2021

Stellungnahme der AkdÄ zu Bempedoinsäure (primäre Hypercholesterinämie, gemischte Dyslipidämie) (Nilemdo®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Die AkdÄ schließt sich der Einschätzung des IQWiG an, dass der Zusatznutzen von Bempedoinsäure zusätzlich zu diätetischer Therapie und ggf. anderen lipidsenkenden Arzneimitteln bei erwachsenen Patienten mit primärer Hypercholesterinämie (heterozygot familiär und nicht familiär) oder gemischter Dyslipidämie bei beiden Fragestellungen nicht belegt ist.

Fragestellung 1 (medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung wurden nicht ausgeschöpft): Das IQWiG sieht einen Zusatznutzen als nicht belegt an, da der pharmazeutische Unternehmer (pU) keine Daten zum Vergleich mit der vom G-BA vorgegebenen zweckmäßigen Vergleichstherapie (ZVT) vorlegen kann. Die AkdÄ hält die Einschätzung des IQWiG unter den Prämissen der Zielwertstrategie für schlüssig.
Auch im Sinne einer „fire-and-forget“-Strategie ergeben sich Zweifel an der Umsetzung der ZVT, da im Kontrollarm keine Eskalation der Therapie mit Ezetimib erfolgte. Der Einschluss der Studien CLEAR HARMONY/CLEAR WISDOM in die Nutzenbewertung wäre jedoch zu erwägen, da für Ezetimib nur ein geringer Nutzen hinsichtlich kardiovaskulärer Ereignisse belegt ist und mehr als 85 % der Patienten eine moderate oder hochdosierte Statintherapie erhielten. Dabei stünde einem unsicheren Zusatznutzen einer Subgruppe (Reduktion nichttödlicher Herzinfarkte bei Baseline LDL-C ≥ 100 mg/dl) ein deutliches Risiko für unerwünschte Wirkungen gegenüber.

Fragestellung 2 (medikamentöse (außer Evolocumab) und diätetische Optionen zur Lipidsenkung wurden ausgeschöpft): Das IQWiG sieht einen Zusatznutzen als nicht belegt an. Dies entspricht der Einschätzung des pU, der für diese Population auch keinen Zusatznutzen beansprucht, weil er keine geeigneten Daten vorlegen kann.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Bempedoinsäure (Nilemdo®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

22.02.2021

Stellungnahme der AkdÄ zu Cannabidiol (Neubewertung nach Fristablauf: Lennox-Gastaut-Syndrom,
≥ 2 Jahre, Kombi mit Clobazam) (Epidyolex®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Ausgehend von der gesetzlichen Vorgabe (§ 35a Absatz 1 Satz 10 SGB V) gilt der Zusatznutzen eines Orphan Drug bereits durch die Zulassung als belegt.

Für Cannabidiol in der adjuvanten Behandlung von Patienten ab zwei Jahren mit Krampfanfällen im Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS), in Kombination mit Clobazam, besteht aus Sicht der AkdÄ ein Beleg für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Die AkdÄ empfiehlt eine Befristung des Beschlusses auf sechs Monate und die Einreichung weiterer Sicherheitsdaten.

Es bestehen mehrere Probleme methodischer Natur bei den eingereichten Daten. Es sind nur Teilpopulationen für die Bewertung relevant, für die nicht alle notwendigen Daten in geeigneter Form vorliegen. Für den Endpunkt „Lebensqualität“ waren die Daten nicht auswertbar. Für die spezifischen unerwünschten Ereignisse (UE) wurden nur Daten ab einer Inzidenz von 10 % gemeldet. Die Behandlungsdauer und die Nachbeobachtungsdauer waren zu kurz für eine abschließende Bewertung einer antiepileptischen Therapie bei einem Syndrom, bei welchem Therapierefraktärität im Verlauf bekannt ist.

Die vorhandenen Daten zeigen eine statistisch signifikante Reduktion der epileptischen Anfälle und eine Verbesserung des fremdeingeschätzten globalen Eindrucks der Veränderung (CGIC) im Vergleich zu Placebo.

Eine Abwägung des Nutzens bei der relativ kurzen Behandlungs- und Beobachtungsdauer im Vergleich zum potenziell höheren Schaden durch häufigere Nebenwirkungen fällt angesichts der Datenlage schwer.

Die AkdÄ empfiehlt neben einer Befristung eine Neubewertung nach Einreichung der Sicherheitsdaten mit den vollständigen Inzidenzen für die spezifischen UE ab einer Inzidenz der jeweiligen UE ab 1 % in dem jeweiligen Therapiearm.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Cannabidiol (Epidyolex®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

22.02.2021

Stellungnahme der AkdÄ zu Filgotinib (rheumatoide Arthritis) (Jyseleca®) –
frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

In der vorliegenden frühen Nutzenbewertung wurde der Zusatznutzen von Filgotinib als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat (MTX) im Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie (ZVT) bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis, die auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, untersucht.

Der G-BA hat bei seiner Festlegung der ZVT im zugelassenen Anwendungsgebiet zwischen drei Patientengruppen unterschieden. Für die Bewertung ergaben sich hieraus drei Fragestellungen.

Fragestellung 1: Für erwachsene Patienten, bei denen keine ungünstigen Prognosefaktoren vorliegen und die unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit einem csDMARD ansprachen oder diese nicht vertragen haben, legt der pharmazeutische Unternehmer (pU) keine Daten zur Bewertung des Zusatznutzens von Filgotinib im Vergleich zur ZVT vor. Daraus ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Filgotinib gegenüber der ZVT. Für die AkdÄ ist damit ein Zusatznutzen nicht belegt.

Fragestellung 2: Für Patienten mit mittelschwerer rheumatoider Arthritis, für die eine erstmalige Therapie mit bDMARDs bzw. tsDMARDs angezeigt ist und die eine normale Nierenfunktion bzw. leichte Nierenfunktionsstörung (CrCl ≥ 60 ml/min) haben, sieht die AkdÄ anhand der vom pU vorgelegten Daten keinen Zusatznutzen von Filgotinib gegenüber der ZVT.
Für Patienten, für die eine Monotherapie mit Filgotinib infrage kommt, liegen keine Daten vor. Für diese Patientengruppe ist der Zusatznutzen für die AkdÄ ebenfalls nicht belegt.

Fragestellung 3: Bei Erwachsenen, die unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit einem oder mehreren bDMARDs und/oder tsDMARDs ansprachen oder diese nicht vertragen haben, legt der pU für die Bewertung des Zusatznutzens von Filgotinib keine Daten vor. Für die AkdÄ ist damit ein Zusatznutzen von Filgotinib im Vergleich zur ZVT für diese Patienten nicht belegt.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Filgotinib (Jyseleca®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

08.02.2021

Stellungnahme der AkdÄ zu Ibrutinib (neues AWG: CLL, Erstlinie, Kombi mit Rituximab) (Imbruvica®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Im vorliegenden Verfahren der frühen Nutzenbewertung wird die Kombination von Ibrutinib mit Rituximab zur Behandlung erwachsener Patienten mit nicht vorbehandelter chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) anhand von drei Fragestellungen bewertet.

Fragestellung 1: Die AkdÄ sieht für die Kombination von Ibrutinib + Rituximab bei Patienten, für die eine Therapie mit FCR infrage kommt, einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.

Fragestellung 2: Da der pharmazeutische Unternehmer (pU) für die Bewertung des Zusatznutzens von Ibrutinib + Rituximab bei Patienten, für die eine Therapie mit FCR nicht infrage kommt, keine Daten vorlegt, ist für die AkdÄ ein Zusatznutzen nicht belegt.

Fragestellung 3: Da der pU für die Bewertung des Zusatznutzens von Ibrutinib + Rituximab bei Patienten mit 17p-Deletion und/oder TP53-Mutation oder für die eine Chemoimmuntherapie aus anderen Gründen nicht angezeigt ist, keine Daten vorlegt, ist für die AkdÄ ein Zusatznutzen von Ibrutinib + Rituximab für diese Population nicht belegt.

Die AkdÄ empfiehlt für die Kombination von Ibrutinib + Rituximab in der Indikation „erwachsene Patienten mit nicht vorbehandelter CLL“ eine Neubewertung nach zwei Jahren.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Ibrutinib (Imbruvica®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

12.01.2021

Stellungnahme der AkdÄ zu Entrectinib (Solide Tumore, NTRK-Genfusion, histologieunabhängig) (Rozlytrek®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ ist der Zusatznutzen von Entrectinib zur Behandlung von erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit soliden Tumoren mit einer neurotrophen Tyrosinrezeptorkinase (NTRK)-Genfusion gegenüber Best Supportive Care aufgrund der derzeit unzureichenden Datenlage nicht belegt.

Die AkdÄ schließt sich der Bewertung des IQWiG an: Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Entrectinib im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen ist damit aus Sicht der AkdÄ nicht belegt.

Für Entrectinib könnte ein therapeutisches Potenzial bei Tumorentitäten mit NTRK-Genfusionen vorliegen. Es bestehen Hinweise auf eine Wirksamkeit in bestimmten Tumorentitäten anhand des gezeigten Ansprechens und der Remissionsdauer. Dies gilt auch bei ZNS-Beteiligung. Die an einem unvollständig dokumentierten und inhomogenen Patientenkollektiv ohne Vergleichskohorte gewonnenen Daten erlauben aber keine aussagekräftige Nutzenbewertung.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Entrectinib (Rozlytrek®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

07.12.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Ravulizumab (neues AWG: atypisches hämolytisch-urämisches Syndrom) (Ultomiris®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Für Ravulizumab bei der Behandlung von Patienten ab einem Körpergewicht von 10 kg mit atypischem hämolytisch-urämischem Syndrom (aHUS), die zuvor nicht mit Komplementinhibitoren behandelt worden waren oder Eculizumab mindestens drei Monate lang erhalten und nachweislich auf Eculizumab angesprochen haben, ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Insgesamt ist dem IQWiG zuzustimmen, dass die angewandte Methodologie ungenügend ist. Eine Äquivalenz bezüglich des Nutzens und der Sicherheit zwischen Ravulizumab und Eculizumab ist nicht belegt bzw. kann aufgrund dieser Daten gar nicht belegt werden. Dazu hätten RCTs durchgeführt werden müssen.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Ravulizumab (Ultomiris®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

07.12.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Ixekizumab (neues AWG: Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen ≥ 6 bis < 18 Jahre, KG ≥ 25 kg) (Taltz®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Die AkdÄ sieht für Ixekizumab im Anwendungsgebiet Kinder und Jugendliche mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis ab einem Alter von sechs Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 25 kg, die für eine systemische Therapie infrage kommen, keinen Zusatznutzen.

Die AkdÄ schließt sich den Begründungen des IQWiG zur Bewertung des Zusatznutzens von Ixekizumab an und konstatiert übereinstimmend mit dem IQWiG, dass der pharmazeutische Unternehmer in seinem Dossier keine geeigneten Daten zur Bewertung des Zusatznutzens von Ixekizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie bei Kindern und Jugendlichen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis vorgelegt hat.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Ixekizumab (Taltz®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

23.11.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Ozanimod (schubförmig remittierende Multiple Sklerose) (Zeposia®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Mit Ozanimod, einem Sphingosin-1-Phosphat(S1P)-Rezeptormodulator, steht ein weiteres krankheitsmodifizierendes Arzneimittel (Disease-modifying Drug, DMD) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) mit aktiver Erkrankung zur Verfügung.

In der vorliegenden Nutzenbewertung wurde der Zusatznutzen von Ozanimod gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie (ZVT) untersucht:

  • Fragestellung 1: therapienaive Patientinnen/Patienten sowie vorbehandelte Patientinnen/Patienten mit nicht hochaktiver RRMS
  • Fragestellung 2: vorbehandelte Patientinnen/Patienten mit hochaktiver RRMS

Fragestellung 1:
Die AkdÄ sieht für therapienaive Patientinnen/Patienten sowie für vorbehandelte Patientinnen/Patienten mit nicht hochaktiver RRMS einen Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Ozanimod gegenüber der ZVT Interferon beta-1a.

Fragestellung 2:
Die AkdÄ sieht bei der Gruppe der vorbehandelten an hochaktiver RRMS erkrankten Männer einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Ozanimod gegenüber der ZVT Interferon beta-1a.

Ein Zusatznutzen für Ozanimod für vorbehandelte mit hochaktiver RRMS erkrankte Frauen ist nicht belegt.

Die noch offenen Fragen zur Sicherheit von Ozanimod und der bisher nicht belegte Vorteil von Ozanimod gegenüber der ZVT in dem patientenrelevanten Endpunkt Behinderungsprogression (EDSS-basiert) sowie die kurze Studiendauer lassen zu diesem Zeitpunkt nur eine eingeschränkte Bewertung des Zusatznutzens von Ozanimod zu. Die AkdÄ fordert daher weitere Daten vorzulegen oder diese durch Extension der Studien bzw. ergänzende Studien im Rahmen des Versorgungsalltags zu generieren. Der Beschluss des G-BA sollte daher zunächst auf zwei Jahre begrenzt werden.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Ozanimod (Zeposia®):

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G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

09.11.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Onasemnogen-Abeparvovec (5q-assoziierte spinale Muskelatrophie) (Zolgensma®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Ausgehend von der gesetzlichen Vorgabe (§ 35a Absatz 1 Satz 10 SGB V) gilt der Zusatznutzen eines Orphan Drug bereits durch die Zulassung als belegt.

Für Onasemnogen-Abeparvovec bei Kindern mit 5q13-assoziierter spinaler Muskelatrophie (SMA) mit biallelischer Deletion des SMN1-Gens und entweder einer klinischen Diagnose SMA Typ 1 oder bis zu drei Kopien des SMN2-Gens besteht aus Sicht der AkdÄ ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Die AkdÄ empfiehlt den Beschluss auf zwei Jahre zu befristen.

Aufgrund des Orphan-Drug-Status von Onasemnogen-Abeparvovec gilt ein Zusatznutzen bereits a priori als belegt. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens wird jedoch aufgrund der limitierten Daten von der AkdÄ nur als „Anhaltspunkt“ eingestuft.
Das Ausmaß des Zusatznutzens ist aufgrund der erheblichen Verzerrung der bisher vorliegenden Studiendaten und den geringen Patientenzahlen aktuell nur schwer abschätzbar und wird deshalb von der AkdÄ als nicht quantifizierbar eingestuft.

Die bisher vorliegenden Daten in Bezug auf Mortalität und Morbidität suggerieren zwar einen deutlichen Effekt von Onasemnogen-Abeparvovec, was auf einen beträchtlichen Zusatznutzen hindeuten würde. Allerdings muss die Nachhaltigkeit dieser Effekte nachgewiesen werden.

Bei dem langfristigen Zusatznutzen sollte auch untersucht werden, ob der Preis der Präparate allen Patienten mit der entsprechenden Indikation Zugang zur bestmöglichen Therapie erlaubt.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Onasemnogen-Abeparvovec (Zolgensma®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

05.10.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Talazoparib (Mammakarzinom, BRCA1/2-Mutation, HER2–) (Talzenna®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ besteht für Talazoparib als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patient*Innen mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn, die ein HER2-negatives, lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom haben, ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.

Nach Abwägung des Ausmaßes des Nutzens und des Schadens sieht die AkdÄ für Talazoparib lediglich einen geringen Zusatznutzen, der sich nach derzeitiger Datenlage im Wesentlichen durch Effekte zu den Endpunkten der Kategorie Nebenwirkungen begründet. Die qualitative Ergebnissicherheit wird als mäßig eingestuft, da die Endpunkt-Ergebnisse aus einer randomisierten, nicht verblindeten Studie stammen, und das Verzerrungspotenzial der Ergebnisse zu den Endpunkten der Kategorie Nebenwirkungen als hoch eingestuft wird.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Talazoparib (Talzenna®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

21.09.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Enzalutamid (Neubewertung nach Fristablauf: Hochrisiko-nmCRPC) (Xtandi®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Für Enzalutamid bei erwachsenen Männern mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Hochrisiko-Prostatakarzinom (Hochrisiko-nmCRPC) besteht aus Sicht der AkdÄ ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Der Überlebensvorteil Enzalutamid vs. Placebo ist beträchtlich (im Median 10,7 Monate), jedoch bestand kein Vorteil bei den anderen ausgewählten Endpunkten (Morbidität, Nebenwirkungen).

Die Studie PROSPER hat einige Limitationen, sodass maximal ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen abgeleitet werden kann. Insbesondere kann der Zusatznutzen nur für die tatsächlich behandelte Patientengruppe abgeleitet werden, also Patienten mit einem ECOG von 0–1, keinen relevanten kardiovaskulären Vorerkrankungen und einer kürzeren PSA-Verdopplungszeit (etwa 77 % der eingeschlossenen Patienten hatten eine PSA-Verdopplungszeit von unter 6 Monaten).

Problematisch sind allerdings die Nebenwirkungen, insbesondere die hohe Rate an tödlichen kardiovaskulären Nebenwirkungen und die häufigeren psychiatrischen und neurologischen Nebenwirkungen. Diese sollten im Rahmen einer Phase-IV-Studie weiter untersucht werden und kardiovaskuläre Erkrankungen konsequent als Kontraindikation für Enzalutamid eingestuft werden. Bisher sind in der Fachinformation lediglich Warnhinweise bezüglich der Ausschlusskriterien der Phase-III-Studie und einer potenziellen QT-Verlängerung durch ADT vorhanden.

Insgesamt stimmt die AkdÄ dem IQWiG zu. Der in der PROSPER-Studie nachgewiesene Überlebensvorteil wiegt den höheren Schaden durch Nebenwirkungen auf. Es besteht deshalb auch aus Sicht der AkdÄ ein beträchtlicher Zusatznutzen für Enzalutamid in dieser neuen Indikation. Patienten mit langer PSA-Verdopplungszeit und günstigerer Prognose profitieren möglicherweise weniger von einer Therapie mit Enzalutamid in diesem Stadium.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Enzalutamid (Xtandi®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

21.09.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Naldemedin (Opioid-induzierte Obstipation) (Rizmoic®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ ist der Zusatznutzen von Naldemedin für erwachsene Patienten mit Opioid-induzierter Obstipation in keiner der beiden vom G-BA definierten Fragestellungen belegt.

Für Fragestellung 1 – Patienten, die zuvor mit einem Laxans behandelt wurden – liegen keine Daten zum Vergleich mit der ZVT vor. Für Fragestellung 2 – Patienten, die zuvor mit einem Laxans behandelt wurden und für die ein nicht verschreibungspflichtiges Abführmittel oder ein verordnungsfähiges Medizinprodukt zur Behandlung der Obstipation nicht mehr in Frage kommt – ist aufgrund der unzureichenden Vergleichbarkeit der beiden vorgelegten Studien eine Aussage zum Zusatznutzen von Naldemedin im Vergleich zur ZVT derzeit nicht möglich.

Der Stellenwert und damit der Zusatznutzen von Naldemedin im Vergleich zu anderen PAMORA und optimierter Therapie mit konventionellen Laxantien (und ihren Kombinationen) können derzeit nicht bewertet werden, da direkt vergleichende Studien fehlen. Dies ist besonders wichtig, weil die PAMORA eine klinisch relevante Erweiterung der Behandlung der für die Einschränkung der Lebensqualität relevanten Opioid-induzierten Obstipation darstellen, wenn andere Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Naldemedin (Rizmoic®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

24.08.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Venetoclax (neues AWG: chronische lymphatische Leukämie, Erstlinie, Kombination mit Obinutuzumab) (Venclyxto®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ ist der Zusatznutzen von Venetoclax in Kombination mit Obinutuzumab bei erwachsenen Patienten mit nicht vorbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) anhand der vorgelegten Daten aus klinischen Studien nicht belegt.

Fragestellung 1: Für Patienten, für die eine Therapie mit Fludarabin in Kombination mit Cyclophosphamid und Rituximab (FCR) infrage kommt, ist der Zusatznutzen nicht belegt, da keine Daten vorgelegt wurden.

Fragestellung 2: Auch bei Akzeptanz der vorgenommenen Patientenselektion ergibt sich aus den vorgelegten Daten zu patientenrelevanten Endpunkten für Patienten, für die eine Therapie mit FCR nicht infrage kommt, kein Hinweis für einen Zusatznutzen von Venetoclax + Obinutuzumab. Die gezeigten statistisch signifikanten Vorteile bezüglich Surrogatendpunkten belegen keinen Zusatznutzen.

Fragestellung 3: Für Patienten mit 17p-Deletion und/oder TP53-Mutation oder für die eine Chemo-/Immuntherapie aus anderen Gründen nicht angezeigt ist, ist der Zusatznutzen nicht belegt, da keine geeigneten Daten vorgelegt wurden.

Dies ist bedauerlich, da davon auszugehen ist, dass es sich um eine gut wirksame Therapie handelt. Ein Nachweis für eine bessere Wirksamkeit von Venetoclax + Obinutuzumab wäre aufgrund der zeitlichen Begrenzung der Therapie in der Zukunft von erheblicher klinischer Bedeutung.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Venetoclax (Venclyxto®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

28.07.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Fidaxomicin (neues AWG: Clostridioides-difficile-Infektion, Kinder und Jugendliche) (Dificlir®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ ist ein Zusatznutzen für Fidaxomicin bei Kindern und Jugendlichen mit mildem behandlungspflichtigem Krankheitsverlauf einer Clostridioides-difficile-Infektion (CDI) (Fragestellung 1) nicht belegt.

Die AkdÄ sieht für Fidaxomicin bei Kindern und Jugendlichen mit schwerem und/oder rekurrentem Krankheitsverlauf einer CDI (Fragestellung 2) einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Fidaxomicin (Dificlir®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

27.07.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Romosozumab (Osteoporose, postmenopausale Frauen) (Evenity®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ besteht für Romosozumab für die Behandlung der manifesten Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit deutlich erhöhtem Frakturrisiko ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen gegenüber Alendronsäure.

Dieser kann aber nur dann gelten, wenn die Gabe von Romosozumab von einer Alendronsäure-Behandlung gefolgt wird und nur für Frauen ohne kardio- oder zerebrovaskuläre Risiken. Ein Zusatznutzen gegenüber Denosumab oder Teriparatid ist nicht belegt, da hierzu keine Daten vorgelegt wurden. Auch wenn alle diese Antiosteoporotika ähnliche relative und absolute Frakturrisikoreduktion aufweisen, haben sie unterschiedliche Nebenwirkungen und einen unterschiedlichen Stellenwert in der Osteoporosebehandlung.

Das IQWiG stuft den Zusatznutzen von Romosozumab als beträchtlich ein. Aus Sicht der AkdÄ lässt sich anhand der vorgelegten Daten zu Reduktion des Frakturrisikos unter Berücksichtigung der fehlenden Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der noch nicht abschließend zu bewertenden kardiovaskulären Sicherheit höchstens ein geringer Zusatznutzen im Vergleich zu Alendronsäure feststellen.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Romosozumab (Evenity®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

06.07.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Apalutamid (neues AWG: Prostatakarzinom, hormonsensitiv, Kombi mit Androgenentzugstherapie) (Erleada®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Die AkdÄ sieht anhand der vorgelegten Daten keinen Zusatznutzen für Apalutamid bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) im Vergleich zu der vom pharmazeutischen Unternehmer gewählten zweckmäßigen Vergleichstherapie (ZVT).

Nach Auffassung der AkdÄ ist ein Zusatznutzen für Apalutamid gegenüber Docetaxel + Prednison in der zu beurteilenden Indikation anhand der vorgelegten Daten nicht ausreichend belegt. Das IQWiG stützt seine Bewertung „Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen“ lediglich auf die geringere Rate an schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen in einem indirekten Vergleich. Zwar ist eine bessere Verträglichkeit von Apalutamid im Vergleich zu Docetaxel + Prednison plausibel; hierfür ist jedoch eine validere Datenbasis zu fordern. Aus praktischen Erfahrungen heraus ist zu erwarten, dass sich der Nutzen bei so unterschiedlichen Therapiestrategien nicht homogen auf die Subgruppen verteilt, sondern von Allgemeinzustand und Tumorvolumen abhängt. Dies lässt sich aber in indirekten Vergleichen nicht ausreichend belegen.

Docetaxel + Prednison wird zwar vom G-BA als ZVT genannt. Für die klinische Praxis relevanter wäre aber ein Vergleich mit Abirateron + Prednison (oder Enzalutamid).

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Apalutamid (Erleada®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

22.06.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Siponimod (sekundäre progrediente Multiple Sklerose) (Mayzent®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Siponimod hat einen dem Wirkstoff Fingolimod vergleichbaren Wirkmechanismus. Die Wirkung auf entzündliche Komponenten der MS, die auch bei früher SPMS eine pathophysiologische Rolle spielt, ist durch die klinische Wirkung auf die Schubfrequenz und auf die radiologisch ermittelte Läsionslast belegt. Der Nachweis einer Wirkung auf die degenerative Komponente fehlt aber bisher.

Die AkdÄ stimmt den Aussagen des IQWiG zur Wahrscheinlichkeit und zum Ausmaß des Zusatznutzens von Siponimod für die vom G-BA festgelegten Subpopulationen (SPMS mit Krankheitsaktivität mit bzw. ohne aufgesetzte Schübe) zu und sieht keinen Zusatznutzen für Siponimod.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Siponimod (Mayzent®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

22.06.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Ramucirumab (neues AWG: NSCLC, EGFR-Mutation, Erstlinie) (Cyramza®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Für die AkdÄ ergibt sich für Fragestellung 1 (EGFR-Mutationen del 19 + L858R) für die Kombination Ramucirumab + Erlotinib ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Erlotinib.

Für Fragestellung 2 (andere EGFR-Mutationen) wurden keine Daten eingereicht, ein Zusatznutzen wurde damit nicht belegt.

Trotz fehlenden Cross-overs besteht kein nennenswerter Unterschied in der Mortalität zwischen den beiden Therapiearmen. Darüber hinaus führt auch das längere progressionsfreie Überleben zu keiner Verbesserung der Morbidität und des Gesundheitszustandes, sodass keine patientenrelevanten Vorteile für die Kombination von Ramucirumab mit Erlotinib ableitbar sind. Die Toxizität ist im Ramucirumab + Erlotinib-Arm jedoch beträchtlich höher und bedingt einen insgesamt höheren Schaden.

Die AkdÄ teilt die Einschätzung des IQWiG und stimmt der Bewertung zu, dass ein geringerer Nutzen für die Kombination Ramucirumab + Erlotinib bei nicht vorbehandelten erwachsenen Patientinnen und Patienten mit metastasiertem NSCLC mit den aktivierenden EGFR-Mutationen del 19 oder L858R vorliegt.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Ramucirumab (Cyramza®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

08.06.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Dulaglutid (erneute Nutzenbewertung § 13: Diabetes mellitus Typ 2) (Trulicity®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Die AkdÄ sieht für die Fragestellungen A–C (A: Monotherapie, für Metformin nicht geeignet; B + C: Kombinationstherapie mit 1/≥ 2 Antidiabetika außer Insulin) keinen Zusatznutzen für Dulaglutid gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (ZVT).

Für die Fragestellung D (Kombinationstherapie mit Insulin) sieht die AkdÄ für Dulaglutid einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen gegenüber der ZVT.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Dulaglutid (Trulicity®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

07.04.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Avelumab (neues AWG: RCC, Erstlinie, Kombi mit Axitinib) (Bavencio®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Die AkdÄ sieht übereinstimmend mit dem IQWiG für Avelumab + Axitinib gegenüber Sunitinib für erwachsene, nicht vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC)

  • mit günstigem und intermediärem Risikoprofil (Fragestellung 1):
    keinen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen. Ein Zusatznutzen ist damit nicht belegt.
  • mit ungünstigem Risikoprofil (Fragestellung 2):
    einen Hinweis auf einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Avelumab (Bavencio®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

06.04.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Pembrolizumab (neues AWG: RCC, Erstlinie, Kombi mit Axitinib) (Keytruda®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ besteht für Pembrolizumab + Axitinib gegenüber Sunitinib für erwachsene, nicht vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC) mit günstigem und intermediärem Risikoprofil (Fragestellung 1) sowie mit ungünstigem Risikoprofil (Fragestellung 2) ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Pembrolizumab (Keytruda®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

06.04.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Pembrolizumab (neues AWG: HNSCC, Erstlinie, Mono-/Kombitherapie) (Keytruda®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ besteht für Pembrolizumab zur Erstlinienbehandlung des metastasierten oder nicht resezierbaren rezidivierten Plattenepithelkarzinoms der Kopf-Hals-Region (HNSCC) bei Erwachsenen mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 1) sowohl für die Monotherapie als auch für die Kombination mit Platin- und 5-FU-Chemotherapie ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Pembrolizumab (Keytruda®):

AkdÄ-Stellungnahme (Monotherapie, Kombinationstherapie)
G-BA: Unterlagen (Monotherapie, Kombinationstherapie) (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)

24.02.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Atezolizumab (neues AWG: ES-SCLC) (Tecentriq®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ besteht für Atezolizumab in Kombination mit Carboplatin und Etoposid gegenüber Placebo in Kombination mit Carboplatin und Etoposid bei erwachsenen Patienten zur Erstlinienbehandlung des kleinzelligen Lungenkarzinoms im fortgeschrittenen Stadium (ES-SCLC) ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Die AkdÄ rät zu einer Befristung des Beschlusses von längstens 2 Jahren.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Atezolizumab (Tecentriq®):

AkdÄ-Stellungnahme (neues AWG: ES-SCLC)
G-BA: Unterlagen (neues AWG: ES-SCLC) (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)


24.02.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Larotrectinib (Vitrakvi®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ ist der Zusatznutzen von Larotrectinib zur Behandlung von erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit soliden Tumoren mit einer NTRK-Genfusion gegenüber Best Supportive Care (BSC) aufgrund der derzeit unzureichenden Datenlage nicht belegt.

Der pharmazeutische Unternehmer präsentiert für die vorliegende Nutzenbewertung eine unzureichende Datenbasis zu einem zudem schlecht dokumentierten Patientenkollektiv ohne geeignete Vergleichskohorte. Auch wenn sich dabei Hinweise auf eine entsprechende Wirksamkeit in bestimmten Tumorentitäten anhand des gezeigten Ansprechens und der Remissionsdauer erkennen lassen, reicht die Datenlage unter den formalen Kriterien der frühen Nutzenbewertung nach § 35a SGB V nicht aus, um eine aussagekräftige Bewertung des Zusatznutzens von Larotrectinib vornehmen zu können. Dies gilt insbesondere angesichts der breiten Zulassung unter Einschluss von histologischen Tumorentitäten, für die derzeit der medizinische Stellenwert noch völlig unklar ist.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Informationen zu Larotrectinib (Vitrakvi®):

AkdÄ-Stellungnahme
G-BA: Unterlagen (u. a. frühe Nutzenbewertung, Dossier des Herstellers)
Übersicht zum Wirkstoff (Anwendungsgebiet, Stellungnahmen der AkdÄ)


11.02.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Atezolizumab (neues AWG: Mammakarzinom) (Tecentriq®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Die AkdÄ sieht für Atezolizumab zusätzlich zu nab-Paclitaxel in der Indikation triple-negatives Mammakarzinom bei Patientinnen, die keine vorherige Chemotherapie erhalten haben, gegenüber der vom G-BA benannten zweckmäßigen Vergleichstherapie einen Zusatznutzen als nicht belegt an. 
Die gewählte nicht zulassungskonforme Vergleichstherapie mit nab-Paclitaxel lässt keine Ableitung eines Zusatznutzens zu.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Atezolizumab ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten mit

Mammakarzinom
– in Kombination mit nab-Paclitaxel bei nicht resezierbarem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten triple-negativen Mammakarzinom, mit Tumoren PD-L1-Expression ≥ 1 % und ohne vorherige Chemotherapie zur Behandlung der metastasierten Erkrankung.

Urothelkarzinom
– als Monotherapie bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom

  • nach vorheriger platinhaltiger Chemotherapie oder
  • wenn eine Behandlung mit Cisplatin als ungeeignet angesehen wird, und die Tumoren eine PD-L1-Expression ≥ 5 % aufweisen.

Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC)
– als Monotherapie bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC nach vorheriger Chemotherapie. Patienten mit EGFR-Mutationen oder ALK-positivem NSCLC sollten vor der Therapie mit Atezolizumab zudem auch bereits entsprechende zielgerichtete Therapien erhalten haben.

– als Kombinationstherapie zur Erstlinienbehandlung des metastasierten NSCLC mit nicht-plattenepithelialer Histologie

  • mit Bevacizumab, Paclitaxel und Carboplatin. Bei Patienten mit EGFR-Mutationen oder ALK-positivem NSCLC ist Atezolizumab in Kombination mit Bevacizumab, Paclitaxel und Carboplatin nur nach Versagen der entsprechenden zielgerichteten Therapien anzuwenden.
  • mit nab-Paclitaxel und Carboplatin. Bei Patienten, die keine EGFR-Mutationen und kein ALK-positives NSCLC haben.

Kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC)
– in Kombination mit Carboplatin und Etoposid zur Erstlinienbehandlung des SCLC im fortgeschrittenen Stadium (Extensive Stage Small Cell Lung Cancer, ES-SCLC).

AkdÄ-Stellungnahme zu AkdÄ-Stellungnahme zu Atezolizumab (neues AWG: Mammakarzinom) (Tecentriq®)
G-BA: Unterlagen zu AkdÄ-Stellungnahme zu Atezolizumab (neues AWG: Mammakarzinom) (Tecentriq®)


07.01.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Andexanet alfa (Ondexxya®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ ist für Andexanet alfa in der Indikation akute schwere Blutungen bei Erwachsenen, die mit einem direkten Faktor-Xa-Inhibitor (Apixaban oder Rivaroxaban) behandelt werden, ein Zusatznutzen nicht belegt, da der pharmazeutische Unternehmer dafür keine geeigneten Daten vorgelegt hat.

Die AkdÄ empfiehlt eine Befristung des Beschlusses bis Juni 2023. Zu diesem Zeitpunkt sollen Ergebnisse einer randomisierten, kontrollierten Studie vorliegen, die als Auflage für die Zulassung von Andexanet alfa durchgeführt wird.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Andexanet alfa ist zugelassen bei erwachsenen Patienten, die mit einem direkten Faktor Xa(FXa)-Inhibitor (Apixaban oder Rivaroxaban) behandelt werden, wenn aufgrund lebensbedrohlicher oder nicht beherrschbarer Blutungen eine Aufhebung der Antikoagulation erforderlich ist.

AkdÄ-Stellungnahme zu AkdÄ-Stellungnahme Andexanet alfa (Ondexxya®)
G-BA: Unterlagen zu AkdÄ-Stellungnahme zu Andexanet alfa (Ondexxya®)


06.01.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Dupilumab (neues AWG: Asthma) (Dupixent®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Für die AkdÄ sind übereinstimmend mit dem IQWiG die vom pU vorgelegten Daten für die Bewertung des Zusatznutzens von Dupilumab als „Add-on-Erhaltungstherapie bei Erwachsenen mit unzureichend kontrolliertem schweren Asthma mit Typ-2-Entzündung, die bereits hoch dosierte ICS und mindestens ein weiteres Arzneimittel als Erhaltungstherapie erhalten haben“, nicht geeignet, einen Zusatznutzen von Dupilumab gegenüber der ZVT abzuleiten.
Ein Zusatznutzen von Dupilumab ist für diese Patienten somit nicht belegt.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Dupilumab ist zugelassen

  • als Add-on-Erhaltungstherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation, gekennzeichnet durch eine erhöhte Anzahl der Eosinophilen im Blut und/oder erhöhtes FeNO, das trotz hochdosierter inhalativer Kortikosteroide (ICS) plus einem weiteren zur Erhaltungstherapie angewendeten Arzneimittel unzureichend kontrolliert ist.
  • zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis (AD) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen.
  • als Add-on-Therapie mit intranasalen Kortikosteroiden zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP), die mit systemischen Kortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

AkdÄ-Stellungnahme zu AkdÄ-Stellungnahme zu Dupilumab (neues AWG: Asthma) (Dupixent®)
G-BA: Unterlagen zu AkdÄ-Stellungnahme zu Dupilumab (neues AWG: Asthma) (Dupixent®)


06.01.2020

Stellungnahme der AkdÄ zu Ibrutinib (neues AWG: CLL, Erstlinie, Kombi mit Obinutuzumab) (Imbruvica®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Für Ibrutinib in Kombination mit Obinutuzumab bei erwachsenen Patienten mit nicht vorbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) ist aus Sicht der AkdÄ kein Zusatznutzen gegenüber Chlorambucil in Kombination mit Obinutuzumab belegt.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Ibrutinib ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten

  • mit rezidiviertem oder refraktärem Mantelzell-Lymphom (MCL) als Einzelsubstanz.
  • mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL)
    • als Einzelsubstanz oder in Kombination mit Obinutuzumab bei nicht vorbehandelter CLL.
    • als Einzelsubstanz oder in Kombination mit Bendamustin und Rituximab (BR), die mindestens eine vorangehende Therapie erhalten haben.
  • mit Morbus Waldenström (MW)
    • als Einzelsubstanz, die mindestens eine vorangehende Therapie erhalten haben, oder zur Erstlinien-Therapie bei Patienten, die für eine Chemo-Immuntherapie nicht geeignet sind.
    • in Kombination mit Rituximab.

AkdÄ-Stellungnahme zu AkdÄ-Stellungnahme zu Ibrutinib (neues AWG: CLL, Erstlinie, Kombi mit Obinutuzumab) (Imbruvica®)
G-BA: Unterlagen zu AkdÄ-Stellungnahme zu Ibrutinib (neues AWG: CLL, Erstlinie, Kombi mit Obinutuzumab) (Imbruvica®)


10.12.2019

Stellungnahmen der AkdÄ zu Cemiplimab (Libtayo®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Aus Sicht der AkdÄ ist ein Zusatznutzen für erwachsene Patienten mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem kutanen Plattenepithelkarzinom, die für eine kurative Operation oder kurative Strahlentherapie nicht in Betracht kommen, nicht belegt. Den Aussagen des IQWiG bezüglich Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens wird zugestimmt.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Cemiplimab ist zugelassen als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem kutanen Plattenepithelkarzinom, die für eine kurative Operation oder kurative Strahlentherapie nicht in Betracht kommen.

AkdÄ-Stellungnahme zu Cemiplimab (Libtayo®)
G-BA: Unterlagen zu Cemiplimab (Libtayo®)

26.11.2019

Stellungnahmen der AkdÄ zu Olaparib (neues AWG: Mammakarzinom) (Lynparza®) – frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V

Die AkdÄ sieht für Olaparib als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn, die ein HER2-negatives, lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom haben, einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.

Die AkdÄ folgt nicht der Bewertung des IQWiG. Die vorliegenden Daten zur Krankheitskontrolle (PFS, Ansprechrate) belegen eine Wirksamkeit von Olaparib, die sich allerdings nicht in ein längeres Überleben überträgt. Ein Überlebensvorteil für eine Subgruppe – wie vom IQWiG nach dem Merkmal „vorherige Chemotherapie des metastasierten Brustkrebses“ postuliert – ist nach Ansicht der AkdÄ nicht belegt. Der signifikante Effekt ist keineswegs als gesichert anzusehen, da ein Zufallsergebnis durchaus möglich ist, v. a. aufgrund der sehr kleinen Fallzahlen der eingeschlossenen Patienten. Zudem zeigt sich die Effektmodulation bezüglich des PFS nicht in gleicher Weise. Auch ist das Gesamtüberleben im Vergleichsarm für die mit Chemotherapie vorbehandelten Patienten länger als für die nicht mit Chemotherapie vorbehandelten, was nicht den klinischen Erwartungen entspricht. Es ist davon auszugehen, dass die OlympiAD-Studie nicht ausreichend gepowert war, um Effektunterschiede durch Subgruppenanalysen aufzudecken.

Aus Sicht der AkdÄ darf daher die Effektmodifikation bezüglich des Endpunkts Gesamtüberleben in der Subgruppenanalyse – trotz formal statistisch signifikanten Ergebnisses – bei Betrachtung der sonstigen Daten und der klinischen Plausibilität nicht in eine separate Bewertung des Zusatznutzens von Olaparib münden. Die AkdÄ stimmt dem IQWiG zu, dass Subgruppenanalysen zur Untersuchung ggf. differenzieller Effekte von Olaparib im Vergleich mit der a priori gewählten Chemotherapie (Capecitabin oder Vinorelbin oder Eribulin) wünschenswert gewesen wären, um der Frage nachzugehen, ob sich die Effekte zwischen den Therapieoptionen unterscheiden. Die Aussagekraft von Subgruppenanalysen dieser Art anhand der Daten der OlympiAD-Studie ist aber als fraglich einzustufen, da es sich im Kontrollarm um sehr kleine Patientensubgruppen handelt.

Bezüglich der Morbidität und gesundheitsbezogenen Lebensqualität lässt die eingeschränkte Datenlage jedoch keinen bzw. nur einen sehr geringen Vorteil für Olaparib erkennen. Die Vorteile von Olaparib bezüglich der Vermeidung von Nebenwirkungen beziehen sich auf schwere UE sowie auf Abbruch wegen UE. Signifikante Unterschiede bestehen bezüglich schwerer Neutropenien und schwerer Gefäßerkrankungen. Die klinische Relevanz dieser Effekte ist allerdings nicht abschließend beurteilbar, da Daten zu klinischen Effekten wie Infektionen oder Hospitalisierungen nicht vorliegen.

Nach Abwägung dieser Aspekte lässt sich aus Sicht der AkdÄ lediglich ein geringer Zusatznutzen von Olaparib ableiten, der sich nach derzeitiger Datenlage im Wesentlichen durch Effekte zu den Endpunkten der Kategorie Nebenwirkungen begründet.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

Olaparib ist zugelassen bei

1.          Mammakarzinom:

als Monotherapie bei Erwachsenen mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn, die ein HER2-negatives, lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom haben. Die Patienten sollten zuvor mit einem Anthrazyklin und einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting behandelt worden sein, es sei denn, die Patienten waren für diese Behandlungen nicht geeignet. Patienten mit Hormonrezeptor(HR)-positivem Mammakarzinom sollten außerdem eine Krankheitsprogression während oder nach einer vorherigen endokrinen Therapie aufweisen oder für eine endokrine Therapie nicht geeignet sein.

2.          Ovarialkarzinom als Monotherapie für die:

Erhaltungstherapie bei Erwachsenen mit einem fortgeschrittenen (FIGO-Stadien III und IV) BRCA1/2-mutierten (in der Keimbahn und/oder somatisch), high-grade epithelialen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primären Peritonealkarzinom, die nach einer abgeschlossenen Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie ein Ansprechen (vollständig oder partiell) haben.

Erhaltungstherapie von Erwachsenen mit einem Platin-sensitiven Rezidiv eines high-grade epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die auf eine Platin-basierte Chemotherapie ansprechen (vollständig oder partiell).

AkdÄ-Stellungnahme zu Olaparib (neues AWG: Mammakarzinom) (Lynparza®)
G-BA: Unterlagen zu Olaparib (neues AWG: Mammakarzinom) (Lynparza®)

 


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