Ärztliche Tätigkeit in Deutschland

Die Ausübung der ärztlichen Tätigkeit in Deutschland ist nur mit einer gültigen Approbation bzw. Berufserlaubnis möglich. Die Approbation ist von unbegrenzter Dauer und in ganz Deutschland gültig. Die Berufserlaubnis ist zeitlich beschränkt und auf ein Bundesland, manchmal auch auf eine bestimmte Arbeitsstelle, begrenzt.

Die Approbation kann unabhängig von der Staatsangehörigkeit beantragt werden.

Die Approbationsbehörden in den jeweiligen Bundesländern sind zuständig für die Erteilung der Approbation bzw. Berufserlaubnis.

Bei Ausübung der ärztlichen Tätigkeit besteht Pflichtmitgliedschaft in einer der insgesamt
17 Landesärztekammern in Deutschland. Als Körperschaften des öffentlichen Rechts nehmen die Landesärztekammern unter anderem sämtliche Angelegenheiten der Weiterbildung verantwortlich wahr. Die Zuständigkeit einer Landesärztekammer für die Ärztinnen und Ärzte begründet sich nach dem jeweiligen Heilberufekammergesetz, insbesondere nach dem Ort der Ausübung der ärztlichen Tätigkeit oder - sofern keine ärztliche Tätigkeit ausgeübt wird - nach dem Hauptwohnsitz.

Weiterführende Informationen zur Aus-, Weiter- und Fortbildung

Stipendiaten

Einige Staaten bieten ihren Ärztinnen und Ärzte die Möglichkeit an, die Weiterbildung in Deutschland im Rahmen eines Stipendiums oder eines anderen Förderprogramms zu absolvieren.

Um Missverständnissen über die Anforderungen an eine Weiterbildung in Deutschland und möglichen Problemen, die daraus entstehen können, vorzubeugen, hat die Bundesärztekammer zur Information für die Stipendiaten ein „Merkblatt zur Anerkennung der Weiterbildungszeiten ausländischer Ärztinnen und Ärzte im Rahmen eines Stipendiums oder eines anderen Förderprogramms“ erarbeitet. Darin werden die formalen und fachlichen Grundvoraussetzungen zusammengefasst, die eine Weiterbildung in Deutschland erfüllen muss.

In den einzelnen Bundesländern gelten eigene Weiterbildungsordnungen, die im Detail voneinander abweichen können. Die Bundesärztekammer rät ausländischen Ärztinnen und Ärzten daher, sich rechtzeitig vor Beginn ihrer Weiterbildung von der zuständigen Ärztekammer beraten zu lassen und offene Fragen zu klären.

Anerkennung von Weiterbildungszeiten und abgeschlossenen Weiterbildungen im Ausland

Im Ausland erworbene Ausbildungsnachweise werden hinsichtlich ihrer Gleichwertigkeit durch die zuständigen Approbationsbehörden überprüft. Bei EU-Diplomen gelten ferner die Grundsätze der  Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen.

Als Körperschaften des öffentlichen Rechts sind die Landesärztekammern u.a. für sämtliche Belange der ärztlichen Weiterbildung zuständig und treffen in Weiterbildungsfragen verbindliche Entscheidungen für ihre Mitglieder. Die Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern enthalten Regelungen zur Anerkennung von im Ausland absolvierten Weiterbildungszeiten sowie im Ausland abgeschlossenen Weiterbildungen und sind rechtlich bindend für die Kammermitglieder.

Die Bundesärztekammer übt als Arbeitsgemeinschaft der Landesärztekammern keine Aufsichtsfunktion aus und hat in Fällen der Anerkennung von ausländischen Weiterbildungen keine Regelungskompetenz, da die Landesärztekammern als Körperschaften des öffentlichen Rechts rechtlich eigenständig sind.

Voraussetzung für die Prüfung auf eine eventuelle Anrechenbarkeit von im Ausland erworbenen Facharztqualifikationen bzw. im Ausland absolvierten Weiterbildungszeiten ist die Mitgliedschaft in einer Landesärztekammer.  Bei Fragen rund um die Mitgliedschaft in einer Landesärztekammer (Pflichtmitgliedschaft, freiwillige Mitgliedschaft) wenden Sie sich bitte direkt an die Meldeabteilungen der jeweiligen Landesärztekammern.

Gemäß der gültigen Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammern sind nur jene Weiterbildungs- bzw. Tätigkeitsabschnitte anrechnungsfähig, die in der Regel mindestens 6 Monate an einer im Ausland weiterbildungsbefugten Stätte im Ausland absolviert wurden. Ein detailliertes Zeugnis über die Weiterbildungszeit sollte u.a. Angaben zur Größe des Krankenhauses, zur Leistung der zuständigen Abteilung, selbständig erbrachten Leistungen etc. enthalten. Das Zeugnis sollte die Inhalte der gültigen Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer widerspiegeln.

Mehr Informationen zur Anerkennung von Ausbildungsnachweisen aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union (EU), des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und der Schweiz sowie aus Drittstaaten sind hier zu finden:

Eine Stellenvermittlung an Krankenhäuser und Institute bzw. andere Einrichtungen des Gesundheitswesens wird von den Arbeitsagenturen durchgeführt.

Die gemeinsam von der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung herausgegebene wöchentlich erscheinende Zeitschrift „Deutsches Ärzteblatt“ hat einen großen Stellenanzeigenteil, der auch online einzusehen ist

Kontakt zum Deutschen Ärzteblatt

Alle Ärztinnen und Ärzte, die in Deutschland tätig sind, erhalten nach ihrer Registrierung bei einer der
17 Landesärztekammern das „Deutsche Ärzteblatt” automatisch zugestellt.