Ärztliche Tätigkeit im Ausland


In der Regel sind die nationalen Regulierungsbehörden für den ärztlichen Beruf (Gesundheitsministerium; Medical Council) erste Kontaktstelle für sämtliche Fragen rund um den ärztlichen Berufszugang sowie die Registrierung zwecks ärztlicher Berufsausübung. Bei Informationen bezüglich der Weiterbildung können gegebenenfalls auch die nationalen Ärztevereinigungen weitere Auskünfte bezüglich zuständiger Stellen geben.

Weiterbildung im Ausland und Prüfung auf eventuelle Anrechenbarkeit von Weiterbildungszeiten aus dem Ausland

Die Weiterbildungssysteme weisen weltweit sehr unterschiedliche Strukturen auf. Ein Quereinstieg in entsprechende nationale Weiterbildungsprogramme ist oft nicht möglich bzw. mit zusätzlichen Prüfungen verbunden. Bitte wenden Sie sich bei Detailfragen zur ärztlichen Berufsausübung und Weiterbildung im Ausland an die zuständige nationale Regulierungsbehörde und gegebenenfalls auch an die nationale Ärztevereinigung des Ziellandes.

Vor Weggang ins Ausland sollte unbedingt die Weiterbildungsabteilung Ihrer zuständigen Landesärztekammer kontaktiert werden, um z. B. Fragen zur Dokumentation der Weiterbildungszeiten abzuklären. Eine verbindliche Einschätzung bezüglich einer eventuellen Anrechenbarkeit von im Ausland erworbenen Weiterbildungszeiten kann durch die Landesärztekammern vorab nicht erfolgen.

Für eine eventuelle Anrechenbarkeit von im Ausland absolvierten  Weiterbildungszeiten durch die zuständige Landesärztekammer sollte die Weiterbildungszeit mindestens drei Monate betragen, an einem weiterbildungsbefugten Haus stattfinden und angemessen bezahlt sein. Weiterbildungszeugnisse sollten möglichst detaillierte Angaben enthalten (z. B. Größe und Abteilungen des Krankenhauses, Leistungen der Abteilung, Auflistung der von Ihnen selbständig verrichteten Tätigkeiten etc.). Die Zeugnisse sollten die Inhalte der Weiterbildungsord­nung (WBO) der für Sie potentiell zuständigen Landesärztekammer weitestgehend widerspiegeln.

Die Bundesärztekammer übt als Arbeitsgemeinschaft der Landesärztekammern keine Aufsichtsfunktion aus und hat in Fällen der Anerkennung von ausländischen Weiterbildungen bzw. im Ausland absolvierten Weiterbildungszeiten keine Regelungskompetenz, da die Landesärztekammern als Körperschaften des Öffentlichen Rechts rechtlich eigenständig sind.

Voraussetzung für eine verbindliche Prüfung auf Anerkennung von Weiterbildungszeiten aus dem Ausland ist eine Kammermitgliedschaft. Die Voraussetzungen für eine Kammermitgliedschaft legen die jeweiligen Heilberufekammergesetze auf Länderebene fest. Bei Fragen zur Mitgliedschaft könnten Sie sich an die Meldeabteilung der für Sie in Frage kommenden Landesärztekammer wenden.

Informationen zum Anerkennungsverfahren von Weiterbildungsdiplomen aus der EU, dem EWR und der Schweiz sowie aus Drittstaaten finden Sie hier:

 

Eine Arbeitsstelle im Ausland finden

Die Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle im Ausland verlangt eine umfassende Vorbereitung. Zunächst sollten die nationalen Zuständigkeiten für die ärztliche Berufsausübungsberechtigung sowie im Falle einer Weiterbildung im Ausland die zuständige Behörde für die Durchführung der Weiterbildung ausgemacht werden.

In der Regel werden freie Stellen in den nationalen Ärzteblättern, den nationalen Tageszeitungen bzw. auf den Websites der großen Krankenhäuser veröffentlicht. Weitere Informationen zu möglichen Plattformen bzw. Medien für eine Stellensuche im Ausland könnten Sie gegebenenfalls auch über die Ärztevereinigungen sowie Gesundheitsministerien der Zielländer ausfindig machen.

Weitere Beispiellinks (ohne Gewähr) mit Stellenanzeigen im Ausland finden Sie hier:
Deutsches Ärzteblatt: https://www.aerzteblatt.de/anzeigen
Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV): https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/startseite
Eures-Das europäische Portal zur beruflichen Mobilität: https://ec.europa.eu/eures/public/de/homepage