Baden-Württemberg: Die meisten werden Hausärzte

Aktuelle Ärztestatistik für Baden-Württemberg veröffentlicht / Kammerpräsident Dr. Miller: "Die Zahlen machen Hoffnung - gerade in Zeiten des Hausärztemangels"
Baden-Württemberg

Stuttgart - Ein Trend verfestigt sich: Erneut ist die Facharztprüfung zur Allgemeinmedizinerin/zum Allgemeinmediziner die am häufigsten absolvierte Prüfung aller Ärztinnen und Ärzten in Baden-Württemberg. Das geht aus der aktuellen Ärztestatistik 2019 der Landesärztekammer hervor, die jetzt veröffentlicht wurde.

Insgesamt 234 Ärztinnen und Ärzte haben im Jahr 2019 die Facharztprüfung für Allgemeinmedizin abgelegt. Auf dem zweiten Platz folgten die Facharztanerkennungen für Innere Medizin (223) und für Anästhesiologie (188) auf dem dritten Platz. Schon 2018 war die Facharztanerkennung für Allgemeinmedizin ganz vorn – damals waren es 238 Anerkennungen, ebenfalls gefolgt von Innerer Medizin (226) und Anästhesiologie (155). Noch 2017 hatte das Fachgebiet Innere Medizin die meisten Anerkennungen (217), Allgemeinmedizin belegte damals Platz 2 (198).

„Der Hausärztemangel ist immer noch ein akutes Problem – daran wird sich so schnell nichts ändern“, sagt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer. „Viele ältere Hausärztinnen und Hausärzte werden in den kommenden Jahren voraussichtlich in Ruhestand gehen, zumindest aber den Umfang ihrer Arbeit in der Versorgung altersbedingt reduzieren. Die Zahlen geben aber Grund zur Hoffnung. Denn der verstetigte Trend zeigt: Der Beruf Hausarzt wird für junge Kolleginnen und Kollegen interessanter.“

Dr. Miller verweist in diesem Zusammenhang auf die gemeinsamen und intensiven Bemühungen der Landesregierung, der Universitäten, der Landesärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Krankenhausgesellschaft, der Berufsverbände und anderer, die Allgemeinmedizin für junge Ärztinnen und Ärzten attraktiver zu machen. Dazu trägt aktuell neben der finanziellen Förderung der Weiterbildung angehender Hausärzte unter anderem auch die Einrichtungen von regionalen Weiterbildungsverbünden, einer Koordinierungsstelle sowie von Seminar- und Mentoringprogrammen bei. Mittel- bis langfristig wirken auch das Landärzteprogramm und die Erhöhung der Zahl von Medizin-Studienplätzen dem Hausärztemangel entgegen. „Das alles sorgt mit dafür, dass sich mehr Ärztinnen und Ärzte als bisher für die Weiterbildung Allgemeinmedizin und damit für eine hausärztliche Tätigkeit entscheiden“, sagt Dr. Miller.

Aktuell habe beispielsweise auch die Corona-Pandemie das Wirken der Hausärztinnen und Hausärzte sichtbar gemacht, so der Kammerpräsident. Völlig zu Recht hätten Medien und Politik die Hausarztpraxen im Pandemieverlauf wiederholt als „Schutzwall“ gegen die Ausbreitung des Virus bezeichnet und deren Rolle beim Verhindern einer Krankenhaus-Überlastung durch zu viele Patienten gewürdigt. Auch dies könne dazu beitragen, dass das Interesse an Allgemeinmedizin bei jungen Menschen gestärkt werde.

Entwicklung in den Kliniken, Frauenanteil, niedergelassen oder angestellt: Weitere Trends und Entwicklungen in der baden-württembergischen Ärzteschaft können aufbereitet  eingesehen werden.

Auch die gesamte aktuelle Ärztestatistik 2019 kann abgerufen werden.

www.aerztekammer-bw.de