Pressemitteilungen

Berlin – „Die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels sind keine ferne Bedrohung mehr, sie sind weltweit Realität. Auch in Deutschland kommt es immer häufiger zu extremen Hitzewellen, die sich negativ auf die Gesundheit vieler Menschen auswirken können. Es ist Aufgabe von Ärztinnen und Ärzten, sowohl die direkten Folgen des Klimawandels auf den menschlichen Körper als auch die indirekten Folgen für die globale Gesundheit zu benennen und sich für die Einhaltung der Pariser Klimaschutzziele einzusetzen.“ Das sagte Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), mit Blick auf die kommende Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Klimawandel und Gesundheit beschäftigt. Reinhardt forderte Bund und Länder auf, die Kliniken sowie Not- und Rettungsdienste durch ausreichende Ressourcen und Personal besser auf Extremwetterereignisse vorzubereiten. Der BÄK-Präsident geht auch...
Berlin - "Hochaufmerksam" müsse man aufgrund des Anstiegs der Corona-Fallzahlen sein, überraschend komme diese Entwicklung aber nicht. So kommentiert Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt die aktuelle Pandemie-Lage in der Passauer Neuen Presse (13.08.2020). Ursächlich seien die ferienbedingt erhöhte Mobilität, deutlich gestiegene Test-Zahlen und gelockerte Corona-Beschränkungen. Eine Überforderung des Gesundheitswesens sieht Reinhardt derzeit nicht. „Mit diesen Zahlen und mit dieser Entwicklung können wir umgehen“, sagte er. Handlungsbedarf sieht der BÄK-Präsident mit Blick auf die kommende Grippesaison. „Man muss die Frage stellen, was wir im Herbst und im Winter machen, wenn die Zahl der saisonbedingten Infekte wieder ansteigt. Wenn wir bei jedem, der Fieber oder Husten hat, an Corona denken müssen. Wir werden in den Praxen die notwendigen organisatorischen Vorbereitungen treffen müssen.“ Ebenso sieht er...
Berlin - Gegen die komplette Schließung von Schulen hat sich Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt ausgesprochen. „Wenn ein Corona-Fall in einer Schule auftaucht, muss nicht direkt die Schule für 14 Tage geschlossen werden“, sagte Reinhardt in der Rheinischen Post (12.08.2020). Es reiche, wenn einzelne Klassen oder Kurse zuhause blieben. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Schüler nur in diesen Gruppen zusammenkämen. Gleichzeitig regte er eine Verkürzung der Quarantäne-Zeit an: „Grundsätzlich halte ich 14 Tage Quarantäne für sehr lang bemessen. Es gibt inzwischen Studien, nach denen auch sieben Tage ausreichen, bis das Ansteckungsrisiko vorbei ist.“ In einem Interview mit dem SWR (11.08.2020) hatte Reinhardt die besondere Bedeutung des Präsenzunterrichts an Schulen für Kinder und Jugendliche betont. Durch die Schule werde nicht nur der Alltag der Heranwachsenden strukturiert, Pädagogen könnten in der...
Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt unterstützt die neu eingeführte Pflicht für einen einmaligen Corona-Test bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten. In der Debatte über einen verpflichtenden zweiten Test warnte er jedoch vor einem unrealistischen Streben nach einhundertprozentiger Sicherheit. Der Aufwand würde den Nutzen deutlich übersteigen. „Wir sind gut beraten, wenn wir mit der Pandemie pragmatisch umgehen und damit einen großen Teil der Infizierten schnell feststellen und isolieren können“, sagte er in einem Interview mit dem WDR Fernsehen.  „Viel wichtiger ist, dass wir den größeren Teil der Infizierten durch regelhafte Tests bei der Einreise aus Risikogebieten herausfiltern“, ergänzte Reinhardt in dem „Podcast für Deutschland“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (07.08.2020). Wenn es gelänge, 80 bis 90 Prozent der Infektionsketten zu unterbrechen, sei „schon ganz viel geleistet“, um die...
Berlin - Als „zumutbaren kleinen Eingriff“ beurteilt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt die ab dem Wochenende geltende Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Immerhin gehe es darum, Infektionsketten zu unterbrechen, sagte Reinhardt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk (06.08.2020). Reinhardt sprach sich für eine pragmatische Herangehensweise aus. Es werde zwar nicht gelingen, alle Infizierten zu identifizieren. „Aber wenn wir einen hohen Prozentsatz erfassen, dann sind wir schon ein großes Stück weiter.“  Daneben gehe es jetzt vor allem darum, besonders vulnerable Personengruppen zu schützen. „Das bedeutet, dass alle, die mit diesen Personengruppen Umgang haben, zum Beispiel das Personal in der Altenpflege, das Pflegepersonal im Krankenhaus und das ärztliche Personal, regelmäßig getestet werden“, sagte Reinhardt. Ziel sei es, eine Weiterverbreitung des Virus gerade in diesen...
Berlin - „Kinder und Jugendliche gehören offensichtlich nicht zu den Risikogruppen der Corona-Pandemie. Wir müssen aber verhindern, dass sie durch Kitaschließungen und den stark eingeschränkten Präsenzbetrieb in den Schulen zu besonderen Verlierern der Corona-Krise werden.“ Das hat Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt in der gegenwärtigen Debatte über die Ausgestaltung des Kita- und Schulbetriebes nach den Sommerferien gefordert. Um das Infektionsrisiko zu vermindern, seien pragmatische Lösungen gefragt. „Masken in Aufenthaltsräumen und auf Schulhöfen können nützlich sein. Während des Unterrichts beeinträchtigen sie jedoch die Aufmerksamkeit, weil sie auf Dauer körperlich belastend sind. Sinnvoller ist es, besonders große Klassen zu trennen. Wir brauchen eine Bestuhlung mit möglichst großem Abstand, ausreichend Waschbecken und natürlich Seife für die Handhygiene sowie feste Zeiten für regelmäßiges Lüften“,...
Berlin - „Krankenhäuser müssen dem Patienten dienen, nicht dem Profit", fordert Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt mit Blick auf die Diskussion um eine Reform der Kliniklandschaft in Deutschland. „Ein Abbau der Versorgungskapazitäten, den uns immer wieder verschiedene politikberatende Stiftungen empfehlen, hätte bei uns im März und April zu gleichen Verhältnissen geführt wie in Spanien und Italien“, sagte Reinhardt im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (05.08.2020). Die Corona-Krise habe gezeigt, dass Deutschland sowohl bei den Klinikkapazitäten als auch bei der flächendeckenden ambulanten Versorgung im internationalen Vergleich gut aufgestellt sei. „Wir haben das schaffen können, weil wir uns in den letzten Jahren gegen die weitere Kommerzialisierung im Gesundheitswesen gestemmt haben, weil wir Kliniken als Einrichtung der Daseinsvorsorge sehen und nicht als Industriebetriebe", so Reinhardt. Es...
Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hat die Anti-Corona-Demonstrationen in Berlin am Wochenende als verantwortungslos kritisiert. Offenbar würden viele sinnvolle und vernünftige Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie von einem Teil der Bevölkerung nicht mehr akzeptiert, sagte Reinhardt in einem Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk (02.08.2020). Forderungen aus der Politik nach härteren Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regelungen will sich der BÄK-Präsident deshalb aber nicht anschließen. „Besser als Zwang und Sanktionen sind auf jeden Fall Einsicht und Freiwilligkeit.“ Reinhardt empfahl, durch kontinuierliche Aufklärung und Information der Bevölkerung für mehr Akzeptanz zu sorgen. Er sprach sich außerdem für zielgenaue Eindämmungsstrategien aus. „Das heißt zum Beispiel, dass man bei vermehrten Infektionen nicht einfach einen ganzen Landstrich in den Lockdown versetzt, sondern sich auf die...
Berlin - Eine „konzertierte Aktion“ zur Stärkung der Gesundheitsämter fordert Bundesärztekammer-Vizepräsidentin Dr. Heidrun Gitter. „Die Arbeitsbedingungen müssen attraktiver, die Vergütung konkurrenzfähiger und der Arbeitsplatz moderner werden“, sagte Gitter in einem Interview mit der Zeitung „DIE WELT“ (01.08.2020). Langfristig seien die Behörden nicht in der Lage, die hochgradig personalintensive Kontaktnachverfolgung zu stemmen, wie Umfragen zur Personalsituation zeigten. „Wir dürfen uns bei den Gesundheitsämtern nicht weiter von Notlösung zu Notlösung hangeln“, kritisierte Gitter.
Berlin - Ehrliche, verständliche und hintergründige Gespräche rund um das Thema Gesundheit – das verspricht der neue Podcast „Sprechende Medizin“ der Bundesärztekammer. Gelegenheitspatient Daniel Finger, nebenbei auch Moderator und Wissenschaftsjournalist, stellt die Fragen. Dr. Klaus Reinhardt, Hausarzt und Präsident der Bundesärztekammer, antwortet. Alle 14 Tage sprechen die beiden über Ärzte und Patienten, Medizin und Politik, Leiden und Linderung, Forschung und Fortschritt. Am 31. Juli geht es im Premieren-Podcast unter anderem um die Frage, warum ökonomisches Denken auch in der Gesundheitsversorgung seinen Platz hat, die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens aber das Patientenwohl gefährdet. „Medizin ist nicht der Versuch, einen Maximalerlös zu produzieren“, stellt Reinhardt klar. Ganz im Gegenteil: Die Renditeerwartungen von Investoren gefährdeten das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis. Pünktlich zum...