Substitutionsgestützte Behandlung von Opioidabhängigen

Von den geschätzten 150.000 bis 200.000 Opioidabhängigen in Deutschland befinden sich derzeit (2017) 78.800 in einer substitutionsgestützten Behandlung nach § 5 BtMVV[1].

Eine substitutionsgestützte Behandlung darf gemäß § 5 Abs. 3 BtMVV nur durch suchtmedizinisch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte durchgeführt werden. Ausnahmeregelungen sind § 5 Abs. 4 und 5 BtMVV zu entnehmen.

Jede Substitutionsbehandlung ist nach § 5b Abs. 2 BtMVV unverzüglich dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mitzuteilen.

Mit der novellierten Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) und der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger sind seit 2. Oktober 2017 neue Rahmenbedingungen für die Substitutionsbehandlung in Kraft getreten:

Diese betreffen insbesondere die

  • Therapieziele einer Substitutionsbehandlung (siehe § 5 Abs. 2 BtMVV und Kap. 1 der BÄK-Richtlinie)
  • Patientenhöchstgrenzen im Rahmen der Konsiliarregelung (siehe § 5 Abs. 4 BtMVV)
  • Ausweitung der Substitutionsbehandlung auf eine Abhängigkeit von Opioiden (siehe § 5 Abs. 1 BtMVV)
  • Regelungen zur Verschreibung an Wochenenden und Feiertagen („Z“-Rezept) (siehe § 5 Abs. 8 BtMVV)
  • Ausweitung der Take-home-Verordnung in begründeten Einzelfällen auf bis zu 30 Tage (siehe § 5 Abs. 9 Nr. 2 BtMVV).
  • Ausweitung der Einrichtungen, in denen eine Substitutionsbehandlung durchgeführt werden kann (siehe § 5 Abs. 10 BtMVV).
  • Regelungen zur Einbeziehung psychosozialer und weiterer Betreuungsmaßnahmen für Substituierte (siehe § 5 Abs. 12 Nr. 3c BtMVV i.V. mit Kap. 3.4. der BÄK-Richtlinie)

Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV)

Richtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger [PDF]
vom Vorstand der Bundesärztekammer in seiner Sitzung am 27./28. April 2017 verabschiedet

Bericht der Bundesärztekammer zur Feststellung des aktuellen Standes der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft in einer Richtlinie zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger [PDF]

Richtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger – Anhang zur Patientenaufklärung [PDF]

Arbeitshilfe für die Substitutionsbehandlung in externen Einrichtungen [PDF]

Die neuen Regelungen der BÄK-Richtlinie zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger [PDF]
Vortrag von Herrn Bodendieck, gehalten am 27.11.2017 im Rahmen des Erfahrungsaustausches der Bundesärztekammer zu aktuellen Themen der Suchtmedizin

Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung (MVV-Richtlinie)
Berlin, 06.09.2018


[1]Jahresbericht der Bundesopiumstelle zum Substitutionsregister (Januar 2018)