Bundesärztekammer verurteilt Gewalt gegen Gesundheitspersonal im Iran
„Wer Verletzte versorgt, muss vor Repressalien und Einschüchterung geschützt werden. Es ist in keiner Weise hinnehmbar, dass Ärztinnen und Ärzte im Iran verfolgt, inhaftiert oder mit schwersten Strafen bedroht werden, weil sie ihrer berufsethischen Pflicht nachkommen.“ Mit diesen Worten kommentierte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt aktuelle Berichte aus dem Iran über zunehmende Gewalt gegen Gesundheitspersonal und den Missbrauch medizinischer Einrichtungen.
Nach übereinstimmenden Angaben sollen Sicherheitskräfte in mehreren Provinzen verletzte Demonstrantinnen und Demonstranten in Krankenhäusern festgenommen haben. Krankenhausmitarbeiter seien angewiesen worden, Patientinnen und Patienten mit Schussverletzungen an die Sicherheitsbehörden zu melden; bei Nichtbefolgung drohten strafrechtliche Konsequenzen und weitere Repressalien. Ärztinnen und Ärzte seien festgenommen worden und teils von der Todesstrafe bedroht.
„Ärztinnen und Ärzte sowie alle im Gesundheitswesen Tätigen müssen ihre Arbeit ohne Einschüchterung, ohne staatliche Übergriffe und ohne Angst vor Repressalien ausüben können. Gesundheitseinrichtungen, medizinisches Personal sowie Patientinnen und Patienten dürfen weder angegriffen noch für politische Zwecke instrumentalisiert werden.“ Reinhardt forderte die Verantwortlichen im Iran auf, sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten und alle Ärztinnen und Ärzte freizulassen, die ausschließlich aufgrund der Wahrnehmung ihrer beruflichen Verantwortung festgehalten werden.
Zuvor hatten bereits der Weltärztebund (World Medical Association, WMA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Vorgehen der iranischen Behörden gegen Gesundheitspersonal sowie gegen Patientinnen und Patienten scharf kritisiert.