Mecklenburg-Vorpommern: Landesregierung setzt falsche Prioritäten – Schulschließungen dürfen nicht länger zu Lasten der Gesundheit der Kinder gehen

Mecklenburg-Vorpommern

Rostock - Die Landesregierung hat beschlossen, die Wirtschaft und den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern sukzessive hochzufahren, nachdem sich die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen auf ein geringes Niveau eingependelt haben. Trotz dieser positiven Entwicklungen im Vergleich zu anderen Bundesländern, werden Schulen, Hort und Kindertagesstätten nicht im gleichen Maße geöffnet.
Dabei zeigen aktuelle medizinische Studien, dass die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland bei zwei bis drei Prozent liegt. Kinder stecken sich Studien zufolge dreimal seltener an als Erwachsene. Eine weitere zögerliche Öffnung der Bildungs- und Betreuungseinrichtungen ist daher nicht nachvollziehbar.

Aus Sicht des Vorstandes der Ärztekammer M-V setzt die Landesregierung falsche Prioritäten, indem sie der Wirtschaft und dem Tourismus im Land den Vorrang gibt und nicht dem Wohlergehen unserer Kinder. Nach der rigorosen Schließung von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen Mitte März kehren nun zwar einzelne Klassen in die Schulen zurück. Dennoch besteht die Gefahr, dass auch über die Sommerferien hinaus kein normaler Schulalltag stattfinden wird.
Nach Auffassung des Vorstandes müssen für die Entwicklung und Gesundheit der Kinder und Jugendlichen die gleichen Anstrengungen wie in anderen Bereichen unternommen werden, insbesondere, weil Schulschließungen erhebliche physische, psychische und soziale Konsequenzen nach sich ziehen. Auswirkungen sind bereits jetzt im ärztlichen Alltag nachweisbar. Dieser Zustand muss deshalb schnellstmöglich beendet werden!

Die wirtschaftlichen Folgen können zu einem Großteil finanziell abgefedert werden, die Folgen der Schulschließungen lassen sich noch gar nicht absehen und sind kaum aufholbar!

Der Vorstand der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern

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