Patientensicherheit durch praxistaugliche Digitalisierung stärken
Defizite in der Interoperabilität und Gebrauchstauglichkeit digitaler Systeme bergen erhebliche Risiken für die Patientensicherheit. Der 130. Deutsche Ärztetag hat deshalb gefordert, diese Aspekte im Rahmen einer nationalen Digitalisierungsstrategie systematisch in Regulierung, Förderung und Qualitätssicherung von IT-Systemen zu verankern.
Im Interesse der Patientensicherheit sollten zudem das Kompetenzzentrum für Interoperabilität im Gesundheitswesen der gematik sowie die Anbieter von Praxisinformationssystemen und Krankenhausinformationssystemen die Digitalisierung des Gesundheitswesens konsequent an der Usability ausrichten. Denn Fehlbedienungen, Navigationsfehler oder systembedingte Fehlanzeigen könnten unmittelbar zu Fehldiagnosen, Medikationsfehlern oder Verzögerungen in der Therapie führen und damit sogar Menschenleben gefährden, warnte der Ärztetag.
Erforderlich seien zudem verpflichtende Tests von IT-Systemen vor ihrer Einführung im Versorgungsalltag – unter realen Bedingungen und unter aktivem Einbezug der Anwender. Dafür bedürfe es entsprechender gesetzlicher Regelungen, die die Patientensicherheit durch digitale Systeme im Versorgungsalltag beförderten, forderten die Abgeordneten des Ärztetags.
Dabei sollten Erkenntnisse der Human-Factors-Forschung im Gesundheitswesen einbezogen werden. Die Human Factors-Forschung befasst sich damit, wie Menschen mit Systemen und Technologien interagieren, um Sicherheit, Effizienz und Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.