Westfalen-Lippe: Gehle: „Es ist fünf Sekunden vor zwölf!“ – Kammervorstand appelliert an Bevölkerung: Disziplin, Disziplin und nochmals Disziplin

Münster - „Im Kampf gegen das Coronavirus ist es fünf vor zwölf, aber fünf Sekunden vor zwölf!“ Mit drastischen Worten beurteilt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Hans-Albert Gehle, die derzeitige Situation im Gesundheitswesen. „Die Corona-Pandemie stellt unser Gesundheitssystem vor eine nie dagewesene Belastungsprobe, es wird kollabieren, wenn nicht alle an einem Strang ziehen.“ Kammerpräsident Gehle und der gesamte ÄKWL-Vorstand appellieren deshalb an die Bevölkerung, die kontaktreduzierenden Maßnahmen der Politik von Bund und Land mitzutragen und Anordnungen der Behörden, die zur Eindämmung des Virus und Verlangsamung seiner Ausbreitung beitragen sollen, unbedingt zu befolgen.

„Es ist mehr als ernst. Nur wenn alle Anordnungen zur Minimierung sozialer Kontakte befolgt werden, haben wir eine Chance.“ Ausschließlich durch ein breites solidarisches Verhalten aller Menschen im Lande könne es gelingen, das Coronavirus in den Griff zu bekommen.

Auch für die medizinische Versorgung der Bevölkerung bedeute das Coronavirus eine enorme Herausforderung. Gehle: „Die Ärzteschaft arbeitet bis zum Umfallen. Aber aller Arbeitseinsatz ist vergeblich, wenn die Verlangsamungsstrategie nicht greift.“ Deshalb wendet sich der Kammervorstand der ÄKWL direkt an die Bevölkerung: „Halten Sie sich voneinander fern, gehen Sie nicht mit Bagatellen zum Arzt, seien Sie achtsam im Umgang mit anderen! Die einzige Chance, die wir haben, um eine nicht zu bewältigende Massenerkrankung mit zahllosen Toten zu verhindern, besteht in Disziplin, Disziplin und nochmals Disziplin.“

Zur Bewältigung der Pandemie-Krise sei unbedingt das verantwortungsvolle Verhalten der Menschen notwendig. Die Ärzteschaft engagiere sich bereits jetzt bis an die Grenzen der Belastbarkeit im Kampf gegen Corona. Doch es herrsche auch eine große Sorge vor einem Kollaps des Systems. „Menschen werden sterben, wenn wir nicht gemeinsam entschlossen handeln. Großeltern, Väter, Mütter, Onkel, Tanten, liebe Freunde – jeder muss jetzt seinen persönlichen Beitrag leisten. Wir Ärztinnen und Ärzte tun alles, was in unserer Macht steht, tun Sie das auch“, so Ärztekammerpräsident Gehle abschließend.

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