WMA-Vorstand verurteilt Angriffe auf Gesundheitsfachkräfte in bewaffneten Konflikten

Weltärztebund

Der Vorstand des Weltärztebunds hat auf seiner Tagung in Belgrad vor den humanitären Folgen für die Zivilbevölkerung aufgrund bewaffneter Konflikte und staatlicher Gewaltanwendung gewarnt. Er verurteilte Angriffe auf Gesundheitsfachkräfte und medizinische Einrichtungen sowie Verstöße gegen das Prinzip der medizinischen Neutralität und forderte alle Staaten zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts sowie zur Zusammenarbeit mit internationalen Gerichten auf.

Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt erklärte: „Wer Krankenhäuser angreift und Ärztinnen und Ärzte bedroht, verletzt Prinzipien, die im humanitären Völkerrecht klar verankert sind. Mit den Beschlüssen von Belgrad sendet die Ärzteschaft ein klares Signal: Gesundheitsschutz und Menschenrechte sind nicht verhandelbar – unabhängig davon, wo auf der Welt Menschen medizinische Hilfe benötigen.“

Eine weitere Resolution des WMA richtet sich gegen Änderungen an Kinderimpfplänen, die nicht evidenzbasiert sind. Der WMA-Vorstand warnt: Solche Rückschritte gefährden Erfolge, die Jahrzehnte der Impfprävention hervorgebracht haben, und erhöhen globale Gesundheitsrisiken.

Darüber hinaus verabschiedete der Vorstand eine überarbeitete Stellungnahme zur Gesundheitsversorgung von Migrantinnen und Migranten. Darin wird bekräftigt, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung ein grundlegendes Menschenrecht darstellt und medizinische Behandlung ausschließlich auf Grundlage klinischer Dringlichkeit und ohne Diskriminierung zu erfolgen hat. WMA-Präsidentin Dr. Jacqueline Kitulu erklärte: „Niemand sollte Angst haben müssen, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ärztinnen und Ärzte müssen Patientinnen und Patienten ohne Einschüchterung oder Barrieren versorgen können.“

In Arbeitsgruppen und Ausschüssen beriet der Vorstand zudem über weitere Deklarationen und Resolutionen, die der Generalversammlung im Herbst vorgelegt werden sollen.

Die Belgrader Tagung war zugleich die letzte Vorstandssitzung des langjährigen Generalsekretärs Dr. Otmar Kloiber. Nach mehr als 21 Jahren im Amt tritt er am 1. Mai 2026 in den Ruhestand. Neuer WMA-Generalsekretär wird Dr. Ramin Parsa-Parsi, langjähriger Leiter des Dezernats „Internationale Angelegenheiten“ der Bundesärztekammer. Parsa-Parsi bringt umfangreiche Expertise zu Fragen der globalen Gesundheit, zu komplexen medizinisch-ethischen Themen sowie vielfältige Erfahrung in der Organisation und Kommunikation internationaler Gesundheitsinitiativen mit in sein neues Amt.