Rehabilitation als zentralen Bestandteil einer krisenfesten Gesundheitsversorgung verankern

Rehabilitation

Bundesärztekammer stellt Positionspapier vor und benennt vier zentrale Handlungsfelder für eine moderne Rehabilitationsmedizin

„Ziel der Rehabilitationsmedizin ist es, dass Menschen nach Erkrankungen wieder handlungsfähig werden, dass sie möglichst selbstständig leben und am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilhaben können. Sie richtet den Blick nicht allein auf die Erkrankung, sondern betrachtet die Lebenssituation des Menschen insgesamt. Gleichzeitig trägt eine gut aufgestellte Rehabilitationsmedizin zu einem leistungsfähigen und resilienten Gesundheitssystem bei.“ Das sagte Dr. Susanne Johna, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, auf der Fachveranstaltung „Reha stärkt Resilienz – Chancen und Herausforderungen einer modernen Rehabilitation“. Dort stellte die Bundesärztekammer ihr gleichnamiges Positionspapier vor.

Anhand unterschiedlicher Perspektiven auf die Frührehabilitation, die geriatrische Versorgung und die Traumarehabilitation wurde aufgezeigt, wie vielfältig die Aufgaben der Rehabilitationsmedizin sind. Sie reichen von der Frühphase schwerer Erkrankungen und Verletzungen bis hin zur langfristigen Wiederherstellung und Sicherung von Selbstständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

„Angesichts des demografischen Wandels, neuer Krankheitsbilder und zunehmender Krisen verändern sich auch die Versorgungsbedarfe in der Rehabilitation. Die Bundesärztekammer setzt sich deshalb dafür ein, die Rehabilitationsmedizin stärker als integralen Bestandteil der Gesundheitsversorgung zu verankern und Rehabilitationsbedarfe frühzeitig zu erkennen und zu berücksichtigen“, betonte Johna.

In ihrem Positionspapier benennt die Bundesärztekammer vier konkrete Handlungsfelder. „Rehabilitationsbedarfe müssen frühzeitig im Behandlungsverlauf erkannt und notwendige Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. Rehabilitation sollte deshalb bereits in der Akutversorgung mitgedacht werden“, sagte Dr. Wolfgang Miller, Co-Vorsitzender der BÄK-Arbeitsgruppe Rehabilitationsmedizin. Insbesondere für ältere Menschen brauche es zudem bedarfsgerechte, wohnortnahe und mobile Rehabilitationsangebote. Nur so ließen sich Selbstständigkeit und Teilhabe möglichst lange erhalten.

Dr. Marion Charlotte Renneberg, ebenfalls Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe, forderte, die medizinische Rehabilitation stärker auf die zunehmende Komplexität und Multimorbidität auszurichten. Sie müsse individuelle Behandlungskonzepte ermöglichen, die mehrere Erkrankungen und die jeweilige Lebenssituation der Patientinnen und Patienten berücksichtigen. „Die medizinische Rehabilitation sollte außerdem stärker in die nationale Gesundheitsresilienz integriert werden. Rehabilitation muss verbindlicher Bestandteil der nationalen Krisenvorsorge, des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes sowie der zivilen Verteidigung werden“, so Renneberg. Hierzu gehörten Krisenpläne, rehabilitative Behandlungspfade sowie der Ausbau rehabilitationsmedizinischer Kompetenzzentren zur Versorgung von Schwerverletzten.