Reinhardt begrüßt höhere Tabaksteuern und fordert Public-Health-Fonds
Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hat Pläne der Bundesregierung begrüßt, die Tabaksteuer stärker anzuheben als bisher geplant.
„Höhere Preise tragen dazu bei, den Tabakkonsum zu senken und insbesondere Kinder und Jugendliche besser vor dem Einstieg zu schützen“, sagte er der dpa (14.07.2026). Das Kabinett hatte erst vor Kurzem eine Erhöhung der Tabaksteuer auf den Weg gebracht. Dem Vernehmen nach soll der Entwurf nun geändert werden. Der Preis für eine Packung Zigaretten würde dann bis 2030 schrittweise von aktuell rund acht Euro auf fast zwölf Euro steigen. Das wären etwa 40 Cent mehr als ursprünglich vorgesehen. Grund für die Änderung ist Berichten zufolge eine Lücke im Bundeshaushalt.
Reinhardt forderte, auch auf Liquids für Einweg-E-Zigaretten und Pod-Systeme höhere Steuern zu erheben, das diese Produkte insbesondere bei jungen Menschen beliebt sind. Wichtig sei nach seinen Worten außerdem, dass die zusätzlichen Einnahmen nicht allein dazu dienten, Haushaltslöcher zu stopfen. Vielmehr müssten sie gezielt in Prävention und Gesundheitsförderung fließen. „Sinnvoll wäre die Einrichtung eines Public-Health-Fonds. Er könnte aus Haushaltsmitteln gespeist werden, die durch zusätzliche Steuereinnahmen auf gesundheitsgefährdende Genussmittel gegenfinanziert werden, zu denen neben Tabak auch Alkohol und Zucker zählen“, betonte Reinhardt.