Reinhardt: „Ein Bärendienst für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in Deutschland“
Zu Überlegungen in der CDU, die private Krankenversicherung (PKV) als eine der beiden Säulen des deutschen Gesundheitssystems in Deutschland in Frage zu stellen, stellt Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, fest:
„In einer Phase, in der sich viele Menschen in Deutschland um die Sicherstellung ihrer gesundheitlichen Versorgung Sorgen machen, ist es gefährlich, gerade die stabilste Säule dieses System in Frage zu stellen. Die Erlöse, die Arztpraxen und Krankenhäuser aus der privaten Krankenversicherung zusätzlich erzielen, kommen im deutschen Gesundheitssystem allen Patientinnen und Patienten zugute. Denn mit diesen Mitteln können Personal, Geräte und weitere Ausstattung finanziert werden, die für die Versorgung von privaten wie gesetzlich Versicherten genutzt werden. Ein Gesundheitssystem ohne PKV ist eine Versorgung mit weniger Geld für alle. Das ist keine Gerechtigkeit, sondern zusätzlicher Druck auf ein ohnehin überlastetes System. Stattdessen sollte die Politik endlich der gerechtfertigten Erwartung der Bevölkerung entsprechen, das Versorgungssystem der gesetzlichen Krankenkassen zu reformieren. Die Menschen erwarten mehr als drastische Sparmaßnahmen, wie sie zuletzt beschlossen wurden. Wir brauchen grundlegende Strukturreformen, die die Versorgung verbessern. Nur so kommen wir auch zu einer Terminvergabe, die sich am medizinischen Bedarf orientiert. Wer stattdessen eine der tragenden Säulen des Systems in Frage stellt, leistet einen Bärendienst für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in Deutschland.“