Reinhardt: Viele Todesfälle durch Hitze wären vermeidbar

Interview

Angesichts der aktuellen Hitzewelle hat der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, einen konsequenten Ausbau des Hitzeschutzes gefordert. Viele hitzebedingte Todesfälle könnten durch wirksame Schutzmaßnahmen verhindert werden.

Im Interview mit dem Deutschlandfunk verwies Reinhardt auf aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts, wonach bis Ende Juli bereits fast 12.000 Menschen infolge extremer Hitze gestorben sind. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen, betonte er. Besonders gefährdet seien ältere Menschen sowie Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen. Aber auch chronisch Kranke, Kleinkinder und Säuglinge gehörten zu den vulnerablen Gruppen.

Reinhardt sprach sich für eine konsequente Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen aus. Neben kurzfristigen Maßnahmen in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen seien auch langfristige Investitionen in eine klimaresiliente Infrastruktur erforderlich. Dazu gehörten unter anderem die Begrünung und Verschattung von Städten sowie eine bessere bauliche Anpassung von Gesundheitseinrichtungen.

Mit Blick auf die aktuelle Debatte über Zuständigkeiten von Bund, Ländern und Kommunen warb Reinhardt dafür, Hitzeschutz als gesamtstaatliche Aufgabe zu begreifen. Entscheidend sei, dass notwendige Maßnahmen zügig umgesetzt würden, um gesundheitliche Schäden und vermeidbare Todesfälle künftig zu verhindern.