Symposium diskutiert Rolle wissenschaftlicher Politikberatung

75 Jahre Wissenschaftlicher Beirat der Bundesärztekammer
Wissenschaftlicher Beirat

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer (BÄK) fand am 12. Juni in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin ein wissenschaftliches Symposium statt.

120 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, ärztlicher Selbstverwaltung und Gesundheitswesen diskutierten über die Bedeutung wissenschaftlicher Politikberatung.

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer berät die Bundesärztekammer seit seiner Gründung im Rahmen des Deutschen Ärztetages 1951 in medizinisch-wissenschaftlichen und ethischen Grundsatzfragen. Darüber hinaus erarbeitet er Richtlinien in gesetzlichem Auftrag und Stellungnahmen zu zentralen Fragen der medizinischen Versorgung.

„In Zeiten wachsender Unsicherheit über Fakten und gesellschaftlicher Polarisierung wird wissenschaftliche Politikberatung wichtiger denn je“, sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt zur Eröffnung des Symposiums. Wichtig sei insbesondere die transparente Kommunikation von Evidenzen, aber auch von Unsicherheiten. Der Wissenschaftliche Beirat leiste seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag dazu, medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse verantwortungsvoll in gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse einzubringen.

Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Michael Hallek, betonte die Bedeutung interdisziplinärer und unabhängiger wissenschaftlicher Beratung für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens und die Erforderlichkeit des Auslotens zwischen medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnis und politischer Machbarkeit.

Unter den Teilnehmenden war auch Bundesminister a. D. Dr. Thomas de Maizière, der sich in seiner Keynote mit der Reformfähigkeit Deutschlands und den Anforderungen an wirksame wissenschaftliche Politikberatung einerseits und demokratisch legitimierte politische Entscheidungsprozesse andererseits befasste.

Im Mittelpunkt des Symposiums stand das Zusammenspiel von Wissenschaft, Politik und ärztlicher Selbstverwaltung angesichts aktueller und zukünftiger Herausforderungen im Gesundheitswesen. Thematisiert wurden unter anderem die Anforderungen an evidenzbasierte Politikberatung, die Rolle, aber auch die Grenzen wissenschaftlicher Expertise in politischen Entscheidungsprozessen, Lehren aus der Corona-Pandemie sowie aktuelle Entwicklungen in Medizin, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.

Im Rahmen des Symposiums wurde zudem an den Anfang des Jahres verstorbenen langjährigen Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats, Prof. Dr. med. Dr. h. c. Peter C. Scriba, erinnert, der die Arbeit des Gremiums über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt hatte.