Substitutionsgestützte Behandlung von Opioidabhängigen

Von den geschätzten ca. 166.000 Opioidabhängigen in Deutschland befinden sich derzeit (2021) 81.300 in einer substitutionsgestützten Behandlung nach § 5 BtMVV [1].

Eine substitutionsgestützte Behandlung darf gemäß § 5 Abs. 3 BtMVV nur durch suchtmedizinisch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte durchgeführt werden. Ausnahmeregelungen sind § 5 Abs. 4 und 5 BtMVV zu entnehmen.

Jede Substitutionsbehandlung ist nach § 5b Abs. 2 BtMVV unverzüglich dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mitzuteilen.

Mit der novellierten Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) und der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger sind seit 2. Oktober 2017 neue Rahmenbedingungen für die Substitutionsbehandlung in Kraft getreten:

Diese betreffen insbesondere die

  • Therapieziele einer Substitutionsbehandlung (siehe § 5 Abs. 2 BtMVV und Kap. 1 der BÄK-Richtlinie)
  • Patientenhöchstgrenzen im Rahmen der Konsiliarregelung (siehe § 5 Abs. 4 BtMVV)
  • Ausweitung der Substitutionsbehandlung auf eine Abhängigkeit von Opioiden (siehe § 5 Abs. 1 BtMVV)
  • Regelungen zur Verschreibung an Wochenenden und Feiertagen („Z“-Rezept) (siehe § 5 Abs. 8 BtMVV)
  • Ausweitung der Take-home-Verordnung in begründeten Einzelfällen auf bis zu 30 Tage (siehe § 5 Abs. 9 Nr. 2 BtMVV).
  • Ausweitung der Einrichtungen, in denen eine Substitutionsbehandlung durchgeführt werden kann (siehe § 5 Abs. 10 BtMVV).
  • Regelungen zur Einbeziehung psychosozialer und weiterer Betreuungsmaßnahmen für Substituierte (siehe § 5 Abs. 12 Nr. 3c BtMVV i.V. mit Kap. 3.4. der BÄK-Richtlinie)

[1] Jahresbericht der Bundesopiumstelle zum Substitutionsregister (Januar 2021)

Hinweis

Durch § 6 der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung vom 20.04.2020 (Ausnahmen von der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung) ergeben sich für den Zeitraum der Pandemie zu einigen Regelungen der BtMVV Änderungen, die für die Behandlung von Substitutionspatienten von Relevanz sind.

Durch Artikel 8a des Gesetzes zur Stärkung des Schutzes der Bevölkerung und insbesondere vulnerabler Personengruppen vor COVID-19 wird § 9 Abs. 1 S. 2 SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung dahingehend geändert, dass die befristeten Sonderregelungen bis zum 7. April 2023 verlängert werden.